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Doppelt so hoch wie vor zehn Jahren, aber immer noch zu tief: Der Frauenanteil bei den ordentlichen Professuren an Uni Zürich beträgt 21 Prozent.

Das Hauptgebäude der Uni Zürich. Bild: KEYSTONE

Studieren ohne Matura und Sponsoren-Gebäude – das sind die Pläne des Uni-Zürich-Rektors



Der Rektor der Universität Zürich, Michael Schaepman, plant laut einem Interview mit der NZZ am Sonntag eine Bildungsrevolution.

Er möchte seine Hochschule für alle öffnen und Lehrgänge anbieten, ohne dafür ein Matura-Zeugnis als Zulassung zu verlangen. «Heute fehlt ein Konzept für lebenslanges Lernen», sagte er gegenüber dem Blatt. Lehrgänge sollen künftig auch von Quereinsteigern und Berufstätigen belegt werden können, erklärte er. Die Universität biete tausende Vorlesungen an und diese sollten von Personen genutzt werden können, die sich individuell qualifizieren wollten.

Schaepmans Konzept sehe vor, dass sich jede und jeder aus dem Angebot der Universität sein persönliches Weiterbildungspaket zusammenstellen und auch Prüfungen ablegen könne. Die bestehenden Bachelor- und Masterstudiengänge blieben aber unangetastet, versicherte Schaepman.

Der Rektor wolle obendrein aber auch den ganzen Lehrbetrieb flexibilisieren und etwa mit den starren 45-minütigen Unterrichtsblöcken am immer selben Ort brechen. «Eine Vorlesung darf auch einmal nur zehn Minuten dauern», sagte der 54-jährige Professor.

Diese kreuzfalschen Prüfungsantworten verdienen die Bestnote

«Die Dozierenden und Studierenden würden jeweils über ein App im Voraus erfahren, wann und wo eine Veranstaltung stattfindet und wie: als Präsenzveranstaltung, über Video oder als Kombination von beidem», erklärte der Schweizerisch-Niederländische Doppelbürger.

Bei der Finanzierungsfrage wird's heikel

Bei all den Plänen kommt aber auch die Frage nach der Finanzierung auf. Um die Platzierung im Uni-Ranking zu behalten, müsse der Geldfluss weiterhin sichergestellt werden. Vor allem die Forschung sei teurer geworden.

Rektor Schaepman sagt dazu, dass man weitere Finanzierungsquellen erschliessen möchte, man müsse kooperativer werden, um die Qualität zu sichern. Konkret denkt er darüber nach, weitere Gebäude nach dem Geldgeber zu benennen. Es gäbe bereits Interessenten, Namen wolle er aber keine nennen.

Schaepman wehrt sich aber dagegen, dass so der Einfluss der Wirtschaft auf die Wissenschaft wachse. Man nehme nicht jedes Angebot an, sondern: «Wir nehmen nur Geld entgegen, wenn unsere Unabhängigkeit gewährleistet bleibt. Wenn jemand einen Lehrstuhl finanzieren will und verlangt, die Professur müsse ein bestimmtes Thema bearbeiten, sagen wir nur zu, wenn das Thema in unserer strategischen Ausrichtung liegt.»

Selbst bei dem grossen Potential von 244 Gebäuden, die benannt werden könnten, würde dies aber reichen um die Mehrkosten zu decken. Denn: Laut Bundesamt für Statistik nehme die Studierendenzahl bis 2035 um weitere 6000 zu. Schaepman: «Wollen wir die Qualität halten, braucht es mehr Ressourcen, mehr Geld, mehr Platz.»

(jaw/sda)

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