DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Xiaomi-Smartphones sind etwas zu neugierig.
Xiaomi-Smartphones sind etwas zu neugierig.
Bild: EPA

IT-Experte deckt auf: Xiaomi-Handys spionieren Nutzer aus – so reagiert der Hersteller

IT-Sicherheitsexperten haben aufgedeckt, dass Smartphones von Xiaomi das Benutzerverhalten aufzeichnen und an Server in China weiterleiten. Xiaomi verspricht ein Datenschutz-Update.
04.05.2020, 14:31
Ein Artikel von
t-online

Smartphones von Xiaomi werden in Europa immer beliebter – und rücken damit auch verstärkt in den Fokus von Datenschützern und Sicherheitsexperten. Jetzt warnt ein Bericht des US-Magazines «Forbes», dass die Geräte des China-Herstellers mehr Daten sammeln, als die Nutzer ahnen.

Für Kritik sorgt unter anderem der Xiaomi-Browser. IT-Sicherheitsspezialist Gabriel Cîrlig hat herausgefunden, dass der Browser sämtliche besuchte Webseiten und Sucheingaben aufzeichnet und die Daten an einen Server von Xiaomi in China übermittelt. Auch der Inkognito-Modus kann dies nicht verhindern. Das gleiche Phänomen tritt bei anderen Browser-Apps von Xiaomi im Play Store auf. Übertragen an Xiaomi wurden zudem Eingaben in Suchmaschinen, etwa bei Google und Duck Duck Go. Der chinesische Handy-Hersteller trackt allerdings noch weit mehr.

Xiaomi interessiert sich nicht nur für das Surf- und Suchverhalten, sondern überwacht dem Bericht zufolge auch, welche Ordner und Dateien der Nutzer auf seinem Smartphone öffnet und welche Einstellungen er nutzt. Auch die Musik-App von Xiaomi soll die gespielten Titel samt Zeitstempel übertragen haben. Laut Cîrlig gehe dies deutlich über die gängige Erhebung von App-Telemetriedaten (z.B. Absturzberichte) zur Verbesserung der Software hinaus. Er sieht daher einen massiven Eingriff in die Privatsphäre der Nutzer. Die Smartphone-Besitzer könnten auf diese Art umfassend ausspioniert werden.

Xiaomi reagiert auf die Vorwürfe

Xiaomi hat den Bericht weitgehend bestätigt, wehrt sich jedoch in einer Stellungnahme gegen Spionage-Vorwürfe. Erfasst werden demnach Informationen zu den Smartphone-Einstellungen, der Nutzung der Benutzeroberfläche, zu Leistung und Speichernutzung, Absturzberichte und allgemeine Systeminformationen. Das Unternehmen betont, dass es sich dabei an geltende Datenschutzregeln halte. Die Browser-URL werde aufgezeichnet, um langsam ladende Webseiten zu identifizieren.

Laut Xiaomi werden die Nutzungsdaten aggregiert erhoben, um die Dienste zu verbessern. Der einzelne Nutzer bleibe anonym. Laut den Kritikern wäre es aber durchaus möglich, die Datensammlungen einem bestimmten Nutzer zuzuordnen, beispielsweise anhand der ID des Smartphones.

Unklar ist, inwiefern sich Xiaomis Datensammel-Praxis von der anderer Hersteller wie Samsung oder Apple unterscheidet. Auch Samsung-Nutzer werden beim Einrichten ihres Smartphones aufgefordert, ein Konto einzurichten. Dabei stimmen sie der Erhebung und Analyse ihrer Daten zu. Laut der europäischen Datenschutzgrundverordnung brauchen Unternehmen die Erlaubnis der Nutzer, wenn sie personenbezogene Daten auf ausländischen Servern speichern wollen.

Xiaomi will jedenfalls nachbessern und seine Browser-Apps (Mint Browser, Mi Browser) mit einem Schalter ausstatten, mit dem die Nutzer im Inkognito-Modus das Sammeln und Auswerten ihrer Browser-Daten ausschalten können.

Video des «Forbes»-Journalisten Thomas Brewster zeigt: Xiaomi zeichnet die Browser-Nutzung auf.

(oli/str/t-online.de)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Xiaomi? Wie spricht man das aus?

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Sehr attraktive Preise»: Die Schweiz lagert künftig staatliche Daten bei Alibaba in China

Die Bundeskanzlei hat einen Grossauftrag für Datenspeicherung in der Cloud im Wert von 110 Millionen Franken an vier amerikanische und ein chinesisches Unternehmen vergeben.

Der Bund will künftig staatliche Daten in der Cloud speichern und verarbeiten. Dafür hat er einen Auftrag ausgeschrieben, welchen fünf Unternehmen gewonnen haben: Amazon, IBM, Oracle, Microsoft und der Alibaba-Konzern. Das berichtet der «Tages-Anzeiger». Bei den ersten vier handelt es sich um in den USA ansässige Unternehmen, Alibaba hingegen stammt aus China. Ein europäischer oder gar schweizerischer Anbieter wurde nicht berücksichtigt.

Der Auftrag hat ein Volumen von 110 Millionen Franken, …

Artikel lesen
Link zum Artikel