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epa08952232 FC Barcelona's head coach Ronald Koeman arrives at the team's headquarters in Barcelona, Catalonia, Spain, 20 January 2021, for a meeting with candidates for the club's presidency, Joan Laporta, Víctor Font and Toni Freixa, in order to discuss a date for the upcoming elections.  EPA/Enric Fontcuberta

Trainer Ronald Koeman auf dem Weg, die Präsidentschaftskandidaten zu treffen. Bild: keystone

Keine Löhne mehr und 1,2 Milliarden Euro Schulden – der FC Barcelona vor dem Konkurs



Die finanzielle Lage des FC Barcelona spannt sich immer mehr an. Im Geschäftsbericht zur Saison 2019/20 ist ersichtlich, dass sich bei Barça ein Schuldenberg von 1,17 Milliarden Euro angesammelt hat.

Wie die spanische Tageszeitung «El Mundo» schreibt, stehen die Katalanen gar vor dem Konkurs. Bei den Schulden von Barcelona soll es sich bei 730 Millionen Euro um kurzfristige Verbindlichkeiten handeln. 266 Millionen Euro seien gar vor dem 30. Juli bei Banken fällig.

Der Schuldenberg von Barcelona wächst und wächst.

Der grösste Geldfresser beim FC Barcelona sind gemäss dem Geschäftsbericht zufolge die immensen Lohnkosten. 74 Prozent der Einnahmen gehen für Saläre drauf.

Während die Einnahmen 2018/19 noch bei 990 Millionen Euro lagen, sind sie während der letzten Saison aufgrund der Coronavirus-Krise auf 855 Millionen Euro gesunken. Die Ausgaben hingegen konnten bloss von 973 auf 955 Millionen verringert werden.

Wer sich ganz tief in die Finanzwelt des FC Barcelona einlesen möchte, dem sei dieser Thread empfohlen:

Gespart wird beim Lohn

Für das laufende Geschäftsjahr wurde ursprünglich mit einem Umsatz von 1,1 Milliarden Euro geplant, mittlerweile sind noch rund 800 Millionen Euro budgetiert, wie die «SportBild» schreibt.

Die Ausgaben konnten gemäss «El Mundo» aber immerhin auf 796 Millionen Euro gesenkt werden – mit drastischen Massnahmen. Die Einsparungen schafft der FC Barcelona nämlich nur dank einem Gehaltsverzicht seiner Spieler. Die Mannschaft hat zugestimmt, auf 40 Prozent des Lohns zu verzichten. Im Frühling 2020, während der ersten Corona-Phase, verzichteten die FCB-Profis zwischenzeitlich sogar auf 70 Prozent ihres Lohnes.

Dennoch kann der FC Barcelona die Spielerlöhne derzeit nicht bezahlen. Bei Barça werden Gehaltszahlungen in drei Tranchen bezahlt. Die zweite Zahlung für diese Saison, geplant für Januar, fällt aus. Interims-Klubpräsident Carles Tusquets erklärt: «Es ist ein Fall von Zahlungsunfähigkeit.» Das Vorgehen sei jedoch mit den Spielern abgesprochen. Geplant ist, dass die Spieler das Geld über die nächsten vier Saisons erhalten.

epa08963242 Atletico's striker Luis Suarez celebrates after scoring the 2-1 during the Spanish LaLiga soccer match between Atletico de Madrid and Valencia CF at Wanda Metropolitano stadium in Madrid, Spain, 24 January 2021.  EPA/BALLESTEROS

Luis Suarez wurde ablösefrei an Atlético Madrid abgegeben. Bild: keystone

Um die immensen Lohnkosten zu drücken, wurde bereits im Sommer gehandelt und Grossverdiener wie Luis Suarez und Arturo Vidal ablösefrei abgegeben. Ivan Rakitic wurde für 1,5 Millionen an den FC Sevilla verscherbelt.

Mit dem jetztigen Sparkurs büsst der FC Barcelona für die wahnwitzigen Ausgaben auf dem Transfermarkt in den letzten fünf Jahren. Alleine für Antoine Griezmann (120 Mio. Euro), Frenkie De Jong (86 Mio. Euro), Philippe Coutinho (145 Mio. Euro) und Ousmane Dembélé (130 Mio. Euro) wurde fast eine halbe Milliarde Euro investiert.

Wie die «Marca» schreibt, habe Barcelona noch satte 196 Millionen Euro an Transferschulden, 126 Millionen davon kurzfristig, der Rest längerfristig. So sollen zum Beispiel noch 40 Millionen Euro offen sein aus dem Transfer von Philippe Coutinho, den man vom FC Liverpool verpflichtete. Ajax Amsterdam wartet noch auf 48 der vereinbarten 84 Millionen für Frenkie De Jong.

Bild

Die kurzfristigen (linke Spalte) und langfristigen (rechte Spalte) Transfer-Verbindlichkeiten des FC Barcelona. screenshot: marca

Barcelona hat allerdings auch noch 58 Millionen Euro von anderen Klubs für Spieler-Transfers zu Gute.

Bilanz frisieren

Um die Bilanz etwas aufzuhübschen, hat Barcelona im Sommer 2020 mit einem weiteren Kniff gearbeitet: Nämlich beim Spielertausch von Arthur und Miralem Pjanic mit Juventus Turin.

Für Arthur erhielt Barcelona 72 Millionen Euro an Ablöse, die direkt als Einnahmen verbucht werden konnten. Die 60 Millionen Euro die man im Gegenzug für Juves Miralem Pjanic zahlt, können hingegen über vier Vertragsjahre abgeschrieben werden. Unter dem Strich ergibt dieses Vorgehen für das laufende Geschäftsjahr ein Bilanz-Plus von 57 Millionen Euro.

Ein neuer Präsident soll es richten

Beim FC Barcelona hofft man nun, dass mit der Wahl eines neuen Präsidenten etwas mehr Ordnung einkehrt. Die Wahlen, die eigentlich am Sonntag hätten stattfinden sollten, mussten wegen einer Ausgangssperre in Barcelona allerdings auf den 7. März verschoben werden.

Gesucht wird ein Nachfolger von Josep Maria Bartomeu, der im Oktober zurückgetreten ist. Mit Joan Laporta, Victor Font und Toni Freixa stellen sich gleich drei Kandidaten zur Wahl. Eines haben alle drei Präsidentschaftskandidaten gemeinsamen, nämlich ein Versprechen: Der Klub werde nicht in ein Unternehmen verwandelt und der Einstieg von Investoren bleibe damit ausgeschlossen. Der Verein gehört derzeit den über 100'000 Barça-Mitgliedern.

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