Verbrechen
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epa08749854 Flowers and placards reading 'Justice for Daphne' are seen at a vigil on the third anniversary of the murder of the Maltese investigative journalist Daphne Caruana Galizia in front of the Embassy of the Republic of Malta in Berlin, Germany, 16 October 2020. Reporters Without Borders organized the vigil for murdered journalist Daphne Caruana Galizia, who was killed on 16 October 2017 in Malta, while investigating the Panama Papers case.  EPA/HAYOUNG JEON

Blumen und Gedenktafeln vor der maltesischen Botschaft in Berlin. Bild: keystone

Maltas Ex-Premier nennt ermordete Journalistin «irrelevant»



Der frühere maltesische Premierminister Joseph Muscat hat in einer öffentlichen Anhörung zum Mord an einer Journalistin ein politisches Tatmotiv als unbegründet hingestellt. Daphne Caruana Galizia sei zum Zeitpunkt des Anschlags 2017 dabei gewesen, für Regierung und Opposition «irrelevant» zu werden, sagte der Politiker am Freitag in Valletta. Der 46-jährige Muscat war selbst im Zusammenhang mit dem Mord später so stark unter Druck geraten, dass er im Januar 2020 als Regierungschef abgelöst wurde.

In der Untersuchung geht es unter anderem um die Frage, ob die Regierung in Valletta damals genug zur Verhinderung des Attentats getan hatte. Die Bloggerin war am 16. Oktober 2017 in ihrem Auto in die Luft gesprengt worden. Sie hatte auch über Korruption in Politik und Wirtschaft recherchiert.

Muscat sagte in seiner Befragung, Caruana Galizia habe alles gemacht, von «Weltklasse-Journalismus» bis zu Klatsch. «Wer auch immer dieses Verbrechen begangen hat, ist dumm», urteilte er.

Der Mordfall ist bis heute nicht voll aufgeklärt. Es laufen mehrere Verfahren. Drei Männer wurden des Mordes beschuldigt. Ausserdem wurde der Unternehmer Yorgen Fenech im November 2019 als ein mutmasslicher Drahtzieher festgesetzt. Alle bestreiten die Vorwürfe. Fenech sagte aber aus, dass ein Vertrauter Muscats hinter der Verschwörung gestanden habe.

Das Europaparlament gab Anfang Oktober bekannt, dass es einen neuen Journalistenpreis nach der ermordeten Bloggerin benennen möchte. Damit solle investigative Reporterarbeit auszeichnet werden. (sda/dpa)

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