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iPad Pro 2020 von Apple

Das iPad Pro entwickelt sich immer mehr zum Profi-Tool. Auch dank Lidar (dazu unten mehr). Bild: Apple

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution



Zum zehnten Geburtstag spendiert Apple dem iPad eine Technologie, die man bislang von autonom fahrenden Autos oder der Raumfahrt kannte, und von Roboter-Staubsaugern: Sogenannte Lidar-Sensoren sollen den Anwendungen zur erweiterten Realtät (AR) neuen Schub verleihen.

Die Lidar-Sensoren sind in die am Mittwoch vorgestellten neuen iPad-Modelle verbaut. Die vier neuen iPad Pro sind auch mit einem schnelleren Prozessor (A12Z Bionic) bestückt, der die Rechen-Power liefert für neue Anwendungen.

Das ist nicht nur für «Casual Gamer» eine gute Nachricht, wie wir gleich sehen. Die neuen iPads kommen mit einer Innovation, die vielen Menschen das Leben erleichtern wird.

Was bringt Lidar?

LIDAR ist die Abkürzung für das englisch Light Detection and Ranging, eine dem Radar verwandte Methode zur optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung.

Mit Lidar-Scannern tasten zum Beispiel selbstfahrende Auto ihre Umgebung ab. Laut verschiedenen Experten handelt es sich dabei um eine Schlüsseltechnik, wobei Tesla mit seinem «Autopilot»-System einen anderen Weg gewählt hat.

Lidar ist eine mit dem Radar verwandte Technologie. Anstelle von Radiowellen werden von einem 3D-Scanner aber Laserpulse ausgesendet, die vom menschliche Auge nicht erfasst werden können. Wenn sie auf Objekte treffen, werden sie reflektiert. Damit können AR-Anwendungen Dimensionen in einem Raum exakt erfassen, inklusive der dort befindlichen Gegenstände.

Vor allem Augmented-Reality-Anwendungen (AR) sollen von der besseren Hardware-Ausstattung profitieren, zu der auch eine neuentwickelte Ultraweitwinkel-Kamera und ein neuartiger Lidar-Scanner gehören. Bei AR werden virtuelle Inhalte auf einem Display mit der realen Umgebung gemischt angezeigt.

Die erforderliche Software stellt Apple mit ARKit zur Verfügung, einer Plattform, die 2017 lanciert wurde, und die nun in der dritten Generation zur Verfügung steht.

Was soll daran revolutionär sein?

1. Das iPad Pro hilft Patienten beim Gesundwerden.

Die neue Technik kann Physiotherapeuten und anderen medizinischen Fachleuten bei der Therapierung von Patienten unterstützen. Dies zeigt beispielhaft Apples Kooperation mit 3D4Medical. Das US-Unternehmen entwickelt interaktive 3D-Visualisierungstools und bietet die medizinische Lernsoftware Complete Anatomy an, die auch an der Universität Zürich eingesetzt wird.

Medizinstudenten und Ärzte nutzen die Software, um die Funktionsweise des menschlichen Körpers zu studieren. Von Complete Anatomy kommt nun eine neue iPad-App, die medizinische Fachleute in die Lage versetzt, den Bewegungsumfang von Patienten, die sich von einer Verletzung oder Operation erholen, präzise und sofort zu messen.

iPad Pro 2020 von Apple

Die App soll quantifizierte Informationen über die Fortschritte ermöglichen und die Mobilitätsverbesserungen während des Genesungsprozesses im Auge behalten. Bild: Apple

2. Das iPad Pro erobert das Bauwesen und die Inneneinrichtung

Das iPad Pro wird zum perfekten Tool für Architekten und Innendesigner und alle, die ihr Zuhause neu einrichten wollen, oder die in diesem Bereich Geld verdienen.

In einer Video-Demonstration führte ein Manager des schwedischen Möbelhauses Ikea vor, wie exakt Wohnräume erfasst und mit virtuellen Möbeln und Einrichtungsgegenständen ausgestattet werden können.

Apple schreibt:

iPad Pro 2020 von Apple

Bild: Apple

Der neue Studio-Modus für IKEA Place, der noch in diesem Jahr erhältlich sein wird, nutzt den LiDAR-Scanner und das ARKit des iPad Pro, um nicht nur einzelne Möbel zu platzieren, sondern ganze Räume intelligent in AR einzurichten. Mit dem Studio-Modus können Menschen verschiedene Bereiche in ihrem Zuhause erkunden, um Raum-Sets zu entdecken, wie man sie aus dem IKEA-Einrichtungshaus kennt, die ihre bestehenden Möbel, ihren Raum und ihren Stil ergänzen.

Gabs das nicht schon?

Nicht in dieser Präzision und Geschwindigkeit, und genau das sind die entscheidenden Kriterien, damit Augmented-Reality-Anwendungen nahezu perfekt funktionieren.

AR könnte damit massentauglich werden.

3. Das iPad kann nun definitiv auch wie ein Notebook genutzt werden

Mit den neuen iPad-Modellen baut Apple nach Einschätzung von Experten seine Führung im oberen Marktsegment aus. Die Kalifornier sind seit der Lancierung des iPads 2010 Marktführer und versuchen seit ein paar Jahren, ihre leistungsfähigsten Tablets als PC- und Notebook-Ersatz zu etablieren.

Die neuen iPad-Pro-Modelle können ähnlich wie ein Laptop bedient werden. Apple hat dazu eine neue Tastatur (Magic Keyboard) vorgestellt, in die auch ein Trackpad integriert ist. Bislang hatte Apple von der Bedienung mit einer Maus oder einem Trackpad beim iPad Abstand gehalten.

So funktioniert das:

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Video: YouTube/Apple

Die neuen iPads werden in vier Modellen angeboten, mit einem 11-Zoll-Bildschirm oder mit einem 12.9-Zoll-Display – sowie entweder nur mit WLAN-Verbindungsoption oder auch mit Mobilfunk (LTE). Die Geräte kosten zwischen knapp 880 Franken und knapp 1260 Franken. Sie sollen trotz der widrigen Umstände mit wochenlang reduzierter Kapazität in den Produktionsstätten in China ab kommender Woche im Handel verfügbar sein. Die Apple Stores sind derzeit allerdings wegen der Coronavirus-Krise vorläufig geschlossen.

Auf dem virtuellen Event stellte Apple ausserdem eine verbesserte Version seines Laptops MacBook Air vor. Das Modell erhält nun auch eine überarbeite Tastatur, die nicht mehr so fehleranfällig sein soll wie beim Vorgängermodell. Ausserdem wurde der Speicherplatz des Apple-Laptops verdoppelt und der Startpreis leicht auf knapp 1200 Euro gesenkt.

Die neue iPad-Generation sollte eigentlich auf einem Event in Kalifornien angekündigt werden. Vor dem Hintergrund der Reise- und Versammlungsbeschränkungen durch die Coronavirus-Krise schwenkte Apple dann auf eine Ankündigung im Internet um.

(dsc/sda)

Quellen:

Apples Promo-Video zum iPad Pro:

abspielen

Video: YouTube/Apple

(dsc/sda/awp/dpa)

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Das neue iPad Pro von Apple (2020)

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    Alle Leser-Kommentare
  • DrDeath 20.03.2020 02:07
    Highlight Highlight Nein, das iPad bekommt KEIN Radar, sondern ein Lidar. RAdar steht für RAdio detection and ranging, LIdar für LIght detection and ranging. Das funktioniert zwar vom Prinzip her ähnlich, ist aber nicht das gleiche. Wenn ihr schon mit solchen Begriffen um euch schmeisst, dann verwendet sie bitte wenigstens korrekt.
  • Fandall 19.03.2020 10:24
    Highlight Highlight Somit muss die NSA nun nicht mehr die Innenmasse deines Heims die bis jetzt gestüzt auf Videoaufnahmen/Fotos gemacht wurden schätzen, wie praktisch!
    Einmal mehr ein "Feature" das ausser für gewisse Nischenandwendungen, keinen wirklichen Mehrwert bringt. Die Hacker werden sich freuen.
  • Posersalami 19.03.2020 10:16
    Highlight Highlight Cool, mein iPad mini 4 ist langsam etwas altersschwach und wird die Tage mit einem neuen 11" iPad Pro ersetzt :)
  • Gubbe 19.03.2020 09:44
    Highlight Highlight Es wird grundsätzlich nichts produziert, das nicht irgend jemandem einen Vorteil verschafft.
    Wenn IKEA nun sagt, dass es mit diesem System schneller Möbel virtuell platzieren könne - es brauch die Raummasse dazu. Jeder Neubau wird heute mit einem CAD-System konstruiert. Die Masse sind also da, die Software zum Platzieren, Einrichten der Möbel auch. Auch wenn dieses LiDar schneller sein soll, das merkt der Anwender garantiert nicht.
    • Bits_and_More 19.03.2020 11:28
      Highlight Highlight Nur das der Bewohner in der Regel keinen Zugriff auf die CAD Daten hat noch wird der durchschnittliche User etwas damit anfangen können.

      Mit der Lösung von Apple wird das ganze wesentlich einfacher.
    • Fandall 19.03.2020 13:57
      Highlight Highlight Ist schon traurig wenn die Leute von heute nicht mal mehr ihre Vorstellungskraft und einen Rollmeter benutzen können...
      Schlussendlich sieht's trotzdem nicht aus wie auf dem Bildschirm, das kennt man ja vom Internet Shopping ;-)
  • Forreal 19.03.2020 09:37
    Highlight Highlight "Zum zehnten Geburtstag spendiert Apple dem iPad eine Technologie, die man bislang nur von autonom fahrenden Autos oder der Raumfahrt kannte." oder von meinem Roboter-Staubsauger...
    • @schurt3r 19.03.2020 10:02
      Highlight Highlight Danke, habs in den Artikel reingenommen 😄
    • Auric 19.03.2020 12:16
      Highlight Highlight Stimmt natürlich
      von dem riemengetriebenen Puck, der auf dem Robbi sitzt, bis zu dem was Apple einsetzt, ist ein gewaltige Schritt, jetzt dieser Technologie noch mehr Reichweite verpassen und der wichtigste Step zu autonomen Fahrzeugen ist geschafft.
  • Dr Barista 19.03.2020 09:14
    Highlight Highlight "Das iPad kann nun definitiv auch wie ein Notebook genutzt werden". Die Betonung liegt auf "WIE" und nicht "ALS". Solange es kein richtiges Betriebssystem kriegt leider immer noch nicht ganz das Gelbe vom Ei, sprich die Eierlegendewollmilchsau die es sein könnte...
    • Posersalami 19.03.2020 10:16
      Highlight Highlight iPad OS ist kein richtiges Betriebssystem?

      Was soll es denn sonst sein?
    • Rumo 19.03.2020 11:34
      Highlight Highlight Was kann denn ein „richtiges Betriebssystem“ mehr?
    • Auric 19.03.2020 12:18
      Highlight Highlight OS X Catalina drauf machen wäre schon schön
      so mit Programmen, die ohne Appstore zu installieren sind.
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