Luftfahrt
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Umsatz stürzte um 55 Prozent ab: So hart traf Corona die Swiss



Die Corona-Pandemie hat die Swiss im ersten Halbjahr in die roten Zahlen gerissen. Operativ flog die Lufthansa-Tochter einen Verlust von 266.4 Millionen Franken ein nach einem Gewinn von 245.3 Millionen im Vorjahressemester.

Parkierte Maschinen der Swiss auf dem Flughafen in Duebendorf, am Freitag, 20. Maerz 2020 aufgenommen von Duebendorf. Aufgrund des stark reduzierten Flugangebots der Fluggesellschaft Swiss werden Flugzeuge der Airbus A320er-Familie temporaer an den Flughafen Duebendorf verlegt. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Auch ein Sinnbild der Krise: Parkierte Swiss- und Edelweiss-Flieger auf dem Flughafen Dübendorf. Bild: KEYSTONE

Der Umsatz stürzte um rund 55 Prozent auf 1.17 Milliarden Franken ab, wie die Swiss am Donnerstag in einem Communiqué bekannt gab. Schuld ist die Coronapandemie, wegen der zeitweise 95 Prozent der Flotte am Boden stand. In den ersten sechs Monaten flogen 64 Prozent weniger Passagiere mit der Swiss, die im Vorjahr noch 8.8 Millionen Reisende befördert hatte. Die durchschnittliche Auslastung der Maschinen sank auf 71.2 Prozent.

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Der Buchungsstand betrage rund 20 Prozent eines normalen Jahres, hatte Swiss-Chef Thomas Klühr am Vortag in einem Interview gesagt. Im Gegensatz zum Lockdown führe die Swiss derzeit Flüge durch, sobald sie die variablen Kosten wie Treibstoff oder Gebühren verdienen würden. Derzeit verliere die Swiss weniger als 1 Million pro Tag. Auf dem Höhepunkt der Krise hatte der Swiss-Chef die Verluste auf 3 Millionen pro Tag beziffert.

Zwei Drittel der Flotte wieder im Einsatz

Im Juni wurde der Minimalflugbetrieb sukzessive auf 15 bis 20 Prozent der ursprünglich geplanten Kapazität wieder hochgefahren. Bis zum Herbst sollen mit etwa einem Drittel der Kapazitäten rund 85 Prozent aller Destinationen wieder angeflogen werden, die vor der Corona-Krise bedient wurden. Seit Juli seien rund zwei Drittel der 91 Swiss-Flugzeuge wieder im Einsatz, schrieb die Swiss.

Es gebe die Chance, dass sich die Lage im Sommer 2021 wieder erhole, sagte Klühr. Die Erholung hänge von der Pandemie-Entwicklung in Europa und den USA ab.

Keine Staatshilfe geflossen

Die Staatshilfe des Bundes sei noch nicht geflossen. «Wir warten auf die Freigabe durch den staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) in Deutschland. Ich hoffe, dass die in den nächsten Tagen kommt.» Bisher sei die Swiss durch ihren Mutterkonzern Lufthansa gestützt worden.

Der Bund hatte für die Swiss und ihre Schwestergesellschaft Edelweiss eine Garantie von 1.275 Milliarden Franken beschlossen. Damit können sich die beiden Airlines Kredite bei den Banken in Höhe von 1.5 Milliarden Franken besorgen.

Es gebe kaum eine Airline, die ohne Staatshilfe durch die Coronakrise komme, sagte Klühr: «Trotzdem tut es weh.» Die erste Kredittranche werde ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag sein, sagte Klühr: «Wir werden alles daran setzen, das Geld möglichst schnell zurückzuzahlen.» Der Zins liege bei über 3 Prozent.

Liquidität gesichert

«Dank der frühzeitig eingeleiteten Massnahmen zur Liquiditätssicherung konnten wir unsere Fixkosten deutlich senken», erklärte Finanzchef Markus Binkert. Mit den Darlehen der Lufthansa Group und dem in Aussicht gestellten, vom Bund garantierten Bankenkredit sei die Liquidität gesichert.

«Wir müssen aber weiterhin unsere Kosten strukturell reduzieren, um die Kredite baldmöglichst zurückzahlen zu können», erklärte Binkert. Zur Verbesserung der Kostenstruktur werde die Swiss in den kommenden Monaten weitere umfassende Sparmassnahmen ergreifen und unter anderem ihren Flotteneinsatz auf den Prüfstand stellen sowie sämtliche nicht betriebsnotwendigen Investitionen über alle Unternehmensbereiche hinweg aussetzen. (sda/awp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • bebby 06.08.2020 19:47
    Highlight Highlight Ich habe immer noch die Hoffnung, dass der Wettbewerb nach covid-19 weniger wird in Europa. Analog zu den USA und Japan. Dann könnte die Industrie gesunden und erst noch nachhaltiger werden.
    Dazu ist es aber zentral, dass nur die gut aufgestellten Fluggesellschaften überleben.
    Falls nicht, wird der ruinöse Wettbewerb weitergehen.
  • Hoci 06.08.2020 17:25
    Highlight Highlight Was soll die Mitleidshascherei? Soll es mehr Kunden geben?
    Die Flugfahrten sind in coronazeiten mit Ausnahme von Hilfsgütern eh der reine Wahnsinn. Mit ihrer Werbung fürs Fliegen arbeiten sie gegen.Coronamassnahmen.und den klimaschutz.
    Fas mit dem Klimaschutz ist bei denen.nullangekommen, sie träumen immer noch von Wachstum.
    Nein massive Reduktion auf 1/3 muss das Ziel auch der Politik sein.
  • Donald 06.08.2020 15:05
    Highlight Highlight Ich hätte eigentlich viel mehr Umsatzrückgung erwartet.
  • Der Rückbauer 06.08.2020 10:45
    Highlight Highlight Viel zu viel Personal, viel zu viele Flüügerli. Statt dass man die deutsch beherrschte Swiss hätte Konkurs gehen lassen und eine Auffanggesellschaft gegründet hätte, wird man dem schlechten Geld noch weiteres, gutes Geld nachwerfen müssen!
    Dumm, dümmer, am Dümmsten. Wenn es um das Weisse Kreuz im roten Feld geht, ist XMV (Xunde Mänscheverstand) off. Und die LH hat mittlerweile etwa 15 Mrd. Fränkli an Dividenden eingesackt.
    "Man" gleich LGBTIQA+undA-Z und alle, die sich auch noch ausgegrenzt fühlen, aber trotzdem Steuern blechen.
    • Free Catalunya 06.08.2020 15:17
      Highlight Highlight Offenbar ein Insider, der so genau weiss dass viel zu viel Personal und viel zu viel Flügerli da sind. Die Swiss ist ein Unternehmen, mit Fliegern, welche in der Schweiz immatrikuliert sind und mehrheitlich durch Schweizer Mitarbeiter betrieben wird. Wie jedes andere Unternehmen hat es ein Recht auf Unterstützung durch den Bund mittels Kredite, welche zu 100% zurückbezahlt und verzinst werden. Ihr Kommentar betreffend Konkurs gehen lassen und 1000e von Mitarbeitern in die Arbeitslosigkeit zu schicken ist tatsächlich dumm dümmer am Dümmsten.
    • Juliet Bravo 06.08.2020 16:33
      Highlight Highlight Super Idee - aber etwas kurz gedacht find ich. Das hätt dann wohl für diese Auffanggesellschaft etwas mehr Geld gebraucht als die Bürgschaft für einen Kredit. Der wird nämlich zurückbezahlt mit Zinsen und allem.
    • Juliet Bravo 06.08.2020 16:48
      Highlight Highlight « "Man" gleich LGBTIQA+undA-Z und alle, die sich auch noch ausgegrenzt fühlen, aber trotzdem Steuern blechen.»

      Das wirds dann nur noch wirrer. 😂

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