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Schweizer Top-Verwaltungsräte kassieren weniger



Christoph Franz, Verwaltungsratspräsident des Basler Pharmakonzerns Roche, nahm dieses Jahr auch am WEF teil (Archivbild).

Christoph Franz muss mit weniger Lohn zurecht kommen. Bild: KEYSTONE

Im Coronajahr 2020 haben die wichtigsten börsenkotierten Schweizer Unternehmen bei ihren Verwaltungsräten gespart: Sowohl die Präsidenten als auch die übrigen Mitglieder kassierten im Schnitt tiefere Vergütungen.

2,24 Millionen Franken erhielten die Verwaltungsratspräsidenten letztes Jahr im Schnitt als Honorar und Bonus. Damit bezahlten die grössten börsenkotierten Schweizer Firmen durchschnittlich 3 Prozent weniger an die Vorsitzenden ihres obersten Führungs- und Aufsichtsgremiums als noch 2019. Die übrigen Verwaltungsratsmitgliedern erhielten durchschnittlich sogar 4 Prozent weniger Vergütungen. Dies zeigt eine Datenanalyse der Nachrichtenagentur AWP.

Von der AWP analysiert wurden die Angaben jener Firmen aus dem Swiss Leader Index (SLI), die ihren Geschäftsbericht bereits veröffentlicht haben. Neben dem Fixhonorar wurden auch allfällige Boni einbezogen, wobei deren Anteil in der Regel im Gegensatz zu den CEO-Löhnen eher gering ist. Im Sinne der Vergleichbarkeit wurde der Wert von Aktien mit einer Sperrfrist mit ihrem gesamten Marktwert Ende 2020 berücksichtigt.

Lohnreduktion bei Roche, Temenos und Swatch

14 von 26 Unternehmen haben bei der Entlöhnung des Verwaltungsratspräsidenten gespart. So kassierte Roche-Verwaltungsratspräsident Christoph Franz 2020 rund 5,7 Millionen Franken und damit eine halbe Million weniger als 2019. Er ist damit trotzdem noch der bestbezahlte Verwaltungsratspräsident, auch wenn ein Teil dieser Vergütung Aktien mit einer Sperrfrist von zehn Jahren umfasst.

Temenos-Präsident Andreas Andreades erhielt 2020 ein Honorar von 5,4 Millionen Franken, was über 400'000 Franken weniger ist als noch 2019. Deutlich weniger Lohn und Boni bekam auch die Verwaltungsratspräsidentin von Swatch, Nayla Hayek. Mit etwas mehr als 3,5 Millionen Franken verdiente sie fast ein Viertel weniger als noch im Vorjahr.

Konstante Honorare bei Grossbanken

Bei den Grossbanken blieb das Lohnniveau auf der höchsten Ebene im Verwaltungsrat konstant. UBS Verwaltungsratspräsident Axel Weber kassierte mehr als 5,2 Millionen Franken, bei Credit Suisse Verwaltungsratspräsident Urs Rohner waren es 4,7 Millionen Franken. Allerdings verdienten die übrigen Verwaltungsratsmitglieder bei beiden Finanzgiganten deutlich weniger als noch 2019.

Gegen den Trend deutlich zugelegt hat Zurich-Verwaltungsratspräsident Michel Liès, der 2020 mit über 1,9 Millionen Franken über 400'000 Franken mehr vergütet bekam als noch im Vorjahr.

(aeg/sda/awp)

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