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Das Leben nach dem Tod.

Was kommt danach? Bild: shutterstock.com

Sektenblog

Ist nach dem Tod Lichterlöschen – oder beginnt die Party erst recht?



Die brennendste Frage aller Fragen ist ebenso kurz wie einfach: «War‘s das?» Sie bezieht sich – wie könnte es anders sein – auf den Tod. Dieser ist aus religiöser Sicht ebenso ein Mysterium wie die Frage nach einem Leben danach.

Die Suche nach schlüssigen Antworten beschäftigt den Homo sapiens seit er denken kann und ein Bewusstsein für die eigene irdische Endlichkeit entwickelt hat. Doch alle Bemühungen, das Rätsel zu lösen, enden in der Einsicht, dass die Frage nach einer allfälligen Fortsetzung der Existenz nach dem Tod Gegenstand des Glaubens bleibt.

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Pastor Christian Olding will nicht, dass nach dem Tod alles endet. Ob Gott seine Forderung erhört? Video: YouTube/katholisch.de

Eigentlich gehört die Ergründung des Lebens zum Kerngebiet der Philosophie, speziell der Metaphysik. Doch diese Disziplin verliert zunehmend an Bedeutung, denn sie kann sich den entscheidenden Phänomenen nur geistig und intellektuell nähern, die Fragen aber nicht beantworten.

In dieses Vakuum stossen die Religionen und Glaubensgemeinschaften, geben sie doch konkrete Antworten auf die Frage vom Woher und Wohin. Sie erheben sogar den Absolutheitsanspruch. Obwohl es weder Hinweise noch Beweise gibt, leben und lebten Religionsstifter in der unverrückbaren Überzeugung, den Schlüssel zum Himmel oder Jenseits gefunden zu haben.

Sie verkünden ihre Heilsvorstellung in einer Weise, als sei es ein wissenschaftliches Gesetz. Quasi die Schwerkraft mit umgekehrten Vorzeichen.

Diese Haltung hat etwas anmassendes. Die Erkenntnisse der Philosophie und die Erfahrungen mit dem Tod zu ignorieren ist mutig und hat etwas sektenhaftes – erinnert sei an den überlieferten Spruch: «Es ist noch keiner zurückgekommen».

Würden Sekten wegen der metaphysischen Skepsis in der Bedeutungslosigkeit versinken, wäre es kein Verlust für die Menschheit.

Kommt hinzu, dass die religiösen Vorstellungen von der Wiedergeburt oder Seelenrettung nicht plausibel sind. Zumal die Erlösungsmythen, die Religionen und Sekten uns anbieten, an Legenden erinnern. Manchmal sogar an Märchen für Kinder.

Eine ehrliche Antwort der Glaubensgemeinschaften wäre deshalb: Wir wissen nicht, ob es einen Gott oder Götter gibt. Und ob diese uns ein Leben nach dem Tod schenken können oder wollen.

Existentielle Bedrohung für Glaubensgemeinschaften

Würden sich Religionen zu dieser Haltung durchringen, wären sie in ihrer Existenz bedroht, weil sie an Relevanz und Attraktivität verlieren würden. Und überflüssig werden könnten.

Das gleiche gilt erst recht für die Tausenden von Sekten, die weltweit ihr Unwesen treiben. Würden sie wegen dieser metaphysischen Skepsis in der Bedeutungslosigkeit versinken, wäre es kein Verlust für die Menschheit.

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Hugo Stamm; Religionsblogger

Hugo Stamm

Glaube, Gott oder Gesundbeter – nichts ist ihm heilig: Religions-Blogger und Sekten-Kenner Hugo Stamm befasst sich seit den Siebzigerjahren mit neureligiösen Bewegungen, Sekten, Esoterik, Okkultismus und Scharlatanerie. Er hält Vorträge, schreibt Bücher und berät Betroffene.
Mit seinem Blog bedient Hugo Stamm seit Jahren eine treue Leserschaft mit seinen kritischen Gedanken zu Religion und Seelenfängerei.

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423 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
GetReal
13.06.2020 08:50registriert July 2019
Es ist doch ganz einfach. Der Glauben heisst eben Glauben, nicht Wissen. Sagt doch alles, oder? 🤷‍♂️
24021
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Maria R.
13.06.2020 09:49registriert April 2020
Egal, wie lange und wie intensiv wir uns mit dem Tod beschäftigen, werden wir es erst danach erfahren.
Deswegen sollten wir uns mit dem LEBEN beschäftigen.
20114
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Bruno Wüthrich
13.06.2020 11:45registriert August 2014
Das ist der Punkt: Wir wissen es nicht. Und wir werden es vermutlich nie wissen. Deshalb können wir - von den obersten geistlichen Führern bis zu den Agnostikern - nur glauben. In die eine oder andere Richtung.
Alle, die so tun, als wüssten sie es, sind Hochstapler. Wir haben Milliarden davon!
Doch man versuche nie, den Gläubigen die Hoffnung zu nehmen. Denn die Hoffnung ist die Quelle innerer Kraft.
Aber man verbanne die göttlichen Strafen aus den religiösen Büchern. Denn die Angst davor liefert den Glaubens-Extremisten bis hin zu den Terroristen ihre unheilvolle "Grundlage".
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