Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Kommentar

Facebook sucks

Mit dem weltgrössten Online-Netzwerk verbindet mich seit Jahren eine Hassliebe. Wobei, ehrlich gesagt, die Liebe am Schwinden ist. 9 Gründe.



Facebook mag keine Brüste und nackten Körper

Ich schon.

Hingegen mag ich es nicht, wenn mir ein amerikanisches Unternehmen fragwürdige Moralvorstellungen aufzwingt.

Ob schmusende gleichgeschlechtliche Paare oder die Brustwarzen einer Frau: Zensur, nein danke!

Bild

Der deutsche Fotograf Olli Waldhauer setzte im vergangenen Herbst ein Zeichen und lud dieses Bild ins Netz hoch – viele Facebook-Nutzer folgen seinem Beispiel. bild: Olli waldhauer

Mit Neonazis, Rassisten und Psychos in einem Boot

Mir passt nicht, dass nackte Haut für Facebook ein Problem ist, bei Gewaltdarstellungen und Hass-Propaganda hingegen spät oder gar nicht eingegriffen wird.

Bild

screenshot: facebook

Die Facebook-Führung, sprich: Mark Zuckerberg, hat wiederholt angekündigt, verstärkt gegen Hass-Beiträge vorzugehen. Davon ist im Social-Media-Alltag kaum etwas zu spüren.

Wer gute Laune hat und dies ändern will, braucht nur die Kommentare zu einem kontroversen politischen Thema zu lesen. Aktuelles Beispiel aus der Schweiz? Voilà!

Vieles, das dem gesellschaftlichen Zusammenhalt schadet oder gar gegen das Gesetz verstösst, bleibt unangetastet. Und wenn man Anstössiges meldet, gibt es häufig – wenn überhaupt – eine Rückmeldung, dass nichts getan werden könne.

Fazit: Hasskommentare sind an der Tagesordnung und Facebook kommt seiner Verantwortung seit Jahren nicht nach ...

Facebook erklärt seine Spielregeln

Mehr «Dreck»

Mir ist herzlich egal, ob das automatische Filter-System aus technischen Gründen zu wenig «Dreck» herausfiltert, oder ob das Unternehmen gar nicht mehr tun will, weil es auch an fragwürdigen Inhalten mitverdient, da es ja in erster Linie um immer mehr Klicks geht (siehe Punkt 6).

Dass der öffentliche Druck auf das US-Unternehmen erhöht werden muss, haben mittlerweile zumindest einige Politiker im Ausland (hallo Schweizer Parlament?!) erkannt.

epa05348377 Israeli Justice Minister Ayelet Shaked delivers a speech during a conference titled 'Internet usage and responsibility - legal means to curb online hate speech' in Budapest, Hungary 06 June 2016. The conference was organized by the Hungarian and Israeli Ministries of Justice.  EPA/TAMAS KOVACS HUNGARY OUT

Ayelet Shaked, Justizministerin Israels. Bild: EPA/MTI

Grosse Internet-Unternehmen wie Facebook, Google und Twitter müssten endlich wirksam gegen kriminelle Machenschaften auf ihren Plattformen vorgehen, forderte kürzlich die israelische Justizministerin. Es würden zum Teil schwere Straftaten begangen.

Der Gesetzgeber müsste private Unternehmen in die Pflicht nehmen. Das Problem bei Facebook und Co. ist allerdings, dass sie hinter den Kulissen mit allen Mitteln versuchen, strengere Regeln zu verhindern.

Mit den Werbegeldern, die das Unternehmen kassiert, wird nicht nur technische Innovation betrieben, es wird damit auch ein Heer von Lobbyisten und Anwälten finanziert.

Damit wären wir bei einem weiteren grundlegenden Problem.

Facebook pfeift auf meine und deine Privatsphäre

Wenn etwas gratis ist, ist man selber das Produkt.

Zugegeben, das gilt auch für watson News und andere kostenlos verfügbare Newsportale. Wir verdienen unser tägliches Brot mit Online-Werbung. Die Leser erhalten attraktive Inhalte und bezahlen mit ihrer Aufmerksamkeit und Zeit. Deal?

Doch im Vergleich mit Facebook sind watson und Co. Waisenknaben. Die Datensammelwut des amerikanischen Social-Media-Konzerns ist für Normalbürger unvorstellbar. Facebook sammelt einfach alles, was es an verwertbaren Informationen in die Finger kriegt. Denn mit personalisierter Werbung lässt sich ein Heidengeld machen.

Und dabei muss man nicht mal registriertes Facebook-Mitglied sein. Wer im Internet surft und sich nicht mit Anti-Tracking-Tools schützt, wird automatisch ausspioniert. Immer.

Wer in der Facebook-Blase («Filter Bubble») lebt, verarmt geistig

Zugegeben, man kann es sich gemütlich einrichten im eigenen Facebook-Universum. Beiträge von anderen Facebook-Nutzern, die nicht der eigenen Sichtweise entsprechen oder aus anderen Gründen unerwünscht sind, klickt man einfach weg.

Zudem registriert Facebook jeden Like und jede andere Interaktion und passt die Inhalte, die in den Newsfeed gesendet werden, automatisch an.

Bis nur noch Zeugs auftaucht, das dem eigenen Ego entspricht.

Das ist bei watson (ob in der App oder auf der Website) anders 😉.

Immerhin können wir dank Facebook auch herzhaft lachen: Die besten Facebook-Fails, bei denen man sehnlichst hofft, dass sie nicht echt sind

Fake News

Ja, auch professionellen Medienunternehmen wie watson unterlaufen Fehler in der Berichterstattung. Das ist aber kein Vergleich zu dem, was bei Facebook an Falschmeldungen – ob absichtlich («gesponsert») oder aus Dummheit – verbreitet wird.

Bild

screenshot: facebook

Die Situation verschlimmert sich von Jahr zu Jahr, das erklärt auch den gewaltigen Zulauf bei virtuellen Müllabfuhr-Unternehmen wie zuerstdenken.com.

Um eine besonders bescheuerte Form von Fake News geht's beim nächsten Punkt.

Kettenbriefe

Bild

screenshot: mimikama.at

Facebook macht unglücklich

Auch wenn wir es nicht gerne hören, so ist es doch wissenschaftlich erwiesen: Smartphones und Facebook machen uns depressiv und gefühllos ...

Facebook ist schlecht für die Demokratie

Journalisten, respektive Medien mit journalistischer Ethik, bilden in demokratischen Staaten die vierte Gewalt. Sie sollen insbesondere den Reichen und Mächtigen auf die Finger schauen und Missstände aufdecken.

Was hat das mit Facebook zu tun?

Mit über 1,5 Milliarden Mitgliedern ist Facebook eine Super-Macht. Das Problem: Der US-Konzern macht sich immer mehr zum wirtschaftlichen Partner von Medienunternehmen. Wer die eigenen Inhalte so anpasst, dass sie vom Facebook-Algorithmus an viele Nutzer ausgeliefert werden, profitiert. Und man kann mit Geld nachhelfen, um die Klick-Zahlen zu pushen.

Das sind allerdings nicht unbedingt Storys mit hoher gesellschaftlicher Relevanz. Wertvolle Beiträge, die nach der Publikation bei Facebook (zu) wenig Aufmerksamkeit erhalten, verschwinden in den Tiefen des Online-Netzwerks.

Man muss nur eins und eins zusammenzählen, um zum Schluss zu kommen, dass Facebook die journalistische Themen-Wahl und Berichterstattung beeinflusst. Je länger, desto stärker.

Bedenklich ist aber auch, wie Facebook den Ausgang von Wahlen und Abstimmungen beeinflussen kann. Das passiert im Versteckten, respektive ohne demokratische Kontrolle.

Soll man diese unheimliche Entwicklung unterstützen, indem man Facebook immer mehr Aufmerksamkeit widmet?

PS: Dieser Beitrag ist auch ein Experiment. Mal schauen, was passiert, wenn ich ihn bei Facebook poste 😱.

Wie Facebook und Co. entscheiden, was wir lesen – und was nicht

Jetzt kannst du News direkt auf Facebook lesen. 8 Gründe, warum dies mehr Spass macht als auf Newsportalen – und 8 Gründe, warum das stinkt​

Link zum Artikel

Die digitale Medienrevolution hat erst gerade begonnen und das sind die 3 wichtigsten Trends

Link zum Artikel

Darum muss Google zerschlagen werden

Link zum Artikel

Facebook macht jetzt Journalismus: Warum wir uns der Realität nicht verweigern können

Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Das berühmte Dorf «Fucking» ändert seinen Namen

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

16 Landkarten, die dir einen völlig anderen Blick auf die Welt verschaffen

Unsere Vorstellung der Grösse einzelner Länder ist völlig falsch. Der Grund dafür sind Landkarten wie Google Maps, die Nordamerika, Russland oder Europa grösser wirken lassen, als sie es eigentlich sind.

Weltkarten führen uns an der Nase herum. Das fundamentale Problem: Sie sind immer auf die eine oder andere Weise falsch, da man eine Kugel unmöglich wirklichkeitsgetreu auf einer zweidimensionalen Karte abbilden kann. Entweder stimmt die Form der Länder und Kontinente, dafür sind die Flächen verzerrt. Oder die Flächen sind korrekt dargestellt – auf Kosten der richtigen Form.

Bei der Projektion einer Kugeloberfläche auf eine Ebene entstehen also immer Verzerrungen. Länder in Polnähe …

Artikel lesen
Link zum Artikel