Forschung
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This GOES-16 GeoColor satellite image taken Thursday, Sept. 10, 2020, and provided by NOAA, shows tropical storms forming in the Atlantic. La Nina, which often means a busier Atlantic hurricane season, a drier Southwest and perhaps a more fire-prone California, has popped up in the Pacific Ocean, the National Oceanic and Atmospheric Administration announced Thursday, Sept. 10. (NOAA via AP)

Ein Satellitenbild des blauen Planeten, 10. September 2020. Bild: keystone

Die Meere schwitzen – und zwar immer häufiger

Hitzewellen suchen die Weltmeere immer häufiger heim, weil der Mensch den Klimawandel befeuert. Das berichten Forschende der Universität Bern.



Verendete Seevögel, einbrechende Fischbestände und verblichene Korallen: Das sind nur einige Beispiele der negativen Auswirkungen, die Hitzewellen in Ozeanen mit sich bringen. Viele marine Ökosysteme brauchen danach lange Erholungszeiten – «wenn sie sich überhaupt je ganz erholen», sagte die Erstautorin Charlotte Laufkötter gemäss einer Mitteilung der Uni Bern vom Donnerstag.

Die Meereswissenschaftlerin und ihr Team werteten Satellitenmessungen der Wassertemperaturen aller Weltmeere zwischen 1981 und 2017 aus. Demnach wurden die Hitzewellen in den vergangenen 40 Jahren länger und heisser.

Heissere und längere Hitzewellen

Die 27 grossen Hitzewellen, die sich im ersten untersuchten Jahrzehnt zutrugen, dauerten im Schnitt 32 Tage. Sie erreichten Höchsttemperaturen von 4.8 Grad Celsius über der langjährigen Durchschnittstemperatur. Im letzten analysierten Jahrzehnt hingegen kam es zu 172 Extremereignissen. Sie hielten durchschnittlich 48 Tage an und erreichten Spitzen von 5.5 Grad über dem langjährigen Durchschnitt.

Für die Ursachen der häufiger auftretenden Hitzewellen gebe es einen generellen Trend. So habe sich das Oberflächenwasser im Zuge der Erderwärmung im Schnitt um 0.6 Grad erhöht, regional bis zu 1 Grad, sagte Laufkötter. Daneben gebe es für jede Hitzewelle individuelle Gründe: Darüber liegende heisse Luftmassen, Änderungen der Ozeanströmungen oder grossskalige Klimaoszillationen, die etwa mit dem Wetterphänomen El Niño zusammenhängen.

Marine Hitzewellen bald Normalfall

Um den Einfluss des Menschen auf die sieben verheerendsten Hitzewellen festzumachen, führten die Forschenden sogenannte Attributionsstudien durch. Mit diesen lässt sich abschätzen, inwieweit die Extremereignisse die Handschrift des Menschen tragen. Dafür erschuf das Berner Team mittels Simulationen zwei Welten: Eine reale mit steigenden Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre und eine fiktive ohne Zunahme von Klimagasen.

Demnach sind die grossen Hitzewellen in den Weltmeeren aufgrund des Menschen über 20 Mal häufiger geworden - und sie dürften laut den Forschenden mit fortschreitender Erwärmung zum Normalfall werden. «Um das Risiko von nie dagewesenen marinen Hitzewellen zu reduzieren, sind unbedingt ehrgeizige Klimaziele nötig», sagte Laufkötter. Nur so lasse sich verhindern, dass wertvolle Ökosysteme unwiderruflich verloren gingen. (sda)

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