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Der Beweis: Die CDU ist fresher denn je. screenshot: instagram/krampkarrenbauer

Instagram-Video der CDU mit Jugendsprache sorgt für Spott – und überraschendes Lob

Die deutsche CDU will der jungen Wählerschaft zeigen, dass sie junggeblieben sind. Ihr neues Werbevideo auf Instagram zeigt, wie jung. Auf Twitter wird das Werbevideo kontrovers diskutiert.



Deutschland schmunzelt, Grund dafür ist die Merkel-Partei CDU. Diese gilt nicht unbedingt als die Partei, die bei jungen Wählern am beliebtesten ist. In Zahlen: Bei der Europawahl 2019 machten gerade mal 13 Prozent der unter 30-Jährigen ihr Kreuz bei den Unionsparteien.

Vor diesem Hintergrund ist klar, dass die CDU sich noch mehr um junge Menschen bemühen muss. Auch wenn Generalsekretär Paul Ziemiak im Interview in der Sendung «Frühstart» bei ntv verkündet, die Zustimmung zu den Unionsparteien sei bei jungen Menschen deutlich höher als noch vor einem Jahr.

Als Versuch, die Beliebtheit unter Jungwählern weiter auszubauen, darf wohl auch die aktuelle Instagram-Story von Noch-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer gewertet werden. Als Anlass gilt das 75-jährige bestehen der Partei.

Wenn man nur ihren Worten lauscht, klingt es nach einem ganz normalen Werbevideo. Doch unten steht die Übersetzung für die Jungen und Junggebliebenen unter uns: In ziemlich aufdringlichen Jugendsprache.

So wird etwa das «Guten Tag» von Kramp-Karrenbauer mit «Yo Leute» übersetzt. Laut ihr fänden manche die CDU ja etwas altbacken, aber sie seien doch ziemlich jung geblieben. Der Beweis steht in der Übersetzung: «Ihr denkt, die CDU ist Old School, aber wir sind fresher denn je.»

Es wäre an der Zeit, zu zeigen, «was in den 75 Jahren so alles los war». Und damit es auch die Teenager verstehen, hier noch die Übersetzung: «Zeit, mal zu flexen, was in den 75 Jahren so alles abging.»

Swiped einfach nach oben, um euch den nicen Geburtstagsfilm zu sehen und gönnt euch!

Seht selbst:

Selbstironie oder Cringe?

Das Video, das auf einen Film zum 75. Jubiläum der Partei hinweisen soll, wird in den sozialen Netzwerken bereits kontrovers diskutiert.

«Eine Grundregel in der politischen Kommunikation: Wanze Dich nie mit sogenannter ‹Jugendsprache› an #diesejungenleute ran», meint Politikberater Martin Fuchs auf Twitter. «Auch nicht in Insta-Stories. Nie!»

Kramp-Karrenbauers persönlicher Referent Boris Binkowska antwortet ihm jedoch, ebenfalls mit demonstrativ jugendlicher Anrede: «Yo Martin, die ‹Jugendsprache› ist im Untertitel bewusst überzogen und steht im Kontrast zum Gesagten (Ton an!).» Er werte das eher als Selbstironie

Damit sind die Eckpunkte gegeben, dazwischen finden sich viele verschiedene Meinungen.

Der Politikwissenschaftler Constantin Wurthmann glaubt nicht, dass die Selbstironie von jedem erkannt wird, vor allem nicht von denen, die damit eigentlich angesprochen werden sollen: Den Erstwählern.

Journalist Morten Wenzek scheint auch nicht so recht überzeugt zu sein. Er spielt in seinem Tweet dazu auf ein bekanntes Meme an, dass einen älteren Herrn in jugendlichen Klamotten zeigt, der ein fröhliches «What's popping, fellow young kids» in die Runde schmeißt.

Lob von einer jungen SPDlerin

Applaus bekommt das Video dagegen etwas überraschend vom politischen Gegner, namentlich von SPD-Influencerin Lily Blaudszun. Sie findet es – offenbar gänzlich unironisch – «gelungen, so neue Wege zu gehen.»

Egal, ob peinlicher Cringe oder gelungene Selbstironie: Eins hat Annegret Kramp-Karrenbauer auf jeden Fall geschafft: Die Leute reden über sie – und das Video.

(watson.de/om/cki)

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