Belarus
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Verhaftungswelle in Belarus hält an – Lukaschenko spricht von «terroristischen Zügen»



Bei Dauereinsätzen gegen die Gegner von Machthaber Alexander Lukaschenko hat die Polizei in Belarus (Weissrussland) weitere rund 600 Menschen in Gewahrsam genommen. Das teilte das Innenministerium am Dienstag in der Hauptstadt Minsk mit.

Bei den nicht genehmigten Kundgebungen am Montag habe es 581 Festnahmen gegeben, davon allein 486 in Minsk. Auch am Dienstag gab es wieder Proteste und Festnahmen. In der Hauptstadt hatten am Montag vor allem Senioren und Studenten für einen Rücktritt Lukaschenkos demonstriert. Lukaschenko sagte, dass die Proteste «terroristische Züge» annähmen.

People, most of them pensioners, wave bunches of flowers during an opposition rally to protest the official presidential election results in Minsk, Belarus, Monday, Oct. 26, 2020. Factory workers, students and business owners in Belarus have started a general strike, calling for authoritarian President Alexander Lukashenko to resign after more than two months of mass protests triggered by a disputed election. (AP Photo)

Auch am Montag wurde in Minsk weiter demonstriert. Bild: keystone

«Wir fangen an, es mit terroristischen Bedrohungen zu tun zu bekommen», sagte der 66-Jährige der Staatsagentur Belta zufolge bei einer Sitzung in Minsk. Er warf seinen Gegnern vor, sich zunehmend zu radikalisieren und «rote Linien» zu überschreiten. Konkret bezog er sich auf angebliche gezielte Störungen des Eisenbahnnetzes in Belarus. «Das sind Handlungen organisierter Verbrecherbanden mit dem Anzeichen des Terrorismus

Kriegsbilder im TV

Das auch in Belarus verbreitete russische Staatsfernsehen unterlegte einen Bericht über die angebliche Radikalisierung der Demonstranten mit Bildern aus dem Kriegsgebiet Berg-Karabach im Südkaukasus. Dagegen betonen die Gegner Lukaschenkos immer den friedlichen Charakter der Proteste.

Mit Blick auf die Studentenproteste sagte Lukaschenko, dass die jungen Männer und Frauen das Recht auf Ausbildung verwirkt hätten. «Schickt Sie bitte zum Militär, oder setzt sie einfach auf die Strasse», sagte der 66-Jährige, der von Kritikern als «letzter Diktator Europas» bezeichnet wird.

Seit der umstrittenen Präsidentenwahl am 9. August kommt es in der Ex-Sowjetrepublik zu Protesten, weil sich Lukaschenko nach 26 Jahren an der Macht mit rund 80 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären liess. Die Demokratiebewegung beansprucht den Sieg für die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja. Die EU unterstützt Lukaschenkos Gegner und erkennt ihn nicht mehr als Präsidenten an. Unterstützung erhält Lukaschenko aus Russland. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Gewalt gegen Protester in Belarus

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Inhaftierte Schweizerin in Belarus: Petition nimmt Cassis in die Pflicht

Eine Petition mit 9500 Unterschriften fordert die Freilassung der seit Mitte September in Belarus inhaftierten schweizerisch-belarussischen Doppelbürgerin Natallia Hersche. Aussenminister Cassis soll sich direkt bei Präsident Lukaschenko dafür einsetzen. Unterstützt wird die Forderung mit zwei Mahnwachen in Bern.

Die Inhaftierte sei eine politische Gefangene, deren Festnahme vollkommen willkürlich erfolgt sei, teilte die Organisation Libereco am Freitag mit. Mit den Mahnwachen am Freitag in Bern …

Artikel lesen
Link zum Artikel