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This image provided by Apple shows the new HomePod Mini that Apple unveiled Tuesday, Oct. 13, 2020. The new HomePod Mini will cost almost $100. It will integrate Apple's own music service, of course, with Pandora and Amazon's music service in â??coming months.â? (Apple via AP)

Apples kleiner Smart-Speaker in seinem «natürlichen Habitat». Schweizer Kaufinteressenten müssen sich allerdings noch etwas gedulden. Bild: keystone

Review

Apples HomePod Mini im Test: Kleine Kugel mit grossem Klang, aber...

Mit dem HomePod Mini werden Smart-Speaker auch bei Apple erschwinglich. Er spielt die Konkurrenzmodelle in seiner Grösse mühelos an die Wand – und muss sich wegen des Preises mit den Grossen messen lassen.

Jan Mölleken / t-online



Ein Artikel von

T-Online

Beim Thema Smart-Speaker hat Apple sich auch in der Vergangenheit deutlich mehr Zeit gelassen, als die Konkurrenz: Der erste schlaue Lautsprecher aus Cupertino erschien im Februar 2018 – und damit fast drei Jahre nach Amazons erstem Alexa-fähigen Lautsprecher Echo.

Jetzt hat Apple eine günstigere und kompaktere Version vorgestellt: den HomePod Mini. Jan Mölleken von watsons deutschen Medienparter T-Online hat Apples Neuling getestet.

Was kostet der Mini?

Mit einem Preis von 99 Euro (mit 16 % Mehrwertsteuer derzeit nur 96.50 Euro) kostet er in Deuschland nicht einmal ein Drittel vom grossen HomePod (320.70 Euro, regulär 329 Euro).

Und dabei beherrscht die etwa faustgrosse Kugel sogar ein paar Tricks, die das teurere Gerät nicht kann. Aber gelingt es ihm auch nur ansatzweise klanglich mitzuhalten? Und was bekommt man fürs gleiche Geld bei der Konkurrenz von Amazon und Google?

Gibts den Mini in der Schweiz?

Noch nicht. Apple bietet den HomePod Mini auf seiner Schweizer Webseite nicht an. Eine Suche bei den grossen Schweizer Online-Händlern zeigt, dass sie den Smart-Speaker zwar in ihrem virtuellen Sortiment führen. Ein Bestellung ist jedoch nicht möglich. «Aktuell nicht lieferbar und kein Liefertermin vorhanden», heisst es bei Digitec. Bei brack.ch wird informiert, dass im Dezember Exemplare verfügbar sein sollen. Bei anderen Online-Händlern kann man den Mini-HomePod bereits vorbestellen, ab 139 Franken. Zum Lieferdatum liegen allerdinsg keine verlässlichen Angaben vor. Es dürfte noch Wochen dauern.

Wie richtet man den HomePod Mini ein?

Was Apple von jeher der Konkurrenz voraus hat, ist die einfache Handhabung. Zugegeben, mittlerweile ist auch die Einrichtung eines Google Nest Audio oder eines Amazon Echos ziemlich einfach – bei Apple geht es aber so leicht, dass man damit zur Not auch den technikverdrossenen Grossvater beauftragen könnte:

Um die Übertragung der Daten – etwa des WLAN-Passworts – anzustossen, richtet man die Kamera des Handys auf die LED-Fläche auf der Oberseite des HomePod Mini – das wars. Jeder Schritt ist gut beschrieben, man kann eigentlich nichts falsch machen. 

Wie ist der Sound?

Der HomePod Mini ist ein klanglicher Scheinriese.

Für seine Grösse klingt der HomePod Mini beeindruckend. Hier haben Apples Ingenieure wirklich ganze Arbeit geleistet: Gefühlt dürfte das kleine Ding gar nicht so satt und druckvoll klingen können. Doch der HomePod Mini tut es: Über die gesamte Lautstärke – von sehr leise bis ganz schön laut – liefert die Kugel einen präsenten, druckvollen Bass. Üblicherweise fehlt der vor allem bei den eher niedrigen Lautstärken.

Gleichzeitig verkommen die mittleren und hohen Frequenzbereiche nicht zu einem dumpfen Muff, wie es etwa beim ersten Google Home der Fall war. Gesangsstimmen heben sich sauber vom Bass ab, vor allem Pop klingt erstaunlich gut auf dem HomePod Mini. Das ist deshalb beeindruckend, weil im Innern nur ein einziger Treiber verbaut ist, separate Hochtöner oder ähnliches fehlen. Immerhin sorgen Reflektoren im Innern dafür, dass die Kugel den Klang in alle Richtungen abstrahlt.

Der HomePod Mini deklassiert gleich grosse Lautsprecher von Google, Amazon und Co spielend.

Die Grenzen der kleinen Kugel hört man, wenn man sie mit dem grossen HomePod vergleicht, der neben einem satt klingenden Tieftöner noch über sieben separate Hochtöner verfügt: Im Detailvergleich hämmert die Bassdrum hier doch noch etwas druckvoller, klingen Beckenschläge oder gezupfte Saiten luftiger und brillanter.

Dafür verzerrt der Klang des HomePod Mini an keiner Stelle, selbst bei maximaler Lautstärke nicht. Auch das dürfte eine Folge der Echtzeitklang-Anpassung sein, die Apple der Musik mithilfe der integrierten Mikrofone und des verbauten S5-Chips angedeihen lässt. Einen ähnlich räumlichen Klang wie die HomePods erreichen die kleinen dabei aber nicht.

Popmusik klingt auf beiden Geräten bei Zimmerlautstärke ähnlich, besser zu hören ist der Unterschied etwa bei Rockmusik: Verzerrte Gitarren und scheppernde Becken vermanschen klanglich auf dem HomePod Mini deutlich, hier stösst auch Apples Ingenieurskunst an physikalische Grenzen.

Angesichts von Grösse, Ausstattung und Preis ist der Vergleich aber unfair: Um es klar zu sagen: der HomePod Mini deklassiert gleich grosse Lautsprecher von Google, Amazon und Co spielend.

Einen Sound-Check gibts im Review von Marques Brownlee:

abspielen

Video: YouTube/Marques Brownlee

Was ist mit den Smart-Funktionen?

Doch der kleine HomePod Mini hat dem grossen HomePod technisch auch einiges voraus: Er verfügt einerseits über Apples neuen Ultrabreitband-Chip U1 und unterstützt überdies das neue Smarthome-Funkprotokoll Thread.

Letzteres ist ein offener Kommunikationsstandard für das Internet der Dinge (IoT) – also all die kleinen Sensoren und Gerätschaften, die in einem smarten Heim miteinander kommunizieren müssen. Das wollen über kurz oder lang auch Google und Amazon unterstützen.

Der HomePod Mini prescht hier nun voran – aktuell gibt es erst zwei smarte Leuchtmittel von Nanoleaf, die das neue Funkprotokoll unterstützen: die Nanoleaf Essential Glühbirne (20 Euro) und der Nanoleaf Essential Lightstrip (50 Euro). Die Zahl der Geräte dürfte bald wachsen – hier wird der HomePod Mini dann zur Basisstation.

Der U1-Chip hilft, um die Position von anderen Geräten, etwa den neuen iPhones (iPhone 11 & iPhone 12), exakt zu bestimmten. So kann man die Musik, die auf dem iPhone spielt, ganz einfach auf einen HomePod Mini übertragen: Dazu richtet man das iPhone kurz in wenigen Zentimetern Entfernung auf die kleine Kugel – und schon spielt die Musik auf dem HomePod Mini und nicht mehr auf dem iPhone.

Anders herum klappt es auch, etwa wenn man sein Zuhause verlässt und den Podcast oder die Musik, die gerade spielt, unterwegs weiter hören möchte. Auch dies ein Beispiel dafür, wie sich die Technologie so einfach nutzen lässt, dass es alle verstehen.

Wo ist der Haken?

Man könnte an dieser Stelle noch über viele andere Dinge schreiben – etwa über die neue Funktion «Intercom», mit der man auf Zuruf Nachrichten an alle Homepods, iPhones und Apple Watches der Familie schicken kann, oder dass ein Stereopaar der HomePod Minis sich via Apple TV auch als sehr gute TV-Lautsprecher eignen oder dass die HomePods sich auch für externe Musikdienste jenseits von Apple Music öffnen, in wenigen Monaten soll etwa auch Amazon Musik direkt auf den Boxen als Musik-Dienst nutzbar sein.

All das verweist aber auf einen wichtigen Punkt: Der HomePod Mini ist vor allem für diejenigen sinnvoll, die bereits jetzt (viele) Apple-Geräte nutzen. Ohne ein iPhone lässt sich die Box nicht einmal einrichten.

Bild

Der HomePod Mini von oben. Mit 345 Gramm ist er relativ leicht. bild: apple

Der HomePod Mini ist nun Apples bester und vielseitigster Smart Speaker: Zwar klingt der HomePod unbestritten besser – aber für den gleichen Preis erhält man drei HomePod Minis und noch eine smarte Lampe mit Thread-Unterstützung. Für den Alltagsgebrauch sind Klang und Lautstärke der kleinen Kugel vollkommen angemessen.

Etwas komplizierter wird es, wenn man die Apple-Welt verlässt: Die Neuen mögen zwar den kleinen Smartspeakern von Google und Amazon haushoch überlegen sein – sie kosten aber soviel wie die grossen. Und hier wird die Luft dann dünn: Denn gegen den neuen Echo oder Googles Nest Audio – beide kosten ebenfalls rund 100 Euro – kann sich der HomePod Mini in Sachen Lautstärke und Klang nicht durchsetzen, beide sind erheblich grösser und haben separate Tief- und Hochtöner.

Im direkten Vergleich sind auch die Assistenten von Google und Amazon etwas potenter als Siri, auch wenn Apples Helfer mittlerweile aufgeholt hat. Wer ausser einem iPhone keine Apple-Gerätschaften hat, bekommt bei den grossen Smartspeakern von Google und Alexa mehr für sein Geld.

Wie stehts um den Datenschutz?

Bleibt noch die Frage des Datenschutzes und der Sicherheit. Beides hat Apple mittlerweile zu einer seiner Kernkompetenzen erklärt. Und auch wenn Google und Amazon mittlerweile Möglichkeiten bieten, um die Sprachaufzeichnungen und Interaktionen zu löschen – sie sind zunächst doch mit dem Nutzer verknüpft. Bei Apple lassen sich von vorn herein keinerlei Rückschlüsse auf den Besitzer eines HomePods ziehen, da alle Serveranfragen nur über anonymisierte IDs bei Apple laden. Gleiches gilt für die Smart-Home-Landschaft: Die Auswahl an IoT-Geräten für Amazon und Google ist erheblich grösser und unterm Strich günstiger als bei Apple. Dafür ist Apples HomeKit-System unbestritten sicherer und verlangt zertifizierten Geräten auch deutlich höhere Sicherheitsstandards ab.

Natürlich muss man sich dieses Plus an Datenschutz eben auch leisten können. Die perfekte Lösung für alle ist der HomePod Mini deshalb nicht, überzeugte Apple-Nutzer können hingegen bedenkenlos zugreifen.

Verwendete Quellen:

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