Afrika
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Polizeigewalt eskaliert: Diese Bilder und Videos zeigen, was zurzeit in Nigeria passiert



Die knapp zweiwöchigen Proteste gegen exzessive Polizeigewalt in Nigeria haben in der Nacht zum Mittwoch einen neuen Höhepunkt erreicht. In offiziell noch unbestätigten Berichten gab es Hinweise auf zahlreiche Tote und Verletzte bei einem Polizeieinsatz in Lagos.

Friedliche Proteste gegen Polizeigewalt

People demonstrate on the street to protest against police brutality in Lagos, Nigeria, Tuesday Oct. 13, 2020. Crowds protesting against police brutality in Nigeria have taken to the streets for a sixth day across Africa's most populous nation. Fresh protests took place in Nigeria’s largest city, Lagos, and in the southeastern cities of Port Harcourt and Uyo on Tuesday. (AP Photo/Sunday Alamba)

Bild: keystone

«Amnesty International hat glaubwürdige, aber verstörende Hinweise auf exzessive Gewaltanwendung erhalten, die zum Tode von Demonstranten an der Lekki-Mautstelle in Lagos führten», schrieb die Menschenrechtsorganisation im Kurznachrichtendienst Twitter.

Sie erinnerte die Behörden daran, dass tödliche Gewaltanwendung der Sicherheitsbehörden nur in wenigen Extremfällen erlaubt sei.

Panik in den Strassen von Lagos

Die Provinzregierung bestätigte Hinweise auf eine Schiesserei und kündigte eine Untersuchung der Vorgänge an.

Die Behörden hatten am Dienstag eine 24-stündige Ausgangssperre in der grössten Stadt des westafrikanischen Staates und deren Umland verhängt.

People demonstrate on the street to protest against police brutality in Lagos, Nigeria, Tuesday Oct. 13, 2020. Crowds protesting against police brutality in Nigeria have taken to the streets for a sixth day across Africa's most populous nation. Fresh protests took place in Nigeria’s largest city, Lagos, and in the southeastern cities of Port Harcourt and Uyo on Tuesday. (AP Photo/Sunday Alamba)

Bild: keystone

Nach bisherigen Erkenntnissen hatten sich Demonstranten an einer seit Tagen besetzten Mautstelle geweigert, sie zu verlassen und die Sperrstunde einzuhalten. «Es gab Berichte über Schüsse», berichtete ein Sprecher des gleichnamigen Bundesstaates.

People hold banners as they demonstrate on the street to protest against police brutality in Lagos, Nigeria, Tuesday Oct. 13, 2020. Crowds protesting against police brutality in Nigeria have taken to the streets for a sixth day across Africa's most populous nation. Fresh protests took place in Nigeria’s largest city, Lagos, and in the southeastern cities of Port Harcourt and Uyo on Tuesday. (AP Photo/Sunday Alamba)

Bild: keystone

In den sozialen Medien gab es zudem Berichte, dass die Polizei das Feuer auf die Menge eröffnet habe.

Die ehemalige US-Aussenministerin Hillary Clinton und Ex-US-Vizepräsident Joe Biden äusserten sich besorgt und riefen zu einem Ende der Gewalt gegen die Demonstranten auf. Musikstar Rihanna schrieb auf Twitter, es sei unerträglich, das Geschehen in Nigeria zu beobachten.

«Es ist so ein Betrug an den Bürgern, dass dieselben Leute, die sie schützen sollen, nun diejenigen sind, vor denen wir uns am meisten fürchten müssen, ermordet zu werden.»

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

#wemove #endsars #endswat

Ein Beitrag geteilt von Mc Dangwari Int'l (@dangwari_comedian) am

Ausgelöst worden waren die Proteste durch ein Video, das einen Beamten der mittlerweile aufgelösten Eliteeinheit Special Anti-Robbery Squad (SARS) beim Töten eines jungen Mannes zeigte und in den sozialen Medien die Runde machte.

Unter dem Hashtag #EndSARS verbreiteten sich die Proteste schnell international und führten auch im Ausland zu Protestkundgebungen. Inzwischen fordern die Demonstranten weitreichende Polizeireformen in ihrem Land. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Boko Haram – Nigerias Terror in Fakten

Mit kleidertragenden Männer gegen Homophobie

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

UN-Sicherheitsrat beschäftigt sich erstmals mit Spannungen in Äthiopien

Der UN-Sicherheitsrat beschäftigt sich erstmals mit den Spannungen in Äthiopien. Das Treffen des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen findet am Dienstag hinter geschlossenen Türen in New York statt und wurde unter anderem von den afrikanischen Staaten im Rat – Südafrika, Niger und Tunesien – beantragt. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montagabend (Ortszeit) aus Diplomatenkreisen. Ein Beschluss wird nicht erwartet.

Äthiopiens Regierung hatte nach Monaten der Spannungen zwischen …

Artikel lesen
Link zum Artikel