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England will nach Terror-Anschlag Zugang zu verschlüsselten WhatsApp-Nachrichten



Der Anschlag in London hat in Grossbritannien eine Debatte über die Verschlüsselung von Kurznachrichten ausgelöst. Die britische Innenministerin Amber Rudd forderte Whatsapp und andere Social-Media-Unternehmen auf, Sicherheitsbehörden Zugang zu verschlüsselten Nachrichten zu gewähren.

Anlass sind Medienberichte, die nahelegen, dass der Attentäter Khalid Masood kurz vor dem Anschlag noch den Kurznachrichtendienst Whatsapp nutzte. «In dieser Situation müssen wir sicherstellen, dass unsere Geheimdienste Zugang zu verschlüsselten Whatsapp-Nachrichten haben», sagte Rudd am Sonntag. Sie kündigte an, in der kommenden Woche auf eine Reihe von Firmen mit Vorschlägen für eine Zusammenarbeit zuzugehen.

Die Polizei wollte sich zu möglichen Whatsapp-Chats Masoods nicht äussern. «Es handelt sich um pure Spekulation durch die Medien», sagte ein Scotland-Yard-Sprecher am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa.

Motiv des Täters könnte im Dunkeln bleiben

Erst am Samstag hatten die Behörden eingestanden, dass möglicherweise nie geklärt werden kann, was Masood zu seiner Tat trieb. «Wir müssen alle die Möglichkeit akzeptieren, dass wir nie verstehen werden, warum er das getan hat. Dieses Wissen könnte mit ihm gestorben sein», hiess es in einer Mitteilung.

Die Polizei geht davon aus, dass Masood alleine handelte. Doch weiterhin ist unklar, ob der 52-Jährige bei der Vorbereitung unterstützt wurde oder ob er möglicherweise einen Auftrag für den Terroranschlag erhielt.

«Wir sind entschlossen zu verstehen, ob Masood ein Einzeltäter war, der von terroristischer Propaganda inspiriert wurde, oder ob ihn andere ermutigt, unterstützt oder angeleitet haben», hiess es in der Scotland-Yard-Mitteilung weiter.

Verdächtige freigelassen

Bei den Ermittlungen zum Anschlag in London verhaftete die britische Polizei am Sonntag einen weiteren Verdächtigen. Wie die Polizei am Abend mitteilte, wurde der 30-Jährige im mittelenglischen Birmingham unter dem Verdacht festgenommen, terroristische Angriffe vorzubereiten. Birmingham gilt als Hochburg der Islamisten-Szene in Grossbritannien.

Seit dem Anschlag am vergangenen Mittwoch hat die britische Polizei nunmehr insgesamt zwölf Verdächtige festgenommen, zehn von ihnen aber bereits wieder freigelassen, darunter eine 32-jährige Frau gegen Kaution. Ein 58-Jähriger, der ebenfalls in Birmingham festgenommen worden war, befand sich am Sonntag nach Polizeiangaben noch in Gewahrsam.

Masood war am Mittwoch mit einem Auto gezielt in Fussgänger auf der Westminster-Brücke in London gefahren. Er tötete dabei drei Menschen; anschliessend erstach er einen unbewaffneten Polizisten vor dem Parlament. Masood wurde von Sicherheitskräften erschossen. 50 Menschen wurden bei seinem Attentat teils schwer verletzt. Der ganze Anschlag dauerte gerade einmal 82 Sekunden.

Die Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») reklamiert die Tat für sich. Der Wissenschaftler Peter Neumann bezweifelte aber, dass Masood in direktem «IS»-Auftrag gehandelt habe.

Mehrfach vorbestraft

Masood wurde Medienberichten zufolge in Grossbritannien unter dem Namen Adrian Russel Elms geboren. Laut Polizei verwendete er noch weitere Namen, auch den Wohnort wechselte er wohl häufig.

Masood war mehrfach vorbestraft und der Polizei vor allem durch Gewaltdelikte aufgefallen. Während eines Gefängnisaufenthalts soll er zum Islam konvertiert sein, wie britische Medien berichteten. Später hielt er sich teils längere Zeit in Saudi-Arabien auf.

Nach Angaben von Premierministerin Theresa May stand er zeitweise unter Verdacht, ein gewalttätiger Extremist zu sein. Masood lebte zuletzt in Birmingham.

(oli/sda/dpa/afp)

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