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Das Bürogebäude der Alphabet-Tochter Google in New York. (Archivbild)

Büro der Alphabet-Tochter Google in New York. Die Justiz ermittelt wieder. Bild: AP

Jetzt geht es Google richtig an den Kragen – wie einst Microsoft?

Die US-Kartellhüter gehen gegen «Big Tech» und mutmasslich wettbewerbwidriges Gebaren vor. Einmal mehr ist auch Facebook im Visier.



Winkt Google ein ähnliches Schicksal wie Microsoft? Dem Windows-Konzern drohte die Aufspaltung, nachdem die Justiz gegen den Quasi-Monopolisten ermittelte.

Heute Montag will mehr als die Hälfte der Generalstaatsanwälte der 50 US-Bundesstaaten eine Untersuchung gegen die Alphabet-Tochter Google einleiten, wie das deutsche «Handelsblatt» berichtet. Es gehe um mögliche Wettbewerbsverstösse.

Schon am vergangenen Freitag hatte die Generalstaatsanwältin von New York mitgeteilt, dass neun amerikanische Bundesstaaten auch bei Facebook untersuchen wollen, ob gegen Wettbewerbsregeln verstossen wurde.

Unter anderem solle ermittelt werden, ob die Nutzer in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt oder die Preise für Werbeanzeigen in die Höhe getrieben wurden.

Es ist Wahlkampf

«Selbst die grösste Social-Media-Plattform der Welt muss das Gesetz befolgen und die Konsumenten respektieren», sagte die zuständige Staatsanwältin Letitia James.

Für Google und Facebook würden die Aktionen der Staatsanwälte zu einer Zeit kommen, in der sich die Unternehmen bereits an verschiedenen Fronten verteidigen müssen, kommentiert das «Handelsblatt»:

«Das Justizministerium, die Politik, die Handelsaufsichtsbehörde FTC in Washington und nun auch die Bundesstaaten – sie alle sind ihnen auf den Fersen. Gerade im Wahlkampf ist die Dominanz von Big Tech hochaktuell und zieht in beiden Lagern.»

Im Juli hatten bereits die Wettbewerbshüter des US-Justizministeriums eine weitreichende Untersuchung grosser Online-Plattformen angekündigt.

Wie Microsoft davon kam ...

Ob am Schluss abgesehen von saftigen Geldstrafen, die die Milliardenkonzerne kaum schmerzen werden, etwas herausspringt, ist fraglich. Dies hat schon der Fall Microsoft Ende der 1990er- und Anfang der Nullerjahre gezeigt.

Das Urteil in erster Instanz vom Juni 2000 forderte eine Aufspaltung Microsofts in zwei separate Unternehmen für Betriebssysteme und Anwendungssoftware, wie man bei Wikipedia nachlesen kann. Doch dann kam die Politik ins Spiel: Nachdem George W. Bush, dessen Wahlkampfagentur eng mit Microsoft verknüpft war, 2001 zum US-Präsident gewählt wurde, ernannte er einen neuen Leiter des Kartellamtes.

Dieser Mann hatte schon vor seinem Amtseintritt für die Erhaltung Microsofts als Einheit plädiert und in der Berufungsverhandlung wurden die Kartellrechtsverletzungen und illegalen Geschäftspraktiken zwar bestätigt, das Urteil hinsichtlich der Aufspaltung jedoch aufgehoben.

(dsc/sda)

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