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FILE - This Feb. 25, 2020, file photo, shows the icon for TikTok in New York. TikTok's owner has chosen Oracle over Microsoft as its preferred suitor to buy the popular video-sharing app, according to a source familiar with the deal, Sunday, Sept. 13, 2020. (AP Photo/File)

Bild: keystone

Microsoft darf Tiktok nicht kaufen – jetzt versuchen es die Chinesen durch die Hintertüre

Für TikTok wird in den USA die Zeit knapp. Nachdem Peking den Weg für einen Kauf des US-Geschäfts durch Microsoft versperrte, soll es nun laut Medienberichten eine Lösung mit dem Software-Konzern Oracle als US-Partner geben.



Im Ringen um die Zukunft der populären Video-App TikTok in den USA zeichnet sich ein Deal in letzter Minute mit Beteiligung des Software-Konzerns Oracle ab. Allerdings gehe es dabei nun nicht mehr um einen Verkauf des US-Geschäfts, sondern lediglich um eine Rolle für Oracle als «Technologie-Partner» im amerikanischen Markt.

Wie US-Medien in der Nacht zum Montag berichteten, war zunächst unklar, ob diese Lösung US-Präsident Donald Trump zufriedenstellt. Er setzte dem chinesischen TikTok-Besitzer ByteDance unter Verweis auf die Datensicherheit ursprünglich eine Frist bis Mitte September, sich vom US-Geschäft zu trennen.

Zu den Hintergründen bei Tiktoks Problem:

Video: watson/Lino Haltinner

Angebot von Microsoft abgelehnt

In der Nacht zum Montag teilte zunächst Microsoft mit, dass sein Angebot für TikTok abgelehnt worden sei. Der Windows-Riese hatte wochenlang über einen Kauf des TikTok-Geschäfts in den USA, Kanada, Neuseeland und Australien verhandelt.

Zuvor hatte die chinesische Regierung sich in die Position gebracht, einen solchen Deal zu blockieren. Gemäss neuen Regeln von Ende August dürfen unter anderem «IT-Technologien mit Personalisierung auf Basis von Datenanalyse» nur mit einer Erlaubnis der Regierung ins Ausland verkauft werden. Software von TikTok fällt unter diese Beschreibung.

Eine mögliche Rolle für Oracle könnte sein, die Daten amerikanischer TikTok-Nutzer zu speichern. Trump bezeichnet TikTok als Sicherheitsrisiko, weil über die App chinesische Behörden Zugriff auf Daten von Amerikanern bekommen könnten.

Bannstrahl des US-Präsidenten

Anfang August untersagte er US-Firmen und -Bürgern unter Verweis darauf Geschäfte mit TikTok – dieses Verbot soll Mitte September greifen. Ohne einen Deal droht TikTok damit das Aus in den USA. Trump betont vor wenigen Tagen, die Frist werde nicht verlängert. Sie läuft gemäss der Anordnung bis zum 20. September, während Trump mehrfach den 15. September als Stichtag nannte.

Mitte November soll zudem ein weiterer Trump-Erlass in Kraft treten, laut dem sich ByteDance von allen Daten von Nutzern in den Vereinigten Staaten trennen müsse. Auch darf ByteDance in den USA danach kein Eigentum mehr besitzen, das für den Betrieb von TikTok genutzt werde. TikTok weist die Vorwürfe zurück und betont unter anderem, dass Daten amerikanischer Nutzer nicht nach China übermittelt würden.

Neuland für Oracle

Oracle hat keine Erfahrung mit sozialen Medien – ist aber ein Anbieter von Cloud-Diensten und ist zum Beispiel einer der Dienstleister des Videokonferenz-Dienstes Zoom. Der 76-jährige Oracle-Mitgründer Larry Ellison gilt als einer der wichtigsten Trump-Unterstützer im Silicon Valley.

Das «Wall Street Journal» berichtete, nun müssten das Weisse Haus und ein für ausländische Investitionen in den USA zuständiges Gremium dem Deal zustimmen. Auch die «New York Times» und der Finanzdienst Bloomberg schrieben, dass Oracle als Technologie-Partner auftreten solle. TikTok lehnte einen Kommentar ab. (sda/dpa)

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