Wirtschaft
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EDA verzichtet auf erneute Kandidatur für OSZE-Generalsekretär



radar-reuters  In Potsdam ist das sogenannte informelle Treffen der OSZE zu Ende gegangen. 40 Außenminister waren angereist, vor allem um über den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland zu sprechen. Viele Beobachter hofften auf Bewegung im Friedensprozess. Allein, es war umsonst. Etwas zerknirscht trat der Bundesaußenminister vor die Presse.O-TON FRANK-WALTER STEINMEIER, BUNDESAUßENMINISTER:

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Die Schweiz verzichtet auf eine erneute Kandidatur für das Amt des OSZE-Generalsekretärs. Das haben das Aussendepartement EDA und der bisherige Amtsinhaber Thomas Greminger entschieden, wie das EDA am Samstag mitteilte.

Damit solle die Konsensfindung in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) erleichtert werden. Das Bewerbungsverfahren endete am Freitag um Mitternacht.

Der bisherige OSZE-Generalsekretär Thomas Greminger wird ersetzt. Die Schweiz verzichtet auf eine erneute Kandidatur für das Amt. (Archiv)

Thomas Greminger. Bild: sda

Die OSZE befindet sich in einer institutionellen Krise. Die Mitgliedstaaten konnten sich nicht auf die ursprünglich vorgesehene gemeinsame Verlängerung der Mandate der vier Chefs der OSZE-Institutionen einigen. Damit liefen diese am 18. Juli aus.

Neben dem Generalsekretär Greminger ging es um die Direktorin des Büros für Demokratische Institutionen und Menschenrechte, Ingibjörg Solrun Gisladottir, den Hochkommissar für Minderheiten, Lamberto Zannier, und den Beauftragten für Medienfreiheit, Harlem Désir. Geleitet werden die Institutionen bis zur Benennung der Nachfolger durch leitende Mitarbeiter.

Das nun beginnende Auswahlverfahren basiere auf dem Konsensprinzip unter den OSZE-Teilnehmerstaaten, schreibt das EDA in seiner Mitteilung. Das Aussendepartement habe sich auf allen Ebenen uneingeschränkt für eine erneute Kandidatur von Thomas Greminger für das Amt des OSZE-Generalsekretärs stark gemacht.

Wunsch nach Neuanfang

Seit mehreren Wochen seien auf verschiedenen Ebenen zahlreiche Gespräche geführt und Demarchen lanciert worden. Dabei hätten mehrere Länder den Wunsch nach einem Neuanfang geäussert und für neue Namen für die Führungspositionen plädiert. Deshalb habe man entschieden, keine neue Kandidatur einzureichen, um die Konsensfindung zu erleichtern.

Indem die Schweiz das Wohl der OSZE in den Vordergrund stelle, setze sie sich weiterhin für eine Lösung der institutionellen Krise der Organisation ein, schreibt das EDA. Es brauche eine baldige institutionelle Lösung, damit die OSZE auch in Zukunft ihre Stabilität sichern und die Wirksamkeit ihres Handelns gewährleisten könne.

Der OSZE mit Sitz in Wien gehören insgesamt 57 Staaten aus Europa, Nordamerika und Asien an. Die Aufgaben der Organisation sind vielfältig und reichen von Wahlbeobachtung, dem Kampf um die Wahrung der Pressefreiheit, dem Schutz von Minderheitenrechten bis hin zur Beobachtermission in der umkämpften Ostukraine. Greminger war drei Jahre im Amt. (aeg/sda)

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