Frauen und Geld
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Ferienhüsli kaufen, mieten oder ins Hotel? Wo du am meisten sparst

Was kostet ein Ferienhüsli? Wohnung auf Dauer mieten? Lohnt sich das oder doch lieber ins Hotel? Wo du am meisten Geld sparst.

Olga Miler
Olga Miler



Unsere Nachbarn haben eines, viele Freunde auch. Fast jedes Wochenende pilgern sie ins «Ferienhüsli» in die Berge. Oder in den Ferien in die Zweitwohnung nach Italien, Spanien oder Kroatien. Die Gründe sind ganz unterschiedlich, die einen wollen die Skisachen nicht immer schleppen, die anderen haben das Haus noch von den Eltern oder haben es als Wertanlage oder als Ersatz für ein Eigenheim in der Stadt gekauft.

Gemäss dem Bundesamt für Raumentwicklung (2015) verfügen 7,9% der Haushalte der Schweizer Wohnbevölkerung über Zweithäuser, -wohnungen oder –zimmer, welche ihnen über einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehen. 0,6% verfügen sogar über zwei oder mehr solcher Wohnungen.

Wo haben wir unsere Zweit-Hüsli, -wohnungen, -zimmer und wie werden sie genutzt?

Die Studie des Bundesamts für Raumentwicklung zur Mobilität in ländlichen Räumen (2015) zeigt:

32,4% der Schweizer Wohnungen liegen in ländlichen Räumen, hier vor allem in den Tourismusgemeinden (15,8%), 22,6% in Städten und 28,9% im Ausland.

Eine grosse Mehrzahl (83,6%) der Zweithäuser und -wohnungen in ländlichen Räumen wird im Eigentum gehalten, Zweitwohnungen in Städten dagegen werden vorwiegend gemietet (48,7%).

Mehr als 90% der Zweitwohnungen in den ländlichen Räumen der Schweiz und 76,4% derjenigen im Ausland werden für Freizeit und Ferien genutzt.

Fast 7 von 10 der Besitzerhaushalte nutzen den zweiten Wohnsitz auf dem Land mehr als vier Wochen pro Jahr, 1/3 sogar neun oder mehr Wochen pro Jahr. Die ausländischen Wohnungen werden nur von knapp mehr als der Hälfte der Besitzerhaushalte (56,6%) 4 Wochen oder mehr im Jahr genutzt.

Bundesamt für Raumplanung, neuere Daten als 2015 gibt es wegen corona erst 2021

Ferienhüsli kaufen – Leidenschaft und Wertanlage?

Damit sich ein Ferienhüsli neben Spass und Komfort auch wirtschaftlich rechnet, vermietet man es idealerweise in der Zeit, in der man es nicht selber nutzt. Gemäss verschiedener Quellen ist es wirtschaftlich, wenn man es schafft, das Feriendomizil 15-20 Wochen pro Jahr zu vermieten.

Allerdings muss man sich um die Vermietung, Renovation und Bewirtschaftung kümmern (oder jemanden damit beauftragen). Die höchsten Mietpreise kriegt man zu Hochsaisonzeiten, wie Weihnachten und Sportferien, und hat dann allenfalls selber nichts davon.

Beispielrechnungen haben gezeigt, dass man nicht unglaublich viel Gewinn rausholt, wenn man alle Kosten mit einbezieht, selbst wenn man den Ertrag der eigenen Nutzung mit einrechnet. Und das auch dann, wenn die Liegenschaft im Laufe der Zeit vielleicht etwas im Wert steigen sollte.

Welche Kosten fallen bei einem «Ferienhüsli/Wohnung» an?

Verschiedene Experten raten wegen des hohen Aufwands, der Unsicherheit der Wertentwicklung und der doch eher bescheidenen Gewinne deshalb zu Vorsicht beim Kauf eines «Ferienhüsli» als reine Wertanlage. Wenn man es selber nutzen möchte und nicht professionell vermietet, dann scheint es doch eher eine Herzensangelegenheit zu sein, bei der man mit kosteneffizientem Wirtschaften kostendeckend eine tolle Zeit verbringen kann.

Ferienwohnung in Langzeitmiete – lohnt sich das?

Ferien in der Schweiz sind, vor allem mit Familie und im Winter, sehr teuer. Aber es ist nicht nur eine Frage des Geldes, ob man eine Wohnung mietet oder doch lieber ins Hotel geht. Das Feriengefühl ist sicher ein anderes, zudem kann man mit Familie und Freunden in einer Wohnung Kosten sparen, z.B. wenn man selber kocht.

Wenn man eine Ferienwohnung nicht kauft, sondern langfristig, z.B. für ein Jahr oder länger mietet, dann fallen Kosten wie Eigenkapital, Unterhalt, etc. weg. Und man hat trotzdem ein «Heimgefühl» und den Vorteil, dass man Ski und Bike nicht immer anschleppen muss.

Aber rechnet sich dies wirklich? Angenommen, die Wohnung kostet 1'700 CHF im Monat, dann sind dies immer noch ca. 20'400 CHF im Jahr. Vergleicht man dies mit einem Hotelzimmer für z.B. 250 CHF pro Zimmer / Nacht für 2 Personen, dann könnte man in der gleichen Saison immer noch 81 Nächte sorgenfrei und mit Komfort im Hotel verbringen, das sind ca. 3 Monate – das wäre länger als gemäss Statistik (siehe Kasten oben) die meisten Zweitferienwohnungen im Schnitt im Jahr von ihren Besitzern genutzt werden.

Ferienwohnung kurzfristig mieten oder doch ins Hotel?

Das hängt ganz davon ab, wie Personen dabei sind, wie lange man bleiben will und wie viel Luxus man braucht. Für Kurzaufenthalte unter einer Woche und wenige Personen ist das Hotel oft die bessere Wahl, da Ferienwohnungen oft nur für eine ganze Woche gemietet werden können und die Kosten für die Endreinigung meistens vollumfänglich anfallen.

Bleibt man eine Woche oder länger und braucht keinen riesigen Luxus, ist mit Familie oder Freunden unterwegs, dann fährt man mit der Ferienwohnung sicherlich günstiger, zumal man auch andere Kosten sparen kann. Auf Wochenbasis mieten hat zudem den Vorteil, dass man nicht jedes Mal an den gleichen Ort fahren muss, der irgendwann vielleicht auch mal langweilig wird.

Wie habt ihr das so? Lieber von Ort zu Ort oder doch ins Ferienhüsli immer an den gleichen Ort? Kaufen, dauermieten oder doch lieber jedes Jahr woanders hin ins Hotel oder wochenweise mieten?

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Olga Miler ...

... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm Unique aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse, Workshops und Coachings zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Ab dem 27. Januar wird uns Miler im watson-Blog «Frauen und Geld» an ihrer Expertise teilhaben lassen.

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • meliert 15.08.2020 02:00
    Highlight Highlight Wir haben seit Jahren eine kleine Ferienwohnung im Tessin wo wir viele Wochenende verbringen und die Ferien. Gerade jetzt ist diese besonders goldwert, in den eigenen 4 Wänden sein zu können.
  • Dani S 14.08.2020 22:51
    Highlight Highlight Im Hotel teilt man Speisesaal, im Camping die Sanitäranlagen.
    Flieger oder Zug sind auch schwierig für die Anreise.
    Wer das nicht will, sucht eine Ferienwohnung und reist mit dem Auto an. Wie vor 40 Jahren.

    Wo die Ferienwohnung ist, entscheidet jeder selber. Schöne Ferien allen.

    Ja, ich habe auch eine, die ich an Freunde, Bekannte vermiete.
  • Garp 14.08.2020 10:44
    Highlight Highlight Der Vorteil eines Hotels, oder einer günstigen Pension: Man hat so viel mehr Zeit, weil man nicht einkaufen, kochen, spülen muss. Meine Lieblingspension in der Franche Comté gibt es aber leider nicht mehr. Zu Hause bleiben war teurer, als sich da einen Monat verwöhnen zu lassen.
  • Moglyy 14.08.2020 10:00
    Highlight Highlight Nicht zu vergessen: Renovationen können voll von der Steuer abgezogen werden auch wenn sie wertsteigernd sind. Also, altes Ferienhüsli kaufen, über die Jahre renovieren um die Steuerlast zu senken, dann wieder verkaufen.
  • LuMij 14.08.2020 09:06
    Highlight Highlight Guter Artikel!
    Die Opportunitätskosten des Kapitals dürfen definitiv nicht unterschätzt werden. 5% sind bei einer langfristigen Anlage definitiv realistisch. Das wären pro 100‘000 CHF 5‘000 CHF pro Jahr. Bereits dafür kann man wohl rund 2 Wochen in ein Hotel.
    Für mich selbst habe ich entschieden, dass eine Zweitwohnung u.a. deshalb nicht sinnvoll ist.
  • 3,2,1... vorbei 13.08.2020 21:27
    Highlight Highlight Was ich noch in der Auflistung vermisse:
    Einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil.
    Ist auch wie eine (sehr kleine) Zweitwohnung und der Vorteil von dieser:
    Sie kann bewegt werden und man kann immer neue Orte besuchen.

    Kosten:
    - Anschaffung ca. 6000.- für Occasion bis 100'000.- einen Wohnwagen gibt's neu je nach Anspruch bereits um die 20'000.-
    Kosten / Jahr für Standplatz und Versicherung: 1500 -2000.-
    Dazu noch Kosten für Campingplatz.
    1 Woche ca. 500.-

    • OlgaMiler 14.08.2020 07:10
      Highlight Highlight So eine tolle Ergänzung 😀 Vielen lieben Dank @3,2,1...vorbei. Daran habe ich gar nicht gedacht und ist ganz klar auch für Familien eine tolle Alternative, vor allem wenn die Kinder gerne zelten.
    • onkel charlie 14.08.2020 12:19
      Highlight Highlight Hierzu wäre es auch mal interessant was campen wirklich kostet. Wir haben einen Wohnwagen den wir vermieten um unsere Fixkosten zu decken. Wenn ich sehe was professionelle Vermieter so kassieren ist diese Form auch nicht so günstig.
  • bebby 13.08.2020 18:50
    Highlight Highlight Eine Ferienwohnung für eine Woche mieten ist definitiv günstiger als ein Hotel, insbesondere für Grossfamilien. Allerdings sieht die Rechnung anders aus, wenn man günstige Destinationen im Süden einbezieht. Dort kann eine Woche Vollpension inkl. Flug günstiger sein als eine Ferienwohnung mieten in der Schweiz.
  • Karl33 13.08.2020 17:22
    Highlight Highlight "Gemäss dem Bundesamt für Raumentwicklung (2015) verfügen 7,9% der Haushalte der Schweizer Wohnbevölkerung über Zweithäuser, -wohnungen oder –zimmer"

    Eine schöne Diskussion, aber offenbar nur für die reichsten 10% der Gesellschaft von Relevanz.
    Noch günstiger als Kaufen kommt denn auch Erben und mit der Familie teilen.

    Wenn man diesen Aspekt des Elitären beiseite lässt, würde ich die Betrachtung um verschiedene Lebensphasen erweitern: Wer pensioniert ist, kann 6 Monate im Ferienhaus im Tessin verbringen. Das ist eine andere Ausgangslage denn als Arbeitstätiger mit 4 Wochen Ferien im Jahr.


  • Filzstift 13.08.2020 15:46
    Highlight Highlight Ich habe eins. Allerdings geerbt (meine Oma wohnte dort als EInheimische, wo alle anderen Urlaub machen).

    Es läuft keine Hypothek drauf. Nur deswegen können wir es "leisten". Wer aber kein Hüsli hat und nicht gerade reich ist: Nein! Nein! Sowas reisst schon ohne Hypothek riesige Löcher. Steuern, Abgaben, Mobiliar, Heizungskosten, Renovationen, ...

    Zudem immer dort fahren müssen wg. Rasenmähen, Äste kürzen (+Werkzeugzoo dafür)...

    Kein Geld/Zeit für anderes, wie z.B. Hotel/Ferien.

    Nur durch den Umstand dass keine Hypothek darauf läuft behalten wir es. Sonst kostenmässig wie 2 Wohnungen.
    • OlgaMiler 14.08.2020 07:17
      Highlight Highlight Von so einer ähnlichen Erfahrung haben mir Freunde mit Chalet in den Bergen auch berichtet. Sind mehrere Geschwister, haben es von den Eltern geerbt. Obwohl es mehrere Familien nutzen ist es ziemlich aufwendig - finanziell und zeitmässig. Chalet wird jetzt umgebaut und konsequent vermietet, im Winter kommen alle zusammen dorthin wie zu einem grossen Familientreffen.
    • Rosskastanie 14.08.2020 10:00
      Highlight Highlight Tipp: Verkaufen, wenns nicht drin liegt. Denkt dran, Ferienhüslibsitzer sind Leute, die über 2 (!) Wohnsitze verfügen, während andere Mühe haben, überhaupt eine Mietwohnung zu finden, durch den Zweitwohnungsboom (etwa Grindelwald und andernorts) wurden die Wohnungspreise in abartige Spähren gedrückt, die Zeche zahle die Einheimsischen (nein, die können nicht wegziehen, irgendwer muss sich ja um Infrastruktur etc. kümmern). Für mich ein absolutes Wohlstandsproblem.

Frauen verdienen immer noch weniger – hier der Beweis

Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen existieren in der Schweiz noch immer. Wie gross die Differenz weiterhin ist, zeigt die heute publizierte Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (BfS).

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Gilt in der Schweiz noch immer nicht. Dies zeigen die heute publizierten Zahlen des Bundesamtes für Statistik. Die Schweizerische Lohnstrukturerhebung wird seit 1994 alle zwei Jahre mittels Direkterhebung bei den Unternehmen durchgeführt. Im Jahr 2018 wurden über 36'000 Unternehmen befragt. (Details in der Infobox am Ende des Artikels)

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