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Beim Pilotprojekt konnten Dritte für andere in der Migros einkaufen und «etwas dazuverdienen». screenshot: youtbe

Tschüss «Amigos»! Darum killt die Migros ihre Social-Shopping-App

Die Gewerkschaft Unia spricht von einem «Dumping-Lieferdienst» und begrüsst das Aus.



Die Migros wird die Social-Shopping-Plattform mit dem Namen «Amigos» nicht einführen. Nach Abschluss der gut eineinhalbjährigen Testphase stellt der Detailhandelsriese den Dienst ein. Die Gewerkschaft Unia fordert nun die Einleitung eines Konsultationsverfahrens.

Seit April des letzten Jahres hat die Migros in den Regionen Bern und Zürich den Online-Dienst «Amigos» angeboten. Auf der Plattform können Migros-Kunden anderen Migros-Kunden einen Gefallen machen, indem sie für sie einkaufen. Doch damit ist nun Schluss, wie der Konzern am Mittwoch bekanntgab. Die Migros werde den Test am 10. Dezember 2019 abschliessen und den Dienst nicht einführen.

Gewerkschaft begrüsst Stopp und stellt Forderungen

Die in der Testphase gesammelten Erkenntnisse hätten gezeigt, dass sich das Angebot von einer Plattform im Sinne der Nachbarschaftshilfe hin zu einer gewöhnlichen kommerziellen Shopping-Plattform entwickelt hätte, teilt das Unternehmen mit. Dieses Modell stehe im Widerspruch zu der ursprünglichen sozialen Idee.

Die Gewerkschaft Unia begrüsste die Schliessung der von ihr als «Dumping-Lieferdienst» kritisierten Plattform. Denn sie habe auf scheinselbstständiger Arbeit und Dumpinglöhnen basiert. Nun schulde die Migros den «Amigos»-Lieferanten Löhne, Auslagenersatz für die Nutzung privater Geräte und Fahrzeuge sowie Sozialversicherungsbeiträge. Zudem müsse ein Konsultationsverfahren eingeleitet werden, da es sich um eine Massenentlassung handle, forderte die Unia.

Migros-intern habe die Abschaltung von «Amigos» am 10. Dezember keine Konsequenzen, berichtet inside-it.ch. Es verliere niemand die Stelle und es müsse sich niemand «neu orientieren». Bitter für die Erfinder: Ihre App war im April als eines der besten Digitalprojekte der Schweiz ausgezeichnet worden. Von einer 100-köpfigen Jury und vom Publikum.

Noch im Juni dieses Jahres hatte der Projektverantwortliche das Geschäftsmodell verteidigt und betont, es unterscheide sich von Uber und anderen P2P-Plattformen:

«‹Amigos› verlangt keine Kommissionsgebühr. Der Bringer erhält 100 Prozent des Geldes, das der Besteller für die Lieferung bezahlt hat. Vergleichbar mit einem Taschengeld, wenn diese Einkaufshilfe privat organisiert wird. Die Migros verdient ausschliesslich an den Einkäufen. Dieser Profit ist der Gleiche, wie wenn der Besteller selbst in die Filiale spazieren würde.»

Amadeus Petrig, Migros quelle: netzwoche.ch

Der Vorwurf, die Migros wolle aus der Hilfsbereitschaft der Kunden Profit schlagen, wurde zurückgewiesen.

Das Promo-Video zum missglückten «Social-Shopping»-Dienst

abspielen

Video: YouTube/Migros

(dsc/sda/awp)

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