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Le joueur de tennis Roger Federer, s'exprime lors d'un interview avec un journaliste avant son entrainement lors du tournoi ATP 250 Tennis Geneva Open, ce vendredi 14 mai 2021 a Geneve. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Roger Federer plaudert in Genf mit den Journalisten Bild: keystone

Federer träumt von der ewigen Jugend und sagt: «Kann es kaum erwarten, wieder zu spielen»

Am Dienstag spielt Roger Federer in Genf erstmals nach 711 Tagen und dem Paris-Halbfinal 2019 gegen Rafael Nadal auf Sand. Der Schweizer glaubt, das Rad der Zeit noch einmal zurückdrehen zu können.

Simon häring / ch media



Mitten im Parc des Eaux-Vives, gelegen an den Gestaden des Lac Léman, in Sichtweite zum Genfer Wahrzeichen, dem Jet d’Eau, wo mehr als hundert Jahre alte Bäume Schatten spenden und Segelboote anlegen, liegt die Anlage des Tennis Club de Genève. Es ist einer der ältesten, grössten und traditionsreichsten Klubs der Schweiz, gegründet 1896. Es ist der Ort, an dem Roger Federer nach zwei Operationen am Knie und über 400 Tagen Pause sein zweites Turnier bestreiten wird. Bei der Rückkehr Anfang März in Katars Hauptstadt Doha hatte er ein Spiel gewonnen, das zweite nach vergebenem Matchball in den Viertelfinals verloren.

Switzerland's tennis player Roger Federer looks on during a training session prior to the ATP 250 Tennis Geneva Open tournament, in Geneva, Switzerland, Friday, May 14, 2021. (Martial Trezzini/Keystone via AP)

Federer wird in Genf erstmals seit 2019 und dem Halbfinal von Roland Garros wieder ein Turnier auf Sand bestreiten. Bild: keystone

Federer konnte und wollte zwar nicht verbergen, dass er körperlich noch weit von seiner Bestform entfernt ist. Seine Muskulatur war im letzten Sommer so verkümmert, dass er erstmals in seiner Karriere am Nullpunkt beginnen musste. Es war eine Rückkehr, die zu früh gewesen war, die ihm aber das Vertrauen gab, auf dem richtigen Weg zu sein. Was an dessen Ende liegen soll, machte er unmissverständlich klar: «Ich möchte grosse Turniere gewinnen und die besten Spieler schlagen. Ich bin nicht zurückgekommen, um mitten im Nirgendwo zweite Runden zu spielen.»

Feinschliff bei Fitnesstrainer Paganini

Co-Trainer Ivan Ljubicic, der selten öffentlich spricht und nicht als einer bekannt ist, der den Mund zu voll nimmt, sagte der «Gazzetta dello Sport»: «In Doha haben wir gesehen, dass sein Spiel noch da ist. Man muss nur auf physischer Eben feinjustieren.» Federer tat das in den letzten Wochen mit seinem Fitnesstrainer Pierre Paganini. Am Freitag trainierte er erstmals in Genf. Und wenn der Eindruck stimmt, den Federer in den Sequenzen, die ihn auf dem Trainingsplatz zeigen, vermittelt, dann hält man es für durchaus möglich, dass Federer im Jahr, in dem er seinen 40. Geburtstag feiert, noch einmal gelingt, das Rad der Zeit zurückzudrehen.

Tennis ist ein Sport, in dem man schnell erwachsen und noch viel schneller alt wird. Es ist ein Karussell, von dem die meisten vor dem 30. Geburtstag abgeworfen werden. Der Körper zwingt sie dazu, oder andere Lebensbereiche sind wichtiger geworden – der Wunsch nach Heimat, Verwurzelung, die Gründung einer Familie. Federer hat es geschafft, all das parallel zu verfolgen. Dank seiner Ehefrau Mirka, die ihm den Rücken freihält. Dank vieler kluger Entscheide. Dank der Pausen, die er sich wieder immer gegönnt hat. Und ja, auch dank etwas Glück.

Schöne Erinnerungen an Genf

Dass Roger Federer mit 39 noch immer Tennis spielt, liegt aber wohl vor allem in seinem Naturell begründet. Training ist für ihn keine lästige Arbeit und Tennis ein Spiel. Als 15-Jähriger erklärte er einmal seine Faszination für das Tennis, davon besessen, in diesem Rechteck mit dem Netz nicht den Gegner, sondern den Ball, seinen Freund und Feind zugleich, zu beherrschen. «Man sollte perfekt spielen können», sinnierte er. Der Satz steht heute mehr denn je für seine Haltung zum Tennis, das für ihn mehr Lebensstil als Sport ist, und über das er sagt: «Wenn du etwas im Leben am besten kannst, willst du es niemals aufgeben. Für mich ist das Tennis.»

epa07352137 Roger Federer (L) of Switzerland serves to Team Europe's captain Bjorn Borg (R) of Sweden during a pre-event prior to the Laver Cup tennis event in Geneva, Switzerland, 08 February 2019.  EPA/SALVATORE DI NOLFI

2019 machte Federer Genf während des Laver Cups die Aufwartung. Bild: EPA/KEYSTONE

Wenn Federer am Dienstag in Genf (18.00 Uhr) den Platz betritt, wird es 711 Tage her sein seit dem letzten Ernstkampf auf Sand, im Halbfinal von Roland Garros 2019, als er gegen Rafael Nadal verloren hatte. Es ist wieder ein Turnier, das im Zeichen des Aufbaus steht, das grosse Ziel ist es, in Wimbledon ab Ende Juni um den Titel zu spielen. An Genf hat Federer gute Erinnerungen. 2019 gewann er in der Palexpo-Halle den Laver Cup, 2014 auf dem Weg zum Davis-Cup-Sieg den Viertelfinal gegen Kasachstan und den Halbfinal gegen Italien. Weil täglich nur 100 Zuschauer zugelassen sind, wird die Atmosphäre diesmal aber familiär bis andächtig sein.

Genf soll der Ort werden, an dem Federer dem Jungbrunnen entsteigt. Vielleicht hilft es nun, dass Applaus, Pokale und Rekorde nie sein einziger Antrieb waren, sondern die Faszination für das Spiel. In der Woche vor dem Turnier in Genf sagte er, er habe den «Wunsch und die Mentalität, als junger Spieler anzutreten. Ich kann es kaum erwarten, Spiele zu spielen.» Und das nach über 20 Jahren in der Tennis-Karawane.

Federer bereits geimpft

Roger Federer äusserte sich am Freitagabend im Regionalsender «Léman Bleu» zu den Olympischen Spielen in Tokio. «Es ist schwierig», sagte der 39-jährige Basler. «Man hört nicht viel. Das lässt mich glauben, dass die Spiele stattfinden werden, auch wenn ich gehört habe, dass viele Leute in Tokio dagegen sind. Offenbar sind auch viele Japaner nicht geimpft», merkte Federer an und verriet, dass er die Nadelstiche bereits erhalten hat.

«Ehrlich gesagt, weiss ich nicht, was ich denken soll», sagte der Schweizer, der kommende Woche in Genf spielen wird. «Ich würde gerne an den Olympischen Spielen teilnehmen. Eine Medaille für die Schweiz zu gewinnen, würde mich sehr stolz machen.»

Die Athleten bräuchten nun einen Entscheid, ob die Spiele stattfinden werden. Der Olympiasieger von Peking 2008 im Doppel mit Stan Wawrinka betonte, dass er volles Verständnis hätte, wenn die Veranstaltung, die bereits um ein Jahr verschoben wurde, endgültig abgesagt würde. Japan verlängerte am Freitag, nur 10 Wochen vor der Eröffnung der Olympischen Spiele, den durch das Coronavirus bedingten Ausnahmezustand. Aktivisten reichten eine Petition mit mehr als 350'000 Unterschriften ein, in der die Absage der Spiele gefordert wird. (pre/sda)

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Vier denkwürdige Federer-Momente in Roland Garros

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Vier denkwürdige Federer-Momente in Roland Garros
quelle: ap / laurent rebours
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