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Kriminelle nutzen (mal wieder) die Neugier der Menschen, um Login-Daten abzugreifen. screenshot: facebook

Das steckt hinter den «Facebook lässt Nutzer sehen, wer dein Profil besucht»-Postings



In letzter Zeit häufen sich auf Facebook Statusbeiträge, die vorgaukeln, man könne mit einer «exklusiven Funktion» sehen, wer das eigene Profil besucht habe. Das ist natürlich Quatsch. Diese Funktion gibt es auch im Jahr 2020 nicht. Es handelt sich um eine klassische Phishing-Falle. Anders gesagt: Kriminelle machen sich einmal mehr die angeborene Neugier des Menschen zunutze, um an die Passwörter der Facebook-Profile zu gelangen.

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So sehen die betrügerischen Facebook-Posts aus. screenshot: facebook

Die Masche der Betrüger ist fast so alt wie Facebook selbst, aber offenbar fallen noch immer genug Mitmenschen darauf herein.

Darum nochmals zum Mitschreiben: Man kann auf Facebook keine Liste seiner Profilbesucher anzeigen lassen. Auch dann nicht, wenn man irgendeine dubiose App installiert. Das ging noch nie und geht auch jetzt nicht. Das auf Facebook-Betrug spezialisierte Online-Portal Mimikama schreibt hierzu: «Im Höchstfall werden Nutzer angezeigt, die mit dem eigenen Profil am meisten interagierten. Oft ist es aber nicht einmal das.»

Das steckt hinter dem Betrug

Wer auf den Link klickt, kommt in der Regel auf eine gefälschte Facebook-Loginseite. Wer dort sein Passwort eingibt, übergibt es den Betrügern. Diese veröffentlichen nun im Namen des gekaperten Profils weitere betrügerische Postings über einen angeblichen «Profil-Viewer» und markieren andere Facebook-Freunde. So verbreitet sich der Betrug im Netzwerk.

Tipp:

«Wer sich nicht sicher ist, ob er auf der echten Login-Seite ist, kann es zuerst mit wahllosen Buchstaben versuchen. Zum Beispiel: ergsertgrestg@esrt.com und als Passwort detfgdrtbrx. Kannst du dich trotzdem ‹einloggen›, weisst du, dass es eine Phishing-Seite ist!»

Mimikama

Gibt man seine Login-Daten auf der gefälschten Facebook-Seite ein, landet man oft bei einem dubiosen Gewinnspiel. Natürlich gibt es keine Preise zu gewinnen, dafür massenhaft Spam per E-Mail, Post oder SMS.

Die Facebook-App-Falle

Die Betrüger geben sich durchaus Mühe und haben eine Facebook-App entwickelt, die man installieren soll, um die Profilbesucher zu sehen. Hierfür müsse man der App Zugang zum eigenen Profil geben, wird einem vorgetäuscht. Wenn die Neugier grösser als die Vernunft ist und man der App Zugriff auf das eigene Profil gibt, kann die Anwendung unter dem eigenen Namen willkürlich Sachen auf Facebook posten. Die Betrüger machen sich genau dies zunutze.

Zur Belohnung bekommt man oft «tatsächlich eine Liste der angeblichen Profilbesucher, doch ist dies eigentlich nur eine Liste der Freunde, die beispielsweise am meisten eure Beiträge gelikt oder kommentiert haben, nicht die echten Profilbesucher!», schreibt Mimikama.

Die Kriminellen können die gekaperten Profile nun für diverse Betrugsmaschen missbrauchen: «Ich wurde im Ausland ausgeraubt, kannst du mir etwas Geld überweisen», ist ein Klassiker. Da viele Internet-Nutzer ihr Facebook-Kennwort auch noch für andere Dienste nutzen, haben die Kriminellen freie Hand.

So schützt du dich

  1. Aktiviere auch bei Facebook die zweistufige Anmeldung (Authentifizierung)
  2. Nutze einen Passwort-Manager

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung erhöht die Sicherheit des Logins enorm. Heutzutage muss man meistens seine Handy-Nummer angeben. Möchte man sich dann einloggen, kommt man erst in das Konto rein, wenn man den Code eingegeben hat, den man per SMS zugeschickt bekommt. Hacker können mit dem Facebook-Passwort allein somit nichts anfangen, sie bräuchten auch die Kontrolle über das Smartphone.

Alternativ bieten Facebook und viele andere Online-Dienste die Anmeldung via spezieller Authenticator-Apps an, was besonders sicher ist. Dabei wird ein sechsstelliger Einmal-Code von der Authenticator-App per Zufall generiert und muss innerhalb einiger Sekunden eingegeben werden, bevor er ungültig wird. Beliebte Apps dafür sind der Google Authenticator bzw. der Microsoft Authenticator.

Damit man sich nicht jedes Passwort merken muss und diese trotzdem immer zur Hand hat, gibt es Passwortmanager (z. B. als App für das Handy oder als Browser-Erweiterung für den PC). Diese kümmern sich automatisch um das Erstellen sicherer Passwörter und melden den Nutzer bei den entsprechenden Apps und Webseiten automatisch an.

Nicht der Browser oder ein Notizzettel, sondern ein sicherer Passwortmanager merkt sich so alle Passwörter für E-Mail, Facebook, Netflix, Onlineshops etc. Als Nutzer legt man hierzu ein Master-Passwort fest, das alle anderen im Passwortmanager gespeicherten Passwörter schützt.

Passwortmanager sind insofern sicherer als zig Passwörter selbst zu verwalten, da sie selbst möglichst sichere Passwörter erstellen und diese verschlüsselt speichern (lokal oder in der Cloud). So muss man sich ein für alle Mal nur noch ein einziges Passwort merken.

Passwortmanager funktionieren heutzutage plattformübergreifend auf Windows, Mac und Smartphones. Empfehlenswert sind zum Beispiel Last Pass, 1Password und – für erfahrene User – das Open-Source-Programm Keepass.

(oli)

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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nick Name 14.05.2020 07:11
    Highlight Highlight (Ist zwar Off-Topic und der Beitrag schon uralt (also knapp zwei Tage), aber einfach kurz:
    He, Leute der Kommentarspalte, danke!
    Ihr habt mich einmal mehr sehr erheitert, an diesem trüben Morgen.)
  • Onkel Jenny 13.05.2020 09:24
    Highlight Highlight So schützt du dich:

    „Zuerst denken, dann klicken!“

    https://www.mimikama.at/
  • Trasher2 13.05.2020 00:09
    Highlight Highlight Spannenderweise verbreiten von meinen FB Freunden die solchen Müll, welche auch regelmässig Verschwörungstheorien bez. Covid 19, G5 und implantiere Mikrochips weiterverbreiten...
    🤔
  • Nora Flückiger 12.05.2020 16:13
    Highlight Highlight Jeder der nicht im Facebook ist, kann sich glücklich schätzen!
  • MacB 12.05.2020 15:43
    Highlight Highlight Es gibt ja gerade in Facebook oft die Lockvogelwerbungen "Roger Federer macht es Vor", "DJ Bobo plötzlich reich" und Co.

    Ich klick da oft drauf und schliesse es dann umgehend. So können die Betrüger wenigstens ihr Werbegeld an FB abdrücken, ohne etwas erreicht zu haben. Das ist meine minimale Form der Rache und Verachtung diesen Kriminellen gegenüber.
    • stevemosi 12.05.2020 18:34
      Highlight Highlight Du weisst schon umso mehr du auf so Links klickst desto mehr bekommst du auch so Mist angezeigt?
      Werbung ist personalisiert, seit ich mal Bartpflege gegoogelt habe bekomme ich nur noch Hipsterwerbung
    • insert_brain_here 13.05.2020 10:06
      Highlight Highlight @stevemosi: Wenn du dem freundlichen Rentnerehepaar vom ersten Stock bei ihren PC-Problemen hilfst und in ihrem Browser ausschliesslich Werbung für BDSM-Shops angezeigt wird :D
  • Resistance 12.05.2020 15:40
    Highlight Highlight Gits Facebook no!?
  • MasterPain 12.05.2020 15:16
    Highlight Highlight Auch gut ist der Text, der mind. einmal pro Jahr die Runde macht, in dem man Facebook verbietet die hochgeladenen Bilder zu verwenden 😂

    Oder «Umgehe den Facebook Algorithmus in dem du diesen Text kopierst...»
    • Bee89 12.05.2020 15:44
      Highlight Highlight das ist immer ganz praktisch um seine Freundesliste mal wieder auszumisten ;)
    • MasterPain 12.05.2020 16:46
      Highlight Highlight ...
      Benutzer Bildabspielen
  • c-bra 12.05.2020 15:09
    Highlight Highlight bestimmt steckt Bill Gates auch hinter dieser Falle!!

    Zum Glück habe ich vor einiger Zeit diesen einen riesigen Text in meinen Status kopiert um meine Bilder und Beiträge zu schützen. Nicht mit mir Bill Gates, nicht mir mir!



    (Achtung, obiger Text kann Ironie enthalten)
    • Kiro Striked 12.05.2020 15:24
      Highlight Highlight JAAA OMG... das gabs ja auch mal... dieses "Facebook darf meine Bilder und Daten nicht verwenden" Status zeugs... HAHA :) Danke für den Lacher wir hatten Damals einige in der Berufschule die feste davon überzeugt waren, dass dies so rechtlich verhält.
  • BETA 12.05.2020 14:53
    Highlight Highlight Und dann heisst es wieder: "Ich wurde gehackt"!

    Nein wurdest du nicht, du bist nur fahrlässig unvorsichtig mit deinen Login-Daten umgegangen!
    • MasterPain 12.05.2020 15:15
      Highlight Highlight Nein, meistens hat einfach jemand das Foto runtergeladen und ein neues Profil angelegt.
    • BETA 12.05.2020 15:24
      Highlight Highlight @MasterPain
      Stimmt, das geht ja heutzutage auch unter "gehackt"
      *lach*

  • sweeneytodd 12.05.2020 14:51
    Highlight Highlight Du willst sehen wer auf deinen Kommentar auf Watson ein Herz/Blitz gab? Dann klicke auf folgenden Link 👇
    www.(insert mysterious link).com
    • themachine 12.05.2020 15:35
      Highlight Highlight Link funktioniert nicht
    • sansibar 12.05.2020 19:39
      Highlight Highlight „ergsertgrestg@esrt.com„ hat sich gerade erfolgreich eingeloggt 👍
  • Stirling 12.05.2020 14:33
    Highlight Highlight Ich habe sie Lösung für ein solches Problem:
    Einstellungen/Profileinstellungen/Profil löschen.
    • Yveze 12.05.2020 14:56
      Highlight Highlight wenns doch nur so eifach war... :-)
    • stimpy13 13.05.2020 08:57
      Highlight Highlight Wow. Intelligent. Gibt es auch eine "er Lösung" für das männliche Geschlecht?
  • Tschowanni 12.05.2020 14:31
    Highlight Highlight Erstaunt mich immer wieder aufs neue wie jemand auf sowas noch reinfällt und dazu seinen Freunden auch noch weiterempfiehlt. Leider gibt es Unmengen davon...
    • Hans Jürg 12.05.2020 14:48
      Highlight Highlight Wer auf Facebook ist, glaubt bekanntlich sehr vieles...
    • Tschowanni 12.05.2020 15:08
      Highlight Highlight Mit einem Volk, das glaubt mit einem Klick auf FB was zu gewinnen, ist politisch vieles möglich 😂
  • ast1 12.05.2020 14:25
    Highlight Highlight "Zum Beispiel: ergsertgrestg@esrt.com und als Passwort detfgdrtbrx"

    Hee, wie seid ihr an meine Login-Daten gekommen und wieso postet ihr die auf Watson?? 😠😤
  • Atavar 12.05.2020 14:05
    Highlight Highlight Was geht in den Köpfen der Leute nur vor?

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