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Spidey ist ein Sprücheklopfer und Selbstdarsteller. Aber wir haben ihn trotzdem alle lieb. bild: zvg

Review

Das neue «Spider-Man»-Game ist genau so cool, wie wir gehofft haben

Endlich hat der Spinnenmann eine Game-Umsetzung bekommen, die er verdient. Doch auch wenn vieles richtig gemacht wurde, muss sich der lockere Superheld dennoch Kritik gefallen lassen.



Von «Spider-Man» gibt es seit Jahrzehnten eine ganze Menge von Videospielumsetzungen. Während viele einfach nur eine Frechheit waren, gab es aber auch einige, die durchaus Spass gemacht haben. Doch einen richtig grossen Hit konnte die digitale Spinne nie landen. Mit der neuen Lizenz-Versoftung von Insomniac Games kommen Fans der Franchise aber endlich in den Genuss, eine sehr würdige Umsetzung auf der Playstation 4 zu spielen.

Rein ins Vergnügen

Ohne grosse Einführung in den Marvel-Kosmos wird man zu Beginn direkt ins Abenteuer geworfen. Schnell schwingen wir uns durch das malerische New York und machen uns auf den Weg zum ersten Einsatz. Erfreulicherweise wird man nicht mit einer Origin-Story und anderen Nebensächlichkeiten in den ersten Minuten geplagt, sondern es geht einfach gleich los.

So wird man rasch vertraut gemacht mit den Grundbewegungen, den Basisfähigkeiten und anderen Dingen, die man für den Start braucht. Schon lange nicht mehr war man so schnell in einem Spiel drin und wurde von Beginn an mit Spass und Unterhaltung überhäuft.

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Von Beginn an geht es gleich richtig los! bild: zvg

Der grosse Unbekannte

Die erzählte Geschichte ist neu. Will heissen, dass sie noch in keinem Comic erzählt oder sonst in einem anderen Medium so präsentiert wurde. Zwar werden auch hier die Hardcore-Fans schnell einmal erkennen, wohin sich die Story bewegen wird, aber es gibt auch genügend Überraschungen, die verzücken werden.

Doch um was geht es denn nun genau? Spidey deckt nach und nach eine Verschwörung in New York auf, in die diverse Superschurken verstrickt sind. Zwar wurde der Verbrecherboss Kingpin bereits in einem spektakulären Kampf zu Beginn hinter Schloss und Riegel gebracht, doch in der Stadt, die niemals schläft, scheint ein anderer die Fäden im Hintergrund zu ziehen. Der grosse Unbekannte muss so mächtig und gefährlich sein, dass sogar Schurken wie Schocker, Elektro, Rhino und andere Kontrahenten nach seiner Pfeife tanzen.

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Für wen arbeiten die Schurken bloss? Fragen über Fragen. bild: zvg

Alle sind sie da

Parallel arbeitet «Spider-Man» alias Peter Parker als Wissenschaftler und hilft einem Arbeitskollegen ein heikles Forschungsprojekt zu verwirklichen. Nebenbei flirtet er mit Mary Jane Watson, kümmert sich um die liebe Tante May, läuft dem Wissenschaftler und Firmenboss Norman Osborn regelmässig über den Weg und trifft auf weitere Charaktere aus dem Spidey-Kosmos.

Kurz: Alles was Rang und Namen hat wurde in dieses Videospiel hineingedrückt. Auch eher unbekanntere Figuren sind dabei und am liebsten möchte man hier von ganz tollen Eastereggs berichten, die ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Aber wir wollen nicht zu viel verraten und keine Überraschungen verderben.

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Für einen Flirt mit Mary Jane Watson hat man immer Zeit. bild: zvg

Es gibt so viel zu tun

Nebst der Hauptstory gibt es wirklich sehr, sehr viel zu tun. Da sind zum einen die guten bis sehr guten Nebenmissionen, die man bestreiten darf. Doch damit nicht genug: Es gibt viele Polizeieinsätze wo «Spider-Man» mithelfen kann oder versteckte Rucksäcke mit persönlichen Objekten darin wollen gefunden werden. Zudem darf man Funktürme hacken, um Details der Karte freizuschalten, kleine Labors entdecken, Wahrzeichen bewundern, um sie zu fotografieren und vieles mehr.

In New York wird es einem wahrlich so schnell nicht langweilig. Und alle gefundenen Objekte und erfüllten Missionen geben Punkte, die man dann in den «Spider-Man» investieren kann. So kommt er zu neuen, teilweise ziemlich abgefahrenen Kostümen, bastelt sich technische Hilfsmittel und kuriose Gadgets und lernt neue Kampffähigkeiten.

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Was wäre «Spider-Man» ohne seine wuchtige Spinnennetz-Spritztechnik. bild: zvg

Wie Kollege «Batman»

Apropos Kämpfe: Diese erinnern sofort an die famosen «Arkham»-Spiele von Rocksteady wo Kollege «Batman» die beste Versoftung aller Zeiten erhielt. Genau wie der Flattermann kann es auch der Spinnenmann mit mehreren Gegnern gleichzeitig aufnehmen. Dabei gibt es unzählige Möglichkeiten und viele Spezialangriffe, um sich zur Wehr zu setzen. Auch mit der Umgebung kann interagiert werden und natürlich darf er auch mit seinen Spinnennetzen herumspritzen, um die Gegner in Schach zu halten. Kommt einer zu nahe oder ist kurz davor einen ordentlichen Hieb anzusetzen, schlagen seine Sinne Alarm.

So springt, gleitet, rennt und tanzt «Spider-Man» in die vielen Kämpfe und beweist seine Vielseitigkeit. Auch wenn die Auseinandersetzungen oft sehr hektisch erlebt und auch schon mal in der Hitze des Gefechts blind Knöpfe gedrückt werden, machen die Action-Sequenzen unglaublich viel Spass, lassen aber die «Batman»-Brachialität vermissen.

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«Spider-Man» kann wie alle Superhelden ordentlich austeilen. bild: zvg

Ein Geschenk an die Fans

Es ist, wie es ist: «Spider-Man» ist ein «Arkham City»-Klon. Auch wenn man sich in einem anderen Comic-Universum befindet, die Parallelen zum zweiten «Batman»-Abenteuer von Rocksteady sind unverkennbar. Der Grundraster wurde hier ohne Zweifel über die Spidey-Franchise gestülpt. Immer und immer wieder gelangt man an Spielabschnitte und auch dramaturgische Entwicklungen, die einem sehr bekannt vorkommen.

Eine bodenlose Frechheit? Nein, im Gegenteil. Es ist eine Verneigung vor den Rocksteady-Spielen und nur eine logische Entwicklung, dass man einem anderen Superhelden die Möglichkeit und Chance gibt, sich ebenfalls in einer nahezu perfekten Spielumgebung auszutoben. Es ist ein Geschenk an alle «Spider-Man»-Fans, die sich damals bei den Batman-Spielen erhofften, eines Tages auch mal mit ihrem Lieblingshelden ein solches Abenteuer zu erleben. Und nun ist es endlich da.

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Endlich darf man sich in einer grossen Welt als Spinnenmann austoben. bild: zvg

Hui!

Zweifellos ist das Schwingen zwischen den Wolkenkratzern immer wieder aufs Neue ein Highlight. Auch wenn man schon Stunden in dieses Spiel gesteckt hat, man staunt immer wieder, wenn man «Spider-Man» durch die Häuserschluchten schwingt, ihn geschmeidig um die Ecke biegen lässt, akrobatisch in der Luft herumwirbelt oder mit einer Wahnsinnsgeschwindigkeit die Häuserfassaden hinaufrennt.

Egal ob bei Tag oder bei Nacht, mit grosser Anmut hält man ständig inne und blickt auf die Nachtlichter der Grossstadt hinab oder schaut zu, wie die Sonne aufgeht. Kleiner Tipp: Schaut auch mal in den oberen Etagen der Wolkenkratzer in die Fenster hinein. Die Entwickler haben sich sichtlich Mühe gegeben.

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Huiii! Das Herumschwingen macht einfach sehr viel Spass. bild: zvg

Pfui!

Was oben an Genialität auf einen zuströmt, wird unten auf dem Boden schmerzlich vermisst. Nimmt man sich einmal die Zeit und nimmt den Fussweg und schlendert durch New York, stellt man schnell fest, dass die Interaktionen mit den Bewohnern sehr zu wünschen übrig lassen.

Also eigentlich ist eine Interaktion so gut wie gar nicht vorhanden. Stattdessen werden oft dieselben Sätze vom Stapel gelassen, die Menschen bewegen sich stumpf, fast immer gleich und es gibt ganz viele Klone, die in New York leben. Ein Grund mehr, sich hauptsächlich in den Lüften zu bewegen, obwohl es auch Spass macht, sich einfach auf ein Autodach zu begeben und sich chauffieren zu lassen.

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«Spider-Man» darf auch mit der Umgebung interagieren, um sich zur Wehr zu setzen. bild: zvg

Der Teufel steckt im Detail

Es sind denn auch die Details, die das Gesamtbild von «Spider-Man» etwas ins Wanken bringen. Die deutsche Synchro wurde unsauber eingebettet. Es kommt immer wieder vor, dass Personen den Helden in Englisch ansprechen. Der Titel kränkelt zudem im letzten Drittel an Wiederholung und einige Missionen, vor allem die Schleichabschnitte, kennt man bereits zu Genüge.

Auch storytechnisch verliert das Spiel gegen Ende etwas an Fahrt, kann sich aber dann doch wieder kurz vor Schluss qualitativ nach oben schwingen. Zudem wird auch in diesem Spiel wiedermal ersichtlich, dass Marvel einfach nicht die Klasse an Bösewichtern besitzt, wie das DC-Haus. Kurz: Dem neuen «Spider-Man»-Spiel fehlt es etwas an Detailliebe. Wo Rocksteady voll gepunktet hat, muss Insomniac Games noch etwas nachsitzen.

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Mit seinen Spinnenfäden kann der Superheld ganz viel anstellen. bild: zvg

Perfekter Einstieg in den Spieleherbst

Fazit: «Spider-Man» ist nicht nur das bis jetzt beste Videospiel der Franchise, sondern auch ein Umfangmonster, wenn man sich denn darauf einlässt. Wer der guten Geschichte, die leider auch ihre Hänger hat, folgt, wird nach etwa 15 bis 20 Stunden den Abspann betrachten dürfen. Doch danach ist noch lange nicht Schluss und es warten weitere Missionen und viel Sammelkram, den man abstauben kann.

Den direkten Vergleich mit der «Arkham»-Reihe muss sich das Spiel gefallen lassen, da es nüchtern betrachtet ganz viele Elemente kopiert. Dennoch: «Spider-Man» ist der perfekte Einstieg, um den Spieleherbst zu beginnen. Fanboys und Fangirls werden diesen Titel besonders lieben, ja regelrecht verschlingen und sich an vielen Insiderinfos und Gastauftritten erfreuen. Und wer lieber Batman mag, wird trotzdem ebenfalls intensive Spielstunden mit Spidey erleben. Denn wer nicht gerne zwischen den Häuserschluchten herumschwingt, ist selber schuld.

«Spider-Man» ist exklusiv erhältlich für Playstation 4 und Playstation 4 Pro. Freigegeben ab 12 Jahren.

Wenn Superhelden texten ...

Video: watson/Sandro Zappella, Emily Engkent

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