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Huawei kritisiert US-Sanktionen als willkürlich und warnt



FILE - In this March 8, 2019, file photo, A logo of Huawei retail shop is seen through a handrail inside a commercial office building in Beijing.  The U.S. government is imposing new restrictions on Chinese tech giant Huawei by limiting its ability to use American technology to build its semiconductors. The Commerce Department said Friday, May 15, 2020 the move aims to cut off Huawei

Bild: AP

Huawei sieht sich nach der Ausweitung der US-Sanktionen gegen den chinesischen Technologiekonzern auf das Chip-Geschäft im Überlebenskampf.

«Diese Entscheidung war willkürlich und droht, der gesamten Branche global Schaden zuzufügen», warnte der amtierende Huawei-Chef Guo Ping am Montag auf der jährlichen Analysten-Konferenz. «Diese neue Regel wird sich auf den Ausbau, die Wartung und den kontinuierlichen Betrieb von Netzen im Wert von Hunderten von Milliarden US-Dollar auswirken, die in mehr als 170 Ländern unsere Technologie nutzen.» Für Huawei gehe es nun ums Überleben.

Die USA hatten am Freitag die Sanktionen gegen den chinesischen Huawei-Konzern weiter verschärft. Die neuen Massnahmen sollen dem Smartphone-Anbieter und Netzwerk-Ausrüster speziell den Zugang zu amerikanischer Halbleiter-Technologie abschneiden. Es geht dabei sowohl um die Entwicklung als auch um die Produktion der Chips.

Huawei weiter abhängig von US-Produkten

Huawei entwickelt inzwischen zwar verstärkt eigene Prozessoren, ist aber bei der Herstellung durch Auftragsproduzenten wie den taiwanesischen Konzern TSMC auf Technologien angewiesen, die in den USA entwickelt wurden. Huawei könnte zwar mit seinem Chip-Design auf Zulieferer in der Volksrepublik China ausweichen. Hersteller wie die Semiconductor Manufacturing International Corporation (SMIC) hinken nach Experteneinschätzungen aber aktuellen technischen Entwicklungen zwei bis drei Jahre hinterher.

Huawei ist der führende Ausrüster von Mobilfunk-Netzen und der zweitgrösste Smartphone-Anbieter der Welt. Die USA werfen dem Konzern Spionage und die Verletzung von Sanktionen unter anderem gegen den Iran vor. Huawei kam deswegen auf eine schwarze Liste von Unternehmen, mit denen amerikanische Firmen Geschäfte nur mit einer speziellen Erlaubnis der US-Behörden machen können. Huawei kann deswegen unter anderem keine neuen Smartphone-Modelle mit vorinstallierten Google-Diensten verkaufen, was den Absatz der Geräte ausserhalb des chinesischen Heimatmarktes bremst.

Guo erklärte, die US-Regierung habe Huawei am Freitag ohne überzeugende Begründung in die sogenannte Entitätsliste aufgenommen. «Seit diesem Zeitpunkt und trotz des Umstands, dass uns eine Reihe wichtiger industrieller und technologischer Elemente nicht mehr zur Verfügung standen, haben wir uns weiterhin verpflichtet, alle Regeln und Vorschriften der US-Regierung einzuhalten.» Gleichzeitig habe Huawei seine vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Kunden und Lieferanten erfüllt und trotz aller Widrigkeiten überlebt und das Geschäft und die Entwicklung neuer Produkte vorangebracht. (aeg/sda/awp/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • DrDeath 18.05.2020 23:45
    Highlight Highlight Was nur wenige wissen: China könnte die USA quasi jederzeit von heute auf morgen wirtschaftlich ruinieren und zum 3.–Welt–Land dergadieren. Das funktioniert so: China hält massive Reserven an Dollar und US–Staatsanleihen – eine Folge der unausgeglichenen Handelsbilanz, die Trump nicht müde wird zu kritisieren. Würden sie die plötzlich abstossen, wäre der Dollar quasi von einem Moment auf den anderen Altpapier. Der Grund warum sie das nicht tun, sind die zu erwartenden massiven Verwerfungen in der dollarhörigen Weltwirtschaft, die nicht zuletzt auch die chinesische Wirtschaft treffen würden.
  • Posersalami 18.05.2020 23:37
    Highlight Highlight Tja, ein klassischer Schuss ins eigene Knie. In 5 Jahren haben die Chinesen die 2-3 Jahre Rückstand aufgeholt und sind dann unabhängig von Importen.

    Da hat Trump der eigenen Wirtschaft mal wieder einen Bärendienst erwiesen.
  • Nora Flückiger 18.05.2020 16:53
    Highlight Highlight Die Chinesen sind leider viel zu nett und gutmütig. Würden sie endlich Gegenmassnahmen umsetzen, wäre wohl eine Einigung mit Trump in sichtweite.
  • LooTerror 18.05.2020 16:38
    Highlight Highlight Das ganze finde ich sehr komisch.. Gibt es überhaupt beweise was da USA Huawei vorwirft oder nicht? Ansonsten ist das nur Konkurrenz beseitigung zu Amerikanischen unternehmen..
    Hingegen das die USA andere Staaten ausspioniert wurde ja mehrfach bewiesen sage nur NSA und dieses Schweizer verschlüsselungs Gerät. Aber gab es danach Saktionen gegen US Firmen?
    • Donald 18.05.2020 17:20
      Highlight Highlight Wie will sowas in in einem Land ans Licht kommen, in dem Medien nur schreiben, was der Führung passt? Auch wenn die USA etwas eigene Interpretationen hat, kann man sie in keinster Weise gleichsetzen.
    • T13 19.05.2020 00:50
      Highlight Highlight Man kann sie in Sache Spionage sehr wohl gleich setzten. Wie alle anderen Staaten eigentlich auch. Nur haben gewisse Staaten halt technisch mehr und einfachere Möglichkeiten. (z. B. Hersteller wie Cisco, Huawei usw. im eigenen Land)

      Bei den Chinesen vermutet mans, bei den Amis hat man's auch lange vermutet bis der Beweis dann da war.
      Der Schock war zwar da aber eigentlich wars schon lange klar das NSA und Co. sowas tun.

      Kann man was dagegen machen?
      Man könnte auf Telekommunikation und IT verzichten und in den Wäldern leben.
      Ist jedem selber überlassen.
  • T13 18.05.2020 16:03
    Highlight Highlight Was passiert wenn die Chinesen den Amis den Zugang zu ihren seltenen erden sperren?
    Kostet ein iPhone dann 10'000$? marschieren die Amis dann in China ein? Fährt man den Abbau woanders hoch? Krebs der Donny dann zurück?
    Bauen wir dann wieder Röhren?
    • Donald 18.05.2020 17:18
      Highlight Highlight Das spannende an "seltenen Erden" ist, dass sie gar nicht selten sind. Das Risiko von China von den internationalen Finanz- und Handelsmärkten abgeschnitten zu werden, ist jedoch realistisch. Da die USA dazu in der Lage sind.
  • Donald 18.05.2020 15:39
    Highlight Highlight Die sollen duch zuerst mal Transparenz schaffen, bevor sie weinen gehen.

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