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Wie beliebt ist dein Vorname? Dieses geniale Tool verrÀt es (und noch vieles mehr)

Das kostenlose Vornamen-Tool zeigt, wie sich Adolf, Kevin und Co. in den letzten 100 Jahren entwickelten. PS: Funktioniert auf dem Smartphone und am PC.



TschĂŒss «Service Public»!

Da gab es dieses extrem praktische und beliebte Vornamen-Tool auf der Website des Bundesamts fĂŒr Statistik (BFS). Und was tun die obersten Statistiker des Landes? Sie renovieren ihren Web-Auftritt und kippen das Tool, das werdenden Eltern Hilfe bot und schlaflose NĂ€chte ersparte, aus dem Angebot.

Na gut, ich ĂŒbertreibe. Ein bisschen.

Aber hier kommt Adrian Zimmermann ins Spiel. Er ist Chef der Firma Snowflake, die sich auf Web-Lösungen spezialisiert hat. Am Dienstag verschickte er eine Medienmitteilung (mit Sperrfrist heute 8 Uhr) und kĂŒndigte einen PR-Coup an:

Als klar wurde, dass der neue Webauftritt des BFS kein Budget mehr fĂŒr die Neuprogrammierung des Vornamen-Tools zulĂ€sst, war der Entschluss schnell gefĂ€llt. â€čErsatz muss her – und wenn das der Bund nicht macht, nehmen wir das in die Hand!â€ș

Das neu programmierte Web-Tool steht ab sofort gratis unter der Adresse https://vornamen.opendata.ch zur VerfĂŒgung. Alle können es nutzen, auf dem Handy, Tablet oder am PC.

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Update: Stellungnahme des BFS am Ende des Beitrags. Und du erfĂ€hrst, warum ein bekannter SVP-Politiker fĂŒr ein Vornamen-Tool keine Steuergelder «verbraten» will.

Update 2: Die Macher des Tools schreiben, die interaktive Vornamen-Datenbank berge noch viel Potential fĂŒr «Daten-Spielereien». Dementsprechend werde Snowflake das Vornamen-Tool auch laufend weiter entwickeln und sobald verfĂŒgbar mit neuen Daten des BFS aktualisieren.

Es lohnt sich, wie die folgenden Beispiele zeigen!

Wir beginnen nicht mit Hansueli, sondern Elvis

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Warum nannten in den 60er-Jahren auffallend viele Eltern ihren Sohn John?

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Wegen eines Cowboys?

Bild: /AP/KEYSTONE

Nicht auszuschliessen. Aber es war eine andere öffentliche Person, die den englischen Vornamen in der Schweiz populÀr machte ...

Bild: EPA/JFK PRESIDENTIAL LIBRARY

Wir bringen «Adolf» schnell hinter uns.

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PS: 1987 kamen noch vier Adolfs zur Welt

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Im gleichen Jahr gabs fĂŒr Diego einen ersten Peak.

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Quizfrage: Was war 1986?

Bild: AP

Wir kommen zu Emma. Manche Grossmutter heisst so, dann...

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Emma wird ab der Jahrtausendwende immer populĂ€rer. Das dĂŒrfte mit dieser jungen Frau (Jahrgang 1990) zu tun haben...

Bild: Francois Mori/AP/KEYSTONE

Dann schauen wir mal, ob sie auch als Harry Potters GefÀhrtin Hermine in der Vornamen-Statistik Einzug hielt...

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Hermine ist die weibliche Ableitung des aus dem Althochdeutschen stammenden Namens Hermann und bedeutet so viel wie «Kriegerin». Ob es darum in den 1930er-Jahren einen Peak gab?

Wir bleiben bei Potter

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Der berĂŒhmte Zauberlehrling hat in der Schweizer Vornamen-Statistik keine grossen Spuren hinterlassen

In this image released by Warner Bros., from left, Emma Watson as Hermione Granger, Daniel Radcliffe as Harry Potter and  Rupert Grint as Ron Weasley are shown in a scene from

Bild: AP WARNER BROS. PICTURES

Ganz anders Ryan (und abgeschwĂ€cht auch Bryan – da gab es doch in den 80ern einen SĂ€nger...)

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Auch diese biblische Figur ist hierzulande ein «SpĂ€tzĂŒnder»

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Das neue Vornamen-Tool wird nicht zufĂ€llig auf der Website von opendata.ch angeboten. Die Schweizer Sektion der gemeinnĂŒtzigen Organisation Open Knowledge Foundation setzt sich dafĂŒr ein, Daten öffentlich und frei verfĂŒgbar zu machen.

Die Firma Snowflake will mit ihrer Aktion auch ein Zeichen fĂŒr die Open-Source-Philosophie setzen. Man unterstĂŒtze seit ĂŒber 17 Jahren offene Standards und Open-Source-Software.

In jedem Gerold steckt ein Erol

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Wobei der kĂŒrzere tĂŒrkische Vorname mit den Gastarbeitern zu tun haben dĂŒrfte, die in den 60ern ins Land kamen.

Wen wunderts: Donald – schlĂ€gt auch in der Vornamen-Statistik Kapriolen, wenn auch in bescheidenem Rahmen*

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* Wird spannend zu sehen sein, ob sich nach 2016 etwas in der Statistik tut...

Chantal – was lief da Anfang 50er-Jahre?

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Und jetzt du!

Mit dem Vornamen-Tool lĂ€sst sich endlos spielen und experimentieren. Besonders spannend ist es, «Modenamen» und exotische Kreationen in der Datenbank abzufragen. Die watson-Redaktion hat mir viele VorschlĂ€ge gemacht, hier ein Auszug: 

Gut zu wissen

Wenn ein bestimmter Vorname ĂŒberhaupt nicht in der Statistik auftaucht, sollte man/frau dies nicht persönlich nehmen. Die Statistiker haben dafĂŒr mehrere gute ErklĂ€rungen:

Du möchtest dich noch intensiver mit Vornamen beschĂ€ftigen und/oder bist auf der Suche nach dem perfekten Namen? Dann kommt hier ein LektĂŒre-Geheimtipp: «How to Name a Baby», verfĂŒgbar bei waitbutwhy.com. Das sei «der beste Namensartikel aller bisherigen Zeiten», wurde mir verraten. 😉

Update 9.30 Uhr: Das Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS) hat auf unsere Anfrage reagiert und macht allen, die das Vornamen-Tool des Bundes schĂ€tzten, Hoffnung. Mediensprecher Klaus von Muralt schreibt:

«Das BFS hat 2016 seinen Webauftritt modernisiert. Mit der neuen Infrastruktur wurden auch Datenbanken und Schnittstellen ausgetauscht, was Konsequenzen auf einige Tools hat. Bis die technischen Grundlagen erstellt, die Schnittstellen entwickelt und die finanziellen Folgen geklĂ€rt sind, sind einige statistische Einzel-Anwendungen ausser Betrieb. Diese Arbeiten finden im Verlaufe dieses Jahres statt. Wir bedauern die Unannehmlichkeiten und hoffen, auch fĂŒr das beliebte Vornamen-Tool eine Lösung zu finden.»

Vielleicht sei es zudem auch noch von Interesse, so der BFS-Sprecher, was Nationalrat Adrian Amstutz im Juni 2017 im Parlament zur Halbierung des BFS-Budgets gesagt habe:

«Ich nenne Ihnen auch noch die ĂŒberflĂŒssigste aller ĂŒberflĂŒssigen Statistiken in diesem Land, nĂ€mlich die Vornamensstatistik, aufgeteilt auf Sprachregionen und Kantone. Da findet man dann heraus, dass im Jahre X im BĂŒndnerland im rĂ€toromanischen Teil Gian der beliebteste Vorname war. Wenn die â€čGlĂŒckspostâ€ș eine solche Statistik macht, habe ich dafĂŒr noch VerstĂ€ndnis. Wenn wir aber fĂŒr solchen Unsinn Steuergelder verbraten, dann habe ich kein VerstĂ€ndnis.»

quelle: parlament.ch

Die Motion von Adrian Amstutz sei mit 105 zu 82 Stimmen im Nationalrat abgelehnt worden, so der BFS-Sprecher.

Die beliebtesten Vornamen

Als Datenquelle dient die vom BFS zur VerfĂŒgung gestellte Statistik der Bevölkerung und Haushalte (STATPOP 2015).
Angezeigt werden von der Suchmaschine sĂ€mtliche Vornamen, die mindestens drei Mal vorkommen. So kann in der Datenbank die HĂ€ufigkeit von 56'890 Vornamen mit Wohnsitz in der Schweiz verglichen werden. Mit dem interaktiven Tool lĂ€sst sich die Hitparade der beliebtesten Vornamen der Neugeborenen auch nach Kantonen und einzelnen Sprachregionen aufschlĂŒsseln.
(Quelle: snowflake productions gmbh, Medienmitteilung)

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