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Teslas gigantische Gigafactory 4 bei Berlin wird in Windeseile aus dem Boden gestampft.
Teslas gigantische Gigafactory 4 bei Berlin wird in Windeseile aus dem Boden gestampft.

Musk baut Tesla-Fabrik in «unvorstellbarer Geschwindigkeit»: Bilder zeigen rasanten Aufbau

Tesla baut in Grünheide bei Berlin sein neustes Elektroauto-Werk. Angestrebte Bauzeit: unter einem Jahr. Bilder und Videos zeigen, wie schnell die gigantische Fabrik hochgezogen wird.
06.08.2020, 09:54

Rund dreissig Kilometer südöstlich von Berlin baut Tesla seit diesem Frühling die Gigafactory 4. Das erste Elektroauto-Werk des US-Autobauers in Europa wird trotz Corona-Pandemie in einer «unvorstellbaren Geschwindigkeit» hochgezogen, wie neue Bilder und Videos zeigen.

Luftaufnahmen zeigen den aktuellen Baufortschritt.

Video: youtube/tobias lindh

Bauen die Deutschen schneller als die Chinesen?

Das Tesla-Werk im brandenburgischen Grünheide bei Berlin soll nach nur elf Monaten stehen. Es könnte nach Ansicht von Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) schneller gebaut werden als die zuvor in unter einem Jahr erstellte Gigafactory 3 in China.

«Das Ziel bei Tesla scheint es zu sein, die Bauzeit der Gigafactory 3 in Shanghai noch einmal zu unterbieten», sagte Steinbach der Zeitung Welt am Sonntag. Und: «Nach meiner Beobachtung könnte das durchaus gelingen.»

Den Eindruck des deutschen Ministers untermauern aktuelle Fotos und Luftaufnahmen, die von lokalen Tesla-Fans im Netz veröffentlicht wurden. Sie dokumentieren den rasanten Baufortschritt innerhalb der letzten Monate.

Anfang August 2020: Die erste Werkshalle nimmt Formen an

Bild: tobias lindh / twitter: @tobilindh
Drohnenaufnahmen der Gigafactory 4 bei Berlin.

Tesla-Chef Elon Musk schrieb Ende Juli auf Twitter: «Giga Berlin wird in einer unmöglich erscheinenden Geschwindigkeit erstellt. Die Fertigteilbauweise in Deutschland ist äusserst beeindruckend.»

Geht alles nach Plan, könnte das Grossbauvorhaben bereits im kommenden April abgeschlossen sein. Damit wäre der Shanghai-Rekord gebrochen.

Tesla baut auf eigenes Risiko

Mitte Juli gab das Brandenburger Landesumweltamt grünes Licht, damit Tesla mit den Arbeiten für das Fundament beginnen kann. Dies, obwohl die finale umweltrechtliche Genehmigung noch aussteht. Tesla baut die erste Ausbaustufe der Gigafactory 4 somit auf eigenes Risiko.

Ende Mai: Die Bagger fahren auf und die Fundamentarbeiten beginnen

bild: tobias lindh / twitter: @tobilindh

Nach diversen Vorarbeiten, beispielsweise musste das Gelände von Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg befreit und eine Kiefernplantage gerodet werden, begannen die eigentlichen Bauarbeiten erst Ende Mai, also vor gut drei Monaten.

Tesla hatte jedoch bereits zuvor Testpfähle ohne die nötige Erlaubnis in den Boden gerammt. Die Genehmigung wurde erst nachträglich eingeholt. Der Verstoss dürfte keine grösseren Konsequenzen haben, zeigt aber einmal mehr, dass Tesla an die Grenzen des Erlaubten oder auch darüber hinausgeht, um den ehrgeizigen Zeitplan einzuhalten.

Anfang Mai: Die ersten Vorarbeiten beginnen

bild: tobias lindh / twitter: @tobilindh

Februar: Das Waldgebiet auf dem künftigen Gelände der Tesla-Fabrik wird innert weniger Wochen gerodet

Beim Wald handelt es sich um eine Kiefernplantage.
Beim Wald handelt es sich um eine Kiefernplantage.
Bild: dpa-Zentralbild

Anfang 2020: Die Markierung zeigt das von Tesla gekaufte Gelände (3 km2). Zunächst wird nur ein relativ kleiner Teil davon für die erste Ausbaustufe der Gigafactory 4 verbaut.

Tesla baut sein weltweit viertes Werk für Elektroautos und Akkus in einem Waldgebiet 30 km ausserhalb von Berlin. Der Abschnitt entlang der Autobahn ist etwa 2 Kilometer lang.
Tesla baut sein weltweit viertes Werk für Elektroautos und Akkus in einem Waldgebiet 30 km ausserhalb von Berlin. Der Abschnitt entlang der Autobahn ist etwa 2 Kilometer lang.
Bild: christoph wagner

Zeitlinie: Giga Shanghai vs. Giga Berlin

grafik: tobias lindh / twitter: @tobilindh

In Grünheide will Tesla frühestens ab Sommer 2021 Fahrzeuge bauen bzw. ausliefern. Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, ist weiter unsicher.

Musk betonte von Anfang an, dass er in Deutschland eine ähnliche Bauzeit wie in China erwarte. Was von vielen für unmöglich gehalten wurde, scheint nun doch nicht mehr so unrealistisch.

Trotzdem oder gerade deswegen ist das Projekt in der Region umstritten. Ein Kritikpunkt ist beispielsweise die geplante Wasserentnahme für den Betrieb der Akku- und Elektroautofabrik. Anwohner und Umweltschützer befürchten, dass dadurch der Grundwasserspiegel sinkt, was beispielsweise die Trinkwasserversorgung gefährde.

So soll das Werk 2021 nach der ersten Ausbaustufe aussehen

Visualisierung der ersten Etappe der Gigafactory 4 bei Berlin.
Visualisierung der ersten Etappe der Gigafactory 4 bei Berlin.
bild: tesla

Einschränkend ist zu sagen, dass es sich hier um die erste von mehreren geplanten Ausbaustufen handelt. Künftig sollen jährlich bis zu 500'000 Teslas in der voll ausgebauten Fabrik gebaut werden. Mit der Vollendung der ersten Ausbaustufe soll zunächst das neue Model Y vom Band laufen.

Nebst Deutschland haben sich mehrere andere Länder um den Standort für die erste europäische Tesla-Fabrik beworben. Tesla profitiert in Brandenburg von der Nähe zur deutschen Auto-Zuliefererbranche und nicht zuletzt von einem riesigen Pool an talentierten Ingenieuren. Denn nebst der Fabrik in Grünheide will Tesla in Berlin auch ein neues Ingenieurs- und Designzentrum ansiedeln.

Die Hintergründe zu Teslas «Gigafactory 4» in Deutschland:

(oli)

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Byton – der Tesla-Herausforderer aus China

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Byton – der Tesla-Herausforderer aus China
quelle: byton
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