DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Blick auf den Unterboden eines Mercedes-Elektroautos EQC mit den Batteriezellen.
Blick auf den Unterboden eines Mercedes-Elektroautos EQC mit den Batteriezellen.
Bild: EPA

Europa schlägt zurück – so will die Autoindustrie ihr Batterie-Problem lösen

30.01.2020, 09:20
Mehr «Digital»

Das Wichtigste in Kürze: Europa will sich bei der Fertigung von Batteriezellen unabhängiger von Asien machen. Für den Aufbau einer eigenen Produktion fliessen Milliarden. Berlin und Paris demonstrieren bei dem Vorhaben, das auch als «Airbus der Batterien» genannt wird, Einigkeit. Der Elektroauto-Pionier Tesla verfolgt eigene Pläne.

Was ist passiert?

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und die deutsche Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) wollen am Donnerstag das Startsignal für eine Pilotfertigung in Südwestfrankreich geben. Das milliardenschwere Projekt einer europäischen Batteriezellen-Massenproduktion für die Autoindustrie nimmt damit konkrete Formen an.

In Nersac bei Angoulême soll es nach Angaben des französischen Wirtschafts- und Finanzministers Bruno Le Maire auf längere Sicht rund 200 Arbeitsplätze geben. Ein erster Unternehmensverbund für den Aufbau einer europäischen Fertigung umfasst den Peugeot-Hersteller PSA, dessen deutsche Tochtergesellschaft Opel und die Total-Tochter Saft.

In einer zweiten Phase ist die Massenfertigung von Batterien in Douvrin (Pas-de-Calais) «ab Ende 2021» geplant und dann ab 2024 in Kaiserslautern (Deutschland). Bis gegen Ende des Jahrzehnts sollen an jedem der beiden Standorte fast 2000 Arbeitsplätze geschaffen werden, wurde berichtet.

Warum diese Allianz für die Batterie-Herstellung?

EU-Kommissionsvizepräsident Maros Sefcovic hatte 2017 eine Batterie-Allianz auf den Weg gebracht. Ziel ist es, rechtzeitig zu dem erwarteten Boom von Elektroautos in Europa Batteriefabriken aufzubauen. Deutschland und Frankreich, die bedeutende Automobilstandorte haben, engagieren sich dabei besonders.

Die deutche Regierung hatte Fördermittel von mehr als einer Milliarde Euro zugesagt. Beim geplanten zweiten europäischen Grossprojekt ist beispielsweise BMW dabei. Erst vor kurzem trafen sich Vertreter von vierzehn europäischen Staaten und mehr als 55 Unternehmen in Berlin, um weitere Schritte zu vereinbaren.

Für die deutsche Autoindustrie ist der Aufbau einer Batteriezellenfertigung strategisch wichtig, damit sie künftig an der Wertschöpfung beteiligt ist und das Feld nicht asiatischen Konzernen überlässt. Derzeit kaufen Hersteller Zellen in Asien und bauen diese dann selbst zu grossen Akkus für ihre Elektroautos zusammen.

Laut Medienberichten sind deutsche Hersteller von Batterieknappheit betroffen. Mercedes dementierte jedoch, dass die Produktionsziele massiv zurückgefahren wurden.

Sicher ist: Die gesamte Autobranche befindet sich in einem schwierigen Umbruch hin zu alternativen Antrieben. Dabei sind Millionen von Jobs in Gefahr.

Der deutsche IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hatte vor kurzem gesagt, bei der Batteriezellenfertigung geschehe inzwischen deutlich mehr als vor zwei Jahren, auch wegen der Förderung der deutschen Regierung.

Was macht Tesla?

Für Schlagzeilen hatte gesorgt, dass laut Branchenkreisen und Medienberichten auch der US-Elektroauto-Pionier Tesla staatliche Subventionen für die Batteriezellenfertigung und -forschung in Deutschland beantragt hatte. Tesla will ein Werk in Brandenburg bauen. Unklar ist aber, ob sich Tesla an einem Grossprojekt beteiligen will.

(dsc/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

VW bringt den Golf für das Elektrozeitalter – den ID.3

1 / 11
VW ID.3: Der Golf für das Elektrozeitalter
quelle: vw
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Umweltsünder unter Druck

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Nach Facebook-Hetze gegen Merkel: 40-jähriger Corona-Schwurbler verurteilt

Der gelernte Gärtner war Mitglied einer geschlossenen, etwa 5000 Mitglieder umfassenden Facebook-Gruppe, in der auch zu Gewalt gegen «Asylanten und Migranten» aufgerufen wurde.

Ein Berliner Facebook-Nutzer ist nach Hetze gegen die deutsche Kanzlerin Angela Merkel zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Der 40-Jährige habe sich der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten, der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten sowie der Volksverhetzung schuldig gemacht, begründete das Amtsgericht Berlin-Tiergarten am Donnerstag. Der Angeklagte hatte zuvor gestanden und erklärt, er habe sich «übelst über die Corona-Massnahmen …

Artikel lesen
Link zum Artikel