Fussball
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Basel's Arthur Cabral, left, scores against Osijek during the Europa League second qualifying round soccer match between Osijek and Basel at the Gradski Vrt stadium in Osijek, Croatia, Thursday, Sept. 17, 2020. (AP Photo/Darko Bandic)

Gegen Osijek setzte sich der FCB bereits durch. Bild: keystone

Der FC Basel vor der Pflicht, der FCSG vor der Kür

Noch zwei Siege trennen den FC Basel und den FC St.Gallen von der Gruppenphase der Europa League. Während von den Baslern die Qualifikation erwartet werden darf, käme sie beim FCSG einer Überraschung gleich.



FC Basel – Anorthosis Famagusta

Es ist noch nicht lang her, da waren die Medien rund um den FC Basel im Vorsprung. Der Rückzug von Sportchef Ruedi Zbinden, der Abgang von Trainer Marcel Koller, die Verpflichtung von Nachfolger Ciriaco Sforza: Alles Personalentscheide, die statt vom Basler Klub von der lokalen Presse kommuniziert wurden. Unter Präsident Bernhard Burgener hatte der FCB nach seinem Nimbus als bester Schweizer Klub auch die Kommunikationshoheit über interne Vorgänge verloren. Sie gelte es zurückzugewinnen, um wieder Ruhe in den Klub zu bringen, sagte Burgener Anfang Monat im «sportpanorama». Sein Appell blieb nicht ungehört.

epa08690102 A banner with an inscription inviting FC Basel's CEO Roland Heri and President Bernhard Burgener to leave hangs on a railing in front of the stadium in Basel, Switzerland, 23 September 2020. Switzerland's FC Basel 1893 will face Cyprus' Anorthosis Famagusta FC in the UEFA Europa League third qualifying round soccer match on 24 September.  EPA/GEORGIOS KEFALAS

In Basel wird es kaum schnell Ruhe geben. Auch am Mittwoch protestierten Fans gegen die Klubführung. Bild: keystone

Bald darauf behielt der FCB bei der Rückkehr des bereits verabschiedeten Offensivspielers Ricky van Wolfswinkel tatsächlich die Kommunikationshoheit, entgegen klubnaher Zeitungen konnte ein Exodus von Schlüsselspielern verhindert werden – und auch das nicht wenig brisante Engagement von Patrick Rahmen als zweiter Assistent von Ciriaco Sforza gelangte via Klub-Communiqué an die Öffentlichkeit.

Nur für Ruhe vermochte dies am Rheinknie nicht zu sorgen. Vor der wichtigen 3. Qualifikationsrunde zur Europa League ist der Druck auf den FCB und besonders auf Präsident Burgener sowie CEO Roland Heri ungebrochen hoch. In der Petition «Yystoo für e FCB» fordern bereits über 8000 Fans die Absetzung der ungeliebten Führungscrew.

Seit Burgener in Basel vor über drei Jahren übernahm, war Ruhe ein seltener Begleiter des einstigen Vorzeigeklubs. Auf internationaler Ebene liess sich das Team davon allerdings kaum beeindrucken. Die letzte Kampagne, die bis in die Viertelfinals der Europa League führte, unterstrich sogar die These, wonach in Basel nur unter Druck Diamanten entstehen können. Im Hinblick auf das Heimspiel gegen Anorthosis Famagusta bietet der Rummel von aussen also vielleicht den extrinsischen Ansporn, der für die Spieler im Duell mit dem zypriotischen Leichtgewicht nicht auf Anhieb gegeben sein könnte.

Mit einem Sieg im St.Jakob-Park gegen den Klub aus dem türkischen Landesteil Zyperns hätten die Basler allerdings erst die halbe Pflicht auf dem Weg zur Europa-League-Gruppenphase getan. Im entscheidenden Playoff-Spiel, das am 1. Oktober ebenfalls in Basel stattfinden würde, hiesse der Gegner entweder CSKA Sofia oder Torshavn von den Färöern.

FCSG – AEK Athen

Ohne Druck in die Qualifikation startet der FC St.Gallen. Das Team von Peter Zeidler wird trotz des Heimspiels gegen AEK Athen als Aussenseiter in der 3. Qualifikationsrunde gehandelt. Im Gegensatz zu den Ostschweizern sind die Griechen im Europacup Stammgast. Vorletzte Saison erreichte die Athletik-Union Konstantinopel (AEK) letztmals die Gruppenphase der Champions League. Auch die Kaderkonstellation spricht gegen St.Gallen. Der FCSG konnte beim Meisterschaftsstart gegen Sion (1:0) nicht verdecken, dass ihm mit Cedric Itten (Glasgow Rangers), Ermedin Demirovic (Freiburg) und Captain Silvan Hefti (Young Boys) drei Stützen auf diese Saison hin abhanden gekommen sind.

St. Gallens Trainer Peter Zeidler spricht mit seiner Mannschaft im Fussball Super League Spiel zwischen dem FC St. Gallen und dem FC Sion, am Sonntag, 20. September 2020, im Kybunpark in St. Gallen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Gegen Sion startete der Vizemeister St.Gallen erfolgreich in die neue Saison. Bild: keystone

Eine grosse Überraschung wäre das Erreichen der Gruppenphase der Europa League für St.Gallen aber vor allem darum, weil bei einem Sieg gegen AEK Athen die Aufgabe im Playoff-Spiel noch happiger würde. Es lockt ein Duell mit Bundesligist Wolfsburg, das in der 3. Qualifikationsrunde gegen Desna Tschernihiw aus der Ukraine mindestens ebenso grosser Favorit ist wie Basel gegen Famagusta und AEK Athen gegen St.Gallen. (ram/sda)

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8 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Donny Drumpf
24.09.2020 07:10registriert November 2019
Als YB Fan und Schweizer sag ich da nur, Hopp FCB, Hopp San Gale! (ine mitem Balle!)
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niklausb
24.09.2020 09:23registriert March 2015
Es ist für beide Pflicht sonst ists dann bald ganz düster um die Schweiz in europäischen Wettbewerben bestellt.
Ich kann auch nicht verstehen wieso man sich in der Quali schon "Knüllerspiele" wünschen kann das Ziel ist möglichst viele Teams lange in den Wettbewerben zu haben und nicht gegen möglichst "Tolle" Gegner auszuscheiden. Aber da hat die Presse offenbar nochimmer andere Vorstellungen als die Fans.
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