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2020 kam es zu 61 Angriffen auf LGBTQ-Menschen in der Schweiz



epa08906390 A participant holds up a rainbow-colored flag during the LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual, and Transgender) pride march in Bangalore, India, 27 December 2020. Hundreds of LGBTQ people and their supporters waved flags, beat drums, and danced to local tunes during the Bengaluru Namma Pride March. They called to end violence and oppression based on gender identity and sexual orientation and to end gender decriminalization.  EPA/JAGADEESH NV

Bild: keystone

Trotz der Covid-19-Pandemie mit all ihren Folgen ist die Zahl der Hass-Übergriffe auf LGBTQ-Menschen in der Schweiz 2020 nicht zurückgegangen. Die Helpline der entsprechenden Organisationen verzeichnete 61 körperliche oder verbale Angriffe, also mehr als einen pro Woche.

Wegen körperlicher Angriffe gingen 18 Prozent der Meldungen ein, wie Pink Cross und die Lesbenorganisation Schweiz (LOS) zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie vom Montag mitteilten. Das ist ein Rückgang, gingen doch seit Gründung der Helpline 2016 jeweils ein Drittel der Meldungen wegen körperlicher Gewalt ein.

Insgesamt 85 Prozent der Meldenden wurden 2020 beleidigt und beschimpft. Mit Abstand am meisten Meldungen gingen aus dem Kanton Zürich ein. Die Organisationen führen das auf eine höhere Sichtbarkeit der LGBTQ-Menschen (Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Transgender, Queer) und eine bessere Bekanntheit der Helpline zurück.

Die wenigsten dieser Hate Crimes wurden angezeigt. Nur 20 Prozent der bei der Helpline gemeldeten Übergriffe landeten bei der Polizei. Wer Anzeige erstattete, attestierte der Polizei meistens eine sachliche Reaktion.

Die meisten Meldenden waren zwischen 20 und 30 Jahre alt. Die Organisationen gehen bei Jüngeren allerdings von einer Dunkelziffer aus. Die Wunden der Übergriffe waren tief. Über die Hälfte der Meldenden gab an, psychisch an den Folgen zu leiden. Das führt dazu, dass sich viele LGBTQ-Menschen nicht mehr als queere Person auf die Strasse trauen.

Für die Organisatoren ist klar, dass LGBTQ-Feindlichkeit nach wie vor weit verbreitet ist. Die Kantone müssten umfassende Sensibilisierungs- und Präventionsmassnahmen ergreifen, fordern die Organisationen. (sda)

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