Deutschland
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epa04726827 (FILE) A file photo dated 03 July 2013 shows antenna domes at the  German sectret service, BND (Bundesnachrichtendienst) monitoring station in Bad Aibling in the southern state of Bavaria Germany. Reports on 29 April 2015 state that Germany's intelligence service helped the US National Security Agency (NSA) spy for years on the French government and the European Commission in Brussels, German media reported. The BND's monitoring station in Bad Aibling was misused to spy on high-ranking officials in France's Foreign Ministry and Elysee Palace as well as the commission, the EU's executive body media reports stated. An aide to German Chancellor Angela Merkel  conceded the leak to German lawmakers, saying the NSA might have used the BND as a puppet to spy on Europe's EADS and Eurocopter defence and aerospace companies and European politicians.  EPA/DIETHER ENDLICHER *** Local Caption *** 50921956

Abhörstation des BND in Bad Aibling, Bayern. Bild: EPA/DPA FILE

Daten-Schnüffler: Deutscher Geheimdienst wertete NSA-Daten für eigene Zwecke aus



Der deutsche Geheimdienst BND soll einem Zeitungsbericht zufolge nicht nur dem US-Geheimdienst NSA beim Ausspionieren europäischer Konzerne, Ministerien und Behörden geholfen, sondern die abgefangenen Daten auch immer wieder für sich selbst ausgewertet haben.

Wie die «Bild»-Zeitung heute unter Berufung auf Beteiligte des NSA-Untersuchungsausschusses berichtete, wurden die Daten jahrelang von BND-Mitarbeitern begutachtet, ausgewertet, teilweise kopiert und in Berichten verwertet, nachdem vorsorglich alle deutschen Staatsbürger herausgefiltert worden seien. 

Bei den abgefangenen Daten handelte es sich laut dem Blatt nicht nur um sogenannte Meta-Daten, sondern um vollständige Aufzeichnungen von Telefonaten und E-Mails, Ton- und Textdateien.

Der NSA-Untersuchungsausschuss wolle nun auch durchsetzen, dass offengelegt werde, in welchem Umfang der BND aufgezeichnete Gespräche ausgewertet habe. 

Dabei habe es sich offenbar um Kommunikation in Krisengebieten, zum Beispiel um Telefonate zwischen Afghanistan und Pakistan gehandelt – aber auch um Kommunikation europäischer Unternehmen und Behörden, die in Nahost tätig seien, berichtete das Blatt weiter.

US-Botschafter Emerson verteidigt NSA-Vorgehen

US-Botschafter John Emerson verteidigte unterdessen das Vorgehen des NSA mit dem Verweis auf kulturelle Unterschiede: «Amerikaner sehen es als Verletzung der Privatsphäre, wenn jemand ihre Briefe und E-Mails liest oder ihre Telefonanrufe mithört», sagte Emerson dem «Kölner Stadt-Anzeiger» vom Samstag.

Deutsche hingegen hielten ihre Privatsphäre bereits dann für verletzt, «wenn jemand die Kommunikationsdaten» sammele. Als Beispiel nannte Emerson den Umgang mit Google Street View.

In Deutschland riefen die Menschen bei dem Konzern an, um ihr Haus pixeln zu lassen, in den USA wollten sie genau wissen, wann der Wagen mit der Kamera komme, um sich vor das Haus stellen und winken zu können. 

Zur Debatte über die Rolle des BND sagte der US-Diplomat, «dass die fortlaufende Kooperation zwischen unseren Geheimdiensten kein Geheimnis ist». (sda/apa/afp)

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