Afghanistan
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Viele Schüler bei IS-Selbstmordanschlag in Kabul getötet und verletzt



Afghan bring a man injured in a stampede to a hospital in the city of Jalalabad east of Kabul, Afghanistan, Wednesday, Oct. 21, 2020. At least 11 women were trampled to death when a stampede broke out Wednesday among thousands of Afghans waiting in a soccer stadium to get visas to Pakistan, officials said. (AP Photo/Wali Sabawoon)

Ein Mann wird in der Nähe von Kabul ins Spital eingeliefert. Bild: keystone

Bei einem Selbstmordanschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sind in der afghanischen Hauptstadt Kabul viele Schülerinnen und Schüler getötet worden. Mindestens 18 Personen seien ums Leben gekommen und 57 weitere verletzt worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Samstagabend (Ortszeit).

Der Attentäter, der sich Zugang zu einem Bildungszentrum im westlichen Stadtteil Dascht-e Bartschi verschaffen wollte, wurde von Sicherheitskräften entdeckt, wie es aus dem Innenministerium hiess. Daraufhin habe sich der Mann in einer Gasse in die Luft gesprengt und dabei viele junge Menschen mit in den Tod gerissen.

Der IS reklamierte den Anschlag für sich. Ein «Märtyrer-Ritter» habe einen Sprengstoffgürtel in einer Ansammlung von Schiiten gezündet, teilte der IS auf seiner Plattform Naschir News mit.

Die militant-islamistischen Taliban dementierten umgehend, für das Bombenattentat verantwortlich zu sein. Sie verhandeln mit einer Delegation in der katarischen Hauptstadt Doha seit September über Frieden. Doch die Gewalt geht im Land weiter, vor allem in den Provinzen sterben bei Gefechten noch immer viele Menschen.

Abdullah Abdullah, Vorsitzender des afghanischen Hohen Rats für Versöhnung, verurteilte den Angriff aufs Schärfste. «Feige und gottlose Terroristen haben durch diesen Angriff auf unschuldige Kinder und Studenten gezeigt, dass sie sich an keine Religion oder Prinzipien halten», sagte Abdullah einer Mitteilung zufolge.

Bereits in der Vergangenheit gab es viele Anschläge in dem westlichen, mehrheitlich von Schiiten bewohnten Stadtteil Kabuls. Auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in dem Stadtteil bereits Anschläge verübt. Sunnitische Extremisten wie die Mitglieder der IS-Terrormiliz bekämpfen Schiiten als Abtrünnige.

Im März verübte der IS zwei Anschläge in Westkabul mit Dutzenden Toten, Ziel waren Schiiten sowie Anhänger der Sikh-Religion. Bei einem Anschlag auf eine Geburtsstation im Mai töteten Unbekannte viele Mütter mit ihren neugeborenen Kindern. Die USA machten den IS dafür verantwortlich. (sda/dpa)

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