DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde in der Corona-Pandemie zum Ziel von Corona-Verharmlosern und Rechtsextremen.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde in der Corona-Pandemie zum Ziel von Corona-Verharmlosern und Rechtsextremen.
Bild: keystone

Nach Facebook-Hetze gegen Merkel: 40-jähriger Corona-Schwurbler verurteilt

Der gelernte Gärtner war Mitglied einer geschlossenen, etwa 5000 Mitglieder umfassenden Facebook-Gruppe, in der auch zu Gewalt gegen «Asylanten und Migranten» aufgerufen wurde.
27.05.2021, 16:47

Ein Berliner Facebook-Nutzer ist nach Hetze gegen die deutsche Kanzlerin Angela Merkel zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Der 40-Jährige habe sich der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten, der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten sowie der Volksverhetzung schuldig gemacht, begründete das Amtsgericht Berlin-Tiergarten am Donnerstag. Der Angeklagte hatte zuvor gestanden und erklärt, er habe sich «übelst über die Corona-Massnahmen geärgert». Er bedauere sein damaliges Verhalten sehr.

Der gelernte Gärtner war laut Anklage im Juni 2020 Mitglied einer geschlossenen, etwa 5000 Mitglieder umfassenden Facebook-Gruppe. Ziel zumindest eines Teils der Gruppe sei es gewesen, im Chat zu schwersten Straftaten gegen Kanzlerin Merkel sowie gegen Migranten aufzurufen. So habe der 40-Jährige gehetzt, Merkel sowie «Asylanten und Migranten» müssten «vernichtet» werden.

Verstärkt Alkohol konsumiert

Der nicht vorbestrafte Angeklagte sagte weiter, das Schlimmste sei für ihn der Lockdown gewesen. «Ich durfte längere Zeit nicht zur Arbeit, durfte nicht mehr meine Freunde sehen», so der 40-Jährige, der laut Gutachten an einer autistischen Störung leidet.

Auch seine Therapie in einer heilpädagogischen Ambulanz sei weggefallen. Er habe verstärkt Alkohol konsumiert – «ich wusste nicht mehr, was falsch und was richtig war». Er bereue die Taten und werde «nie wieder so einen Mist machen».

Das Gericht entsprach mit dem Urteil dem Antrag der Staatsanwältin. Der 40-Jährige erklärte, er werde die Entscheidung annehmen.

(dsc/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

«Hate Speech» bei Facebook – was toleriert wird, und was nicht

1 / 27
«Hate Speech» bei Facebook – was toleriert wird, und was nicht
quelle: epa/epa / koca sulejmanovic
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

114 Tage auf der Intensivstation: Corona-Patient im Krankenbett ans Meer gefahren

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

«Die Schweizer Beteiligung am Kolonialismus war sehr viel stärker, als viele annehmen»

Die Schweiz war keine Kolonialmacht, dennoch haben auch wir eine Kolonialgeschichte. Nur kennt sie fast niemand. Im Interview erklärt die Kulturwissenschaftlerin Patricia Purtschert, warum in der Schweiz eine «koloniale Amnesie» herrscht und wie sich die Verwicklung im Kolonialismus auf den Rassismus auswirkt.

Frau Purtschert, erstaunt es Sie, dass gerade jetzt nach der Schweizer Kolonialgeschichte gefragt wird?Patricia Purtschert: Nein, ich denke das ist die Frage, die jetzt gestellt werden muss. Sie ist wichtig, um einzuordnen, was gerade passiert. Denn Black Lives Matter, das Thematisieren von Rassismus gegenüber Schwarzen Menschen, hat sehr viel mit der Kolonialgeschichte zu tun, auch mit derjenigen der Schweiz. Obwohl die «koloniale Schweiz» lange ein undenkbarer Begriff war, weil die Schweiz …

Artikel lesen
Link zum Artikel