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Die Politik fürchtet das Coronavirus – die UEFA halbleere Stadien

Die UEFA will trotz der in England grassierenden Delta-Variante des Coronavirus an den Finalspielen in London festhalten und die Stadionauslastung gar hochfahren. Die Politik sendet derweil Warnsignale.



Die UEFA scheint kaum etwas mehr zu fürchten als Bilder von halbleeren EM-Stadien. Trotz der derzeit in Grossbritannien grassierenden Delta-Mutante plant der europäische Fussballverband für die entscheidende Turnierphase weiterhin mit dem Hauptstandort London. Es gebe keine Pläne, die beiden Halbfinalspiele und das Final vom Wembley-Stadion an einen anderen Ort zu verlegen, teilte die UEFA zuerst mit. Und wenig später vermeldeten die englischen Behörden, dass für die entscheidende Phase des Turniers gar 60'000 Zuschauer ins Londoner Stadion eingelassen werden sollen.

epa09267570 General view of the Wembley stadium during the UEFA EURO 2020 group D preliminary round soccer match between England and Croatia in London, Britain, 13 June 2021.  EPA/Catherine Ivill / POOL (RESTRICTIONS: For editorial news reporting purposes only. Images must appear as still images and must not emulate match action video footage. Photographs published in online publications shall have an interval of at least 20 seconds between the posting.)

Für die Finalspiele sollen deutlich mehr Leute ins Wembley. Bild: keystone

Ausserhalb des Königreichs wird diese Meldung mit viel Argwohn zur Kenntnis genommen, aus Politik und Gesundheitswesen waren zuletzt Warnsignale an die UEFA und die britische Regierung herangetragen worden. Peter Liese, Gesundheitsexperte des Europäischen Parlaments, schrieb der UEFA in einem offenen Brief: «Die Ausbreitung der Delta-Variante macht es unmöglich, dass in London 40'000 Zuschauer beim Endspiel ins Stadion kommen.» Weiter plädierte Liese für einen alternativen Spielort «mit dem besten Hygienekonzept, dem besten Gesundheitsschutz».

Scotland fans gather in Leicester Square prior to the Euro 2020 soccer championship group D match between England and Scotland, in London, Friday, June 18, 2021. (AP Photo/Kirsty Wigglesworth)

Die Schotten kümmerten sich vor dem England-Duell wenig um die Corona-Vorschriften. Bild: keystone

Warnende Worte an die Veranstalter richtete auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. «Ich hielte es nicht für gut, wenn es dort voll besetzte Stadien gäbe», sagte Merkel in Bezug auf Grossbritannien. Einen Schritt weiter ging Italiens Ministerpräsident Mario Draghi. «Ich werde mich dafür einsetzen, dass das Endspiel nicht in einem Land stattfindet, in dem die Ansteckungsgefahr sehr gross ist», sagte der 73-Jährige. Das italienische Nationalteam wird bereits für seinen Achtelfinal gegen Österreich nach London reisen müssen, Fans aus den beiden Ländern können wegen der Ein- und Ausreisebestimmungen jedoch kaum anreisen.

Trotz der relativ hohen Impfquote steigt die Zahl der Neuinfektionen in Grossbritannien wegen der Delta-Variante des Coronavirus derzeit wieder stark an. Am Montag wurden über 10'000 Neuansteckungen verzeichnet. Der britische Sportminister Oliver Dowden zeigte sich in einem Statement «erfreut», dass das Wembley-Stadion für die Finalspiele bis zu 75 Prozent gefüllt werden könne. Für die Ticketinhaber gelten jedoch strenge Vorschriften. Eingelassen wird nur, wer entweder zweimal geimpft wurde oder einen negativen Coronatest vorweisen kann. (pre/sda)

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«Bleiben Sie zuhause!»: Corona in der Schweiz in Zitaten

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«Bleiben Sie zuhause!»: Corona in der Schweiz in Zitaten
quelle: keystone / peter klaunzer
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