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epa07567704 Wine bottles are seen at Vinexpo Bordeaux 2019 fair in Bordeaux on day one, France, 13 May 2019.  According to the organizers, VinExpo runs in Bordeaux from 13 to 16 May 2019 and hosts 800 exhibitors from 150 countries around the world.  EPA/CAROLINE BLUMBERG

Marken entscheiden über Kauf oder Nicht-Kauf. Bild: EPA/EPA

Edvin Uncorked

Wie wird ein Wein eigentlich zu einer Marke?

Madelyne Meyer
Madelyne Meyer

Liebe Weinfreunde und Weinfreundinnen

Um über Weinmarken zu reden, müssen wir zuerst «Marke» an sich definieren. Der Winzer – und Werbegenie – John Hegarty bringt es auf den Punkt:

«Eine Marke ist die wertvollste Immobilie der Welt: Die Ecke eines Gehirns.»

Im besten Fall weckt ein die Marke – also ein Name, ein Symbol oder ein Bild – in unserem Gehirn eine positive, emotionale Resonanz.

Für Wein bedeutet dies, dass Marken nicht zwingend nur Massenprodukte sind, die international verkauft werden; sondern dass Marken auch feine Weine aus kleinster Produktion wie Domaine Romanée Conti aus dem Burgund (DRC) sowie ganze Appellationen wie Champagner umfassen können.

Grob gesagt lassen sich die Markenweine in drei Gruppen einteilen:

The Legends

Einige Weine erlangen ungewollt Markenstatus, wie den eben obenerwähnten DRC. Dieser Status kam nicht etwa durch das bewusste Handeln oder durch eine gestörte Guerilla-Werbeaktion des Weingutes zustande, sondern durch schiere Marktkräfte:

Das Resultat:

Sammler drehen bezüglich diesen Weinen komplett durch.

The Movers & Shakers

Dann gibt es legendäre Winzer und Winzerinnen, die durch ihren einzigartigen Charakter oder ihre Arbeitsweise für Aufmerksamkeit sorgen. Diese machen zum Beispiel durch die unten stehenden Faktoren über sich reden:

Die Faszination für diese Person, deren Weine und Weingüter ist dann fast ansteckend.

The Marketers

Und wieder anderen Weinen wird die Markenbildung als Teil einer vorgegebenen Marketingstrategie aufgedrängt. DU WIRST JETZT EINE MARKE – UND WENN NICHT CHLÖPFT'S!

Du siehst: Die üblichen Marketingmassnahmen werden also durchaus auch für Weine eingesetzt.

Doch es gibt ein Aber:

Im Unterschied zu Markenprodukten wie Sportkleidern wird Weinmarken oft mit einem Naserümpfen begegnet:

«Ugh, so ein Markenwein. Den sieht man langsam überall.» *Augenverdreh*

Schade eigentlich. Denn Marken geben dem Menschen Verlässlichkeit, Vertrauen und emotionale Verbindung zu einem Produkt. Der Nachteil ist aber oft, dass man aus Sicherheitsdenken und/oder Prestige immer die gleichen Weinen auswählt und so nichts Neues entdeckt. Das kann für Langeweile sorgen. Einheitsbrei par excellence.

Deshalb – an alle, die sich auf eine, zwei oder drei Marken festgelegt haben:

Nämed de Finger use – und gähnd euch e Ruck.

Die Weinwelt hat so viel zu bieten.
Ich wünsche euch viel Spass beim Entkoppeln,

Madelyne

Bild

Madelyne Meyer

Die Weinwelt kann extrem elitär und exklusiv sein. Darauf hat Madelyne Meyer aber gar keine Lust. Mit ihrem unkonventionellen Weinblog Edvin hat sich die Aargauer Weinexpertin in der Schweiz einen Namen gemacht. «Meine Leser mögen wohl meine selbstironische Art. Ich nehme mich und die Weinwelt nicht todernst, zolle dem Wein aber immer genügend Respekt».

Madelyne arbeitet in ihrem Familienbetrieb für Marketing & Kommunikation und schreibt noch für den Gault Millau Channel. Das Ganze rundete sie im September 2019 mit ihrem ersten Buch «Endlich Wein verstehen» ab.
Für watson schreibt Madelyne ab sofort regelmässig exklusiv in ihrem Blog.

Weitere Infos über Madelyne und Wein findest du hier:
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9 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Hamudi Dudi
04.09.2020 11:12registriert September 2019
Ich mag diese Reihe. Als Ahnungsloser lernt man häppchenweise einfache Dinge, die man anschliessend noch Ahnungsloseren erzählen kann.😁
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9

Yonnihof

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