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FILE - This March 27, 2008, aerial file photo, shows the Pentagon in Washington. Amazon is protesting the Pentagon’s decision to award a huge cloud-computing contract to Microsoft, citing “unmistakable bias” in the decision. Amazon’s competitive bid for the “war cloud” drew criticism from President Donald Trump and its business rivals. ((AP Photo/Charles Dharapak, File)

Das Pentagon in Washington DC ist der Hauptsitz des US-Verteidigungsministeriums. Bild: AP

Wegen Pentagon-Milliardenauftrag: Amazon pinkelt Microsoft ans Bein

10 Milliarden Dollar will das US-Militär in die Aufrüstung seiner Computersysteme stecken. Der «JEDI»-Auftrag beschäftigt vorerst vor allem die Anwälte.



Amazon fordert die Überprüfung der Vergabe eines milliardenschweren Cloud-Computing-Auftrags des US-Verteidigungsministeriums an den Konkurrenten Microsoft. Amazon teilte am Donnerstag mit, im Vergabeverfahren habe es «klare Mängel, Fehler und unverkennbare Voreingenommenheit» gegeben.

«Es ist wichtig, dass diese Angelegenheiten untersucht und korrigiert werden.» Die Vergabe von Aufträgen durch die Regierung müsse «frei von politischem Einfluss» geschehen.

epa07835540 President Donald Trump greets attendees after speaking at a remembrance ceremony of the 18th anniversary of the terrorist attacks on US soil, in Arlington, Virginia, USA, 11 September 2019. The ceremony commemorates the 184 people killed at the Pentagon when terrorists crashed an airliner into the building on 11 September 2001.  EPA/PETE MAROVICH

Donald Trump bei einem Terror-Gedenkanlass. Hat er dafür gesorgt, dass nicht Amazon zum Zug kommt bei dem milliardenschweren IT-Rüstungsauftrag? Bild: EPA

US-Präsident Donald Trump übt regelmässig scharfe Kritik an Amazon-Chef Jeff Bezos. Bezos gehört auch die «Washington Post», die kritisch über Trump berichtet.

Das Pentagon hatte Ende Oktober mitgeteilt, dass der Cloud-Computing-Auftrag an Microsoft gehen werde. Im sogenannten JEDI-Vertrag (Joint Enterprise Defense Infrastructure) ist eine Obergrenze von bis zu umgerechnet rund 10 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von zehn Jahren festgeschrieben, wie das Pentagon damals mitteilte.

Im Rahmen des Vertrags soll sich Microsoft «entscheidenden und dringenden» Anforderungen an die moderne Cloud-Infrastruktur des Pentagons annehmen. Sprich: Es gilt die veralteten Computersysteme in die Neuzeit zu überführen.

Google zog sich zurück, Oracle schied aus

Um den milliardenschweren und prestigeträchtigen Cloud-Rüstungs-Auftrag hatte sich unter anderem auch Amazon beworben. Der weltgrösste Online-Händler galt lange als Favorit im Rennen um den Zuschlag.

Nach der Vergabe an Microsoft hatte sich Amazon-Sprecher Drew Herdener überrascht gezeigt. Amazon Web Services sei der klare Marktführer im Cloud Computing, und eine detaillierte Bewertung der Angebote führe eindeutig zu einem anderen Schluss. Das Pentagon hatte das Vergabeverfahren dagegen als «fair» bezeichnet. Experten hatten erwartet, dass Amazon das Ergebnis vor Gericht anfechten wird.

Im Oktober 2018 hatte sich Google aus dem Bieterrennen zurückgezogen und auf ethische Bedenken verwiesen. Google sei nicht sicher, ob das JEDI-Projekt den eigenen Grundsätzen zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz entspreche, erklärte der Technologiekonzern zur Begründung.

Auch der Tech-Rivale Oracle bot mit, wurde aber in einer früheren Phase des Wettbewerbs eliminiert und verklagte daraufhin das Verteidigungsministerium und Amazon. Wegen angeblicher Interessenkonflikte seitens zahlreicher Pentagon-Vertreter, die enge Beziehungen zu Amazon hatten.

(dsc/sda/dpa)

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