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Unterwegs mit dem Paket-Pöstler Stefan „Tschudi“ Bütler auf seiner Route durch Muri kurz vor Weihnachten.
Im Bild:  Im Verteilzentrum Mägenwil beginnt um 5.30 Uhr die Arbeit: Pakete, die von der Verteilzentrale in Härkingen ankommen, werden sortiert und in die entsprechenden Lieferwagen geladen.

Die Post plant auch für den Fall, dass es in einem Paketzentrum wegen Corona-Infektionen zur Massenquarantäne kommt. Bild: aargauer zeitung/Sandra Ardizzone

Zivilschützer sollen der Post helfen, falls es zum Corona-Grossausbruch kommt

Die Post hat für ein Corona-Worst-Case-Szenario beim Bund um Zivilschutz-Hilfe ersucht. Päckli und Briefe sollen ankommen, auch wenn ein ganzes Verteilzentrum unter Quarantäne gestellt wird.



Zivilschützerinnen und Zivilschützer stehen bereit für den Fall, dass Spitäler und andere Gesundheitseinrichtungen noch härter von der Corona-Pandemie getroffen werden. Der Bundesrat hat letzte Woche dafür eine halbe Million Diensttage gesprochen, nachdem die Kantone bei ihm vorstellig wurden.

Das Ziel ist klar: Spitäler sollen als «kritische Infrastruktur» weiterhin funktionieren, wenn die Zahlen der Corona-Infizierten und -Hospitalisierten noch weiter ansteigen. Was bislang nicht bekannt war: In Bundesbern überlegt man sich, auch andere kritische Infrastrukturen mit Zivilschutzleistenden zu unterstützen, falls es wegen der Pandemie notwendig wird.

watson erfuhr, dass namentlich die Schweizerische Post daran interessiert sei. Es gehe um den Fall, wenn ein ganzes Brief- oder Paketzentrum zum Infektionsherd wird und die ganze Belegschaft an Logistikerinnen, Technikern und Co. in Quarantäne geschickt würde.

Über 300'000 Päckli in einem Zentrum

Es wäre ein Worst-Case-Szenario. Die Post führt zwar schweizweit mehrere solche Zentren, sie ergeben aber ein ganzes, miteinander verknüpftes System, auf das sich die Poststellen und Päckli- und Briefboten verlassen. Kommt es trotz Corona-Schutzmassnahmen beispielsweise in Härkingen SO zur Massenquarantäne bei der Belegschaft, dann müsste die Post einen guten Plan haben, wie sie die über 300'000 täglichen Pakete sortiert.

Einer dieser Pläne sei es, die Arbeit über Zivilschutz-Dienstleistende abzuwickeln. Das bestätigt Sandra Kobelt, Kommunikationschefin beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs): «Es liegen Anträge der Post vor. Wir prüfen diese.» Die Post spricht von einer «Eventualplanung». «Die Konditionen werden zurzeit gemeinsam mit dem Babs abgestimmt», sagt Sprecherin Jacqueline Bühlmann.

Bei Pandemie dachte der Bund nicht an die Post

Das Gesuch der Post scheint zwar rein vorsorglich eingereicht worden sein, um für den Worst-Case-Fall gewappnet zu sein. Die Prozesse im Hintergrund zeigen aber, dass dieses Gesuch viele beim Bund überrascht haben dürfte. So erkannten die Verantwortlichen beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz im Jahr 2016, dass eine Pandemie eine der «besonders relevanten Gefährdungen» für die medizinische Versorgung sein könnte. Anders bei den «Postdiensten». Dort wurden Stromausfälle, Cyber-Angriffe, Brand oder Erdbeben als besonders relevante Gefährdung genannt.

Entsprechend sahen die Erfahrungen während der ersten Corona-Welle aus: Im Frühling leisteten rund 24'000 Zivilschutzangehörige in allen 26 Kantonen gegen 300'000 Diensttage. Sie unterstützten vor allem das Gesundheitswesen, halfen jedoch auch in Corona-Abklärungsstationen und an Hotlines aus.

Die Post behalf sich damals mit anderen Mitteln, um auf hohen Personalausfälle zu reagieren. Sie liessen kleinere Pakete auch in Briefzentren verarbeiten, profitierten von geringerem Briefverkehr und durften sich während der «ausserordentlichen Lage» etwas mehr Zeit nehmen, um mit der Shutdown-bedingten Päckli-Flut umzugehen.

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