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epa08176144 A pedestrian walks past an advert displaying a 5G sign in London, Britain, 29 January 2020. The Government has decided to let the Chinese company Huawei to continue to be used in its 5G networks but with restrictions.  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA

Eine Fussgängerin passiert ein 5G-Plakat in London. Bild: EPA

Telekombranche übt harte Kritik am 5G-Entscheid des Bundesrates



Die Telekombranche übt harte Kritik am 5G-Entscheid des Bundesrates. Obwohl der Bund auf eine rasche Einführung der fünften Mobilfunktechnologie gedrängt habe, nehme er jetzt einen Rückstand der Schweiz in Kauf, erklärte Sunrise in einem Communiqué.

Der Bund selber habe ursprünglich aufs Gas gedrückt und die Auktion der Mobilfunkfrequenzen Anfang 2019 durchgeführt trotz des Widerstands von Sunrise und Salt. Die Schweiz habe dann als erstes Land Europas 5G im April 2019 eingeführt. «Und jetzt tritt die Regierung auf die Bremse», sagte Sunrise-Sprecher Rolf Ziebold am Mittwoch auf Anfrage.

Ins gleiche Horn stiess der Präsident des Telekomverbandes Asut, Peter Grütter: Die Schweizer Regierung habe vor drei Jahren eine Digitalisierungsstrategie beschlossen und damit gute VoraussetzungEN für Wettbewerbsvorteile geschaffen. Seit 5G setze die Regierung auf Verzögerungen.

Es sei schon seit Jahren bekannt, dass mit der heutigen Strahlenschutzregulierung (NISV) die Emissionen der adaptiven Handyantennen überschätzt würden, sagte Ziebold. Diese strahlen nicht einfach ringsherum wie die bisherigen Mobilfunkantennen, sondern richten ihre Signale gezielt auf den Handynutzer aus. Dafür strahlen sie andernorts weniger, wo kein Nutzer in ihrem Bereich ist.

«Es ist mir ein Rätsel, warum die zuständigen Behörden nicht bereits im Januar 2019 solche Testmessungen gemacht haben»

Salt-Chef Pascal Grieder

«Um Transparenz zu schaffen, wie stark die Bevölkerung durch adaptive Antennen tatsächlich belastet wird, sind zunächst Testmessungen notwendig», hat der Bundesrat am Mittwoch entschieden: «Gestützt auf die Ergebnisse der Testmessungen wird das Uvek die Vollzugshilfe erarbeiten. Bis diese vorliegt, sind adaptive Antennen wie konventionelle Antennen zu beurteilen. Damit ist der Schutz der Bevölkerung jederzeit gewährleistet.»

Bund hätte schon viel früher testen können

Das stösst Sunrise und Salt sauer auf. «Es ist mir ein Rätsel, warum die zuständigen Behörden nicht bereits im Januar 2019 solche Testmessungen gemacht haben», sagte Salt-Chef Pascal Grieder. «Die Problematik war damals schon bekannt.» Mit dem heutigen Entscheid könne man die Vorteile der adaptiven 5G-Antennen nicht nutzen, weil die Behörden nach bisheriger Methode man davon ausgehen würden, dass die Antennen ständig voll strahlen würden, sagte der Salt-Chef.

«Mit der jetzigen Regelung kann man 5G nicht so ausbauen, dass die volle Leistung zur Verfügung stehen würde», sagte Sunrise-Sprecher Ziebold. Es brauche wenigstens eine rasche und pragmatisch Lösung für adaptive Antennen, um Blockaden von 5G aufzuheben. «Auch heute zeigt der Bundesrat nicht auf, bis wann diese Vollzugshilfsmittel vorliegen werden, was 5G in der Schweiz weiter verzögert.»

Asut-Präsident Grütter sagte: «Ich verstehe nicht, warum bei einer Technologie, die nachhaltiger ist als die bisherige nicht vorwärts gemacht wird.» Bei 5G strahle die Antenne nur dorthin, wo Bedarf bestehe. Zudem sei 5G effizienter bei der Datenübertragung als die bisherigen Mobilfunktechniken.

Den Schutz der Bevölkerung habe die Telekombranche nie in Frage gestellt. «Wir wollten noch nie auf Kosten der Gesundheit der Bevölkerung eine neue Technologie einführen», sagte Grütter. Die Schweizer Grenzwerte seien weit unter den Grenzwerten der Weltgesundheitsorganisation WHO. Es gebe keine Hinweise auf gesundheitliche Schäden durch 5G.

Dabei habe sich der Bundesrat für seinen heutigen Entscheid bereits fünf Monate Zeit gelassen, sagte Salt-Chef Grieder. Der Bericht der Arbeitsgruppe «Mobilfunk und Strahlung», auf den sich die Regierung abstütze, liege seit November 2019 vor.

Nochmals ein Bericht

Und jetzt plant der Bundesrat nochmals einen neuen Bericht über die Möglichkeiten zur nachhaltigen Ausgestaltung der Mobilfunknetze, den das Uvek bis Ende 2021 vorlegen soll. «Dieser Bericht soll eine bessere Entscheidungsgrundlage auch für zukünftige Mobilfunktechnologien liefern», entschied die Regierung als Antwort auf das Postulat von Ständerätin Brigitte Häberli-Koller (CVP/TG).

Damit werde jede weitere Diskussion abgeblockt mit dem Hinweis, dass man auf den neuen Bericht warte, kritisierte Salt-Chef Grieder. Das sei schon letztes Jahr beim der Arbeitsgruppe «Mobilfunk und Strahlung» so gewesen. «Die Wahrscheinlichkeit, dass 5G vor Ende 2022 vorwärtskommt ist unwahrscheinlich.»

Bafu: Vollzugshilfe bis Ende 2020

Beim Bundesamt für Umwelt (Bafu) hiess es, die Vollzugshilfe solle bis Ende 2020 vorliegen. Wegen des Widerstands von einigen Kantonen und aus Teilen der Bevölkerung sollen die Testmessungen die nötige Transparenz über die real zu erwartende Exposition der Bevölkerung durch adaptive Antennen schaffen.

«Aus Sicht des Uvek steht derzeit im Vordergrund, einer weiteren Polarisierung der Diskussion entgegen zu wirken. Die Empfehlungen im Bereich der adaptiven Antennen sind deshalb umsichtig vorzubereiten», sagte Bafu-Sprecherin Rebekka Reichlin. (sda/awp)

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Abendländer 23.04.2020 19:00
    Highlight Highlight Wie kann man den Impact einer lebenslangen HF Bestrahlung komprimiert und in Kürze darstellen/erfahren?
    Indem man 2 Sekunden in den Mikrowellenofen sitzt.
    LG / Dipl. EL.-Ing. Abendländer :-)
    • Normi 24.04.2020 15:20
      Highlight Highlight schräger vergleich in etwa so :
      Wie kann man den Impact einer lebenslangen Sonnenstrahlung komprimiert und in Kürze darstellen/erfahren?
      Indem man 2 Sekunden jemanden vor einem Hochleistungslaser stellt... oder mit Parabolspiegeln Sonnenstrahlen bündeln um genauer zu sein...
      Hier ein bsp. was mit Parabolspiegeln passiert
      Play Icon
  • Fandall 23.04.2020 10:15
    Highlight Highlight Ich kann den Frust der Telekomunternehmen verstehen, da werden widersprüchliche Signale gesendet (ha!) und sie haben bereits für viel Geld Konzessionen gekauft.
    Es wurde keine gute due diligence möglicher Gefahren gemacht: Schon in 2017 sind überprüfte Studien publiziert und offizielle Stellungnahmen von Forschern gemacht worden. Quellen/Referenzen:
    https://ehtrust.org/key-issues/cell-phoneswireless/emf-scientist-appeal-advisors-call-moratorium-5g/
    https://drive.google.com/file/d/0B14R6QNkmaXuX19qQ2lMd3ZvRVU/view
    https://www.biorxiv.org/content/biorxiv/early/2016/05/26/055699.full.pdf
  • K1aerer 22.04.2020 23:48
    Highlight Highlight Den verwirrten Verschwörungstheoretikern geht es doch nur, um ihren imaginären Vorstellungen rechtfertigen zu können. Mit solchen Leuten kann man nicht mal ansatzweise sachlich diskutieren. Fun fact: Zudem heilen die Wunden schneller bei Aussetzung von niederfrequenten elektromagnetischen Strahlungen.
    • Fandall 23.04.2020 11:34
      Highlight Highlight 5G ist hochfrequente Strahlung...
    • Normi 23.04.2020 17:15
      Highlight Highlight @Fandall

      Deswegen benutzt du bestimmt noch alte Fieber Messgeräte mit Quecksilber und nicht die bösen neuartigen welche mit Strom funktionieren...
      🤦🏻‍♂️🤦🏻‍♂️😲
    • Fandall 24.04.2020 09:26
      Highlight Highlight @Normi: Hab beides, haben ihre Vor- und Nachteile.
      Diffamierungen offenbaren die Absenz von Argumenten, darum finde ich solche Kommentare wie von dir langweilig, aber hey, ancheinend reichts trotzdem für ein paar Herzen, gratuliere!
      Ich habe nichts dagegen witzig zu sein, aber wenn man keine Ahnung hat, sollte man besser nichts schreiben, so wie der Originalkommentierer.
    Weitere Antworten anzeigen
  • yey 22.04.2020 22:11
    Highlight Highlight Guter Artikel. Die wirtschaftlichen Aspekte des Netzausbaus und Machtspielchen hinter den Kulissen gehören besser beleuchtet.

    Die halbprivate Swisscom kann bereits mit öffentlichen Geldern das Glasfasernetz bauen, was ihr eine Monopolstellung verschafft.

    Die Konkurenz war bei der Versteigerung der neuen Netzfrequenzen unter Zuzwang und hat hohe Summen ausgegeben um beim mobilen Internet unabhängig zu bleiben. Nutzen kann Sie das aber nicht, da der Bund die Grenzwertberechnung immer noch nicht geklärt hat.

    Die Doppelrolle des Bundes ist unsauber und sein Handeln nicht immer nachvollziehbar.
  • Ludwig van 22.04.2020 21:37
    Highlight Highlight 5G ist eine Weiterentwicklung der bestehenden Technologie aber nicht wirklich revolutionär. Trotz jahrzehntelanger Forschung hat man noch keinen Hinweis darauf gefunden dass solche Wellen überhaupt irgendeinen Einfluss auf den Körper haben, wahrscheinlich wird man es nie. Aber angenommen es käme jetzt eine Studie die zeigt dass es schädlich ist, dann würde es ja wohl kaum nur 5G betreffen und man müsste die ganze Handynutzung und wahrscheinlich noch WLAN verbieten. Bis es soweit ist sollten wir nicht in Panik verfallen und so tun als ob 5G ein völlig anderes Risiko wäre als 4G oder 3G.
    • Fandall 23.04.2020 11:32
      Highlight Highlight Ja, es ist der nächste logische Schritt zur Bandbreitenerweiterung.
      Das Problem ist, der Grossteil der Forschung hat nur den Erwärmungseffekt untersucht, der offenbar harmlos ist.
      Die Wirkung des erzeugten elektromagnetischen Felds auf die vorkommenden Spannung in den Zellen von Lebewesen ist ein anderer Effekt der offenbar durchaus schädliche Wirkungen hat (Quellen in meinem Kommentar). Da ist also noch Nachholbedarf.
      Stossend ist halt auch, dass die adaptiven Antennen offenbar weniger, da gezielter, strahlen, trotzdem der Grenzwert angehoben werden soll. Erklärung?!?
  • DemonCore 22.04.2020 19:57
    Highlight Highlight Was gibt's hier zu diskutieren? Einführen und gut ist. Wenn man bei fossil angetriebenen Verkehrsmitteln nur halb so vorsichtig gewesen wäre... hätten wir vlt nicht im April Hochsommer.

    Bei 5G kommen die ganzen Fortschritts-Phobiker angedackelt und nötigen die vernünftige Mehrheit zum technologischen Stillstand. Die objektive Harmlosigkeit von 5G nachzuvollziehen übersteigt schlicht ihr dürftiges Verständnis von Funktechnik.

    Eine Gesellschaft, die immer mehr von Technik und Wissenschaft abhängt, aber die Allgemeinheit und die Politik verstehen immer weniger davon... Grrr...
    • Fandall 23.04.2020 12:40
      Highlight Highlight Deiner Argumentation nach soll man also nicht aus vergangenen Fehlern lernen oder wie?
      Bei der "vernünftigen Mehrheit" kann ich nur lachen. Je komplexer das Thema, desto ahnungloser die grosse Mehrheit, was sie für wirtschaftliche, politische oder sonstige Meinungsmache angreifbar macht. Unabhängige (also dem Gemeinwohl verpflichtete) Wissenschaft braucht Zeit.
  • Markus97 22.04.2020 19:40
    Highlight Highlight Es ist nur eine bessere Handyantenne. Hätte man ihr nicht den Namen "5G" gegeben und gross Werbung gemacht, sondern sie einfach "Neue Handyantenne" oder "bessere 4G-Antenne" genannt, hätten die Leute keine Angst. Bei einem neuen Strassenbelag weiss schliesslich auch niemand aus der Allgemeinheit, was daran neu ist. Geschweige denn macht man sich Sorgen. Die fundierten Hinweise auf Gefahren durch neuen Strassenbelag sind genauso gross wie die durch 5G (Nämlich keine) .Mein Vorschlag: Neuen Netztechnologien einfach keine Namen mehr geben und keine Werbung mehr damit machen.
  • Hades69 22.04.2020 19:31
    Highlight Highlight Was ist so schlecht daran auf weitere Testergebnisse zu warten? Wir sind schliesslich keine Testobjekte!! Zeit darf nicht Geld sein bei unserer Gesundheit.
    • Toerpe Zwerg 22.04.2020 21:36
      Highlight Highlight Das sind reine Placebo-Tests
    • Ludwig van 22.04.2020 21:44
      Highlight Highlight Damals wollte man auch Züge verbieten weil Geschwindigkeit muss bestimmt schädlich für das Gehirn sein.
      Handys gibt es jetzt bereits seit einigen Jahrzehnten. Und davor gab es auch schon Fernsehen über Antennen, dann WLAN und so weiter, das sind ebenfalls elektromagnetische Wellen. Es gibt noch keinen Hinweis dass das irgendeinen Einfluss auf den Körper hat. Natürlich soll man weiter forschen, aber 5G ist nicht wirklich ein neuartiges Risiko.
    • Hugo23 22.04.2020 22:42
      Highlight Highlight @Ludwig wan: keine Negativen Einflüsse jedenfalls...
      Wir wissen nur: die Strahlen können das Gewebe erwärmen in geringem Umfang. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen. (macht auch Sinn. Mehr wissen wir nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • B. Bakker 22.04.2020 18:26
    Highlight Highlight Ich nehme mal das 🍿 unter dem Aluhut hervor.

Wohnst du neben einer 5G-Antenne? Hier findest du es auf einen Blick heraus

Sunrise und Swisscom haben das 5G-Netz gestartet. Der Bund zeigt auf seinem Online-Kartendienst, wo die neuen (und die bisherigen) Antennen stehen.

In der Schweiz sind bereits über 300 5G-Antennen installiert. Sie sind jedoch noch nicht alle in Betrieb. Auf der Website des Bundesamtes für Kommunikation sind alle Telefonantennen auf einer interaktiven Karte markiert, jene, die 5G übertragen, aber auch 3G- und 4G-Antennen.

Die 5G-Antennen von Swisscom, die seit Mittwoch in Betrieb sind, senden aber vorerst noch auf 4G+-Frequenzen. An 102 Standorten in 54 Ortschaften wie Zürich, Bern, Basel, Genf und Lausanne, soll 5G in Betrieb genommen …

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