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50-Euro-Blüten für 19 Euro – diese Falschgeld-Fakten sollten auch Schweizer kennen

Geldfälscher haben Hochkonjunktur. Besonders häufig im Umlauf sind 50er-Blüten. So mancher Deal wird über das Darknet abgewickelt.



In Deutschland sind allein im vergangenen Jahr 112'000 Blüten im Wert von 5,5 Millionen Euro eingezogen worden. Dies teilte das deutsche Kriminalamt am Dienstag mit. Das sind 48 Prozent mehr falsche Geldscheine als im Jahr zuvor.

Die Zahl der Delikte sei um 42 Prozent auf 86'500 Fälle geklettert, teilte das Kriminalamt mit. Besonders beliebt sei nach wie vor der «falsche Fünfziger» – rund die Hälfte der eingezogenen Geldscheine seien 50-Euro-Scheine gewesen.

Direkt dahinter rangiert die 20-Euro-Note. Erst im November wurde ein neuer 20-Euro-Schein in Umlauf gebracht, der besser gegen Fälschungen geschützt ist.

Kauf via Darknet

Falschgeld werde von Privatpersonen häufig nicht erkannt, weil sie es im täglichen Gebrauch nicht genau prüften, heisst es in dem Bericht des Kriminalamts weiter. Dieser Schluss ergebe sich daraus, dass der Grossteil der Blüten von Banken, Werttransport-Unternehmen, Handel und Gewerbe sowie der deutschen Zentralbank, der Bundesbank, erkannt worden sei.

Fünf falsche 50er-Noten gibt's für 125 (echte) Euro

Bild

Aktuelles Angebot eines Darknet-Händlers. screenshot: watson

Die Bundesbank schlug bereits im Januar wegen der Falschgeld-Schwemme in Deutschland Alarm. Beliebter Vertriebsweg sei nach wie vor das Internet, warnte das Kriminalamt. Dort werden über zwielichtige Kanäle – etwa über das Darknet — falsche Scheine oder einzelne Komponenten wie Hologramme gehandelt.

Eine kurze Recherche des watson-Redaktors zeigt, dass es in einschlägigen Darknet-Foren zahlreiche Angebote gibt.

Ein Verkäufer empfiehlt Interessenten, statt gefälschten 10er- und 20er-Noten 50-Euro-Blüten zu bestellen, denn bei diesen Fälschungen seien «Farbe und Druck» besser:

«Ich würde jedem empfehlen, 50€ Blüten zu kaufen, da echt sehr hohe Qualität und Verarbeitung, fällt nicht so schnell auf als Blüte.»

Darknet-Verkäufer

Der Preis für das Falschgeld hängt von der Bestellmenge ab: So bezahlt man für 100 falsche 50er-Noten 19 Euro pro Stück.

Beunruhigen dürfte auch das Versprechen des Verkäufers, dass die Blüten wichtige Sicherheitsmerkmale aufweisen, also schnellen Überprüfungen Stand halten können.

Bild

screenshot: watson

Durch technologische Verbesserungen werden Fälscher immer besser. Die Notenbank muss daher jeweils einen Schritt voraus sein. In der Schweiz hat die Nationalbank mit der neuen 50er-Note nun wieder etwas Vorsprung. Diese verfügt insgesamt über 15 Sicherheitsmerkmale.

Bleibt anzumerken, dass die Verbreitung von Falschgeld verboten ist und bestraft wird, auch wenn es ungewollt geschieht. Es droht eine Geldstrafe oder bis zu drei Jahre Gefängnis.

(dsc/sda/reu)

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