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Berkshire Hathaway Chairman and CEO Warren Buffett plays bridge outside the Borsheims jewelry store, a Berkshire Hathaway subsidiary, in Omaha, Neb., Sunday, May 1, 2016. The annual Berkshire shareholders weekend is coming to a close one day after more than 40,000 people attended a question and answer session with Warren Buffett and his Vice Chairman Charlie Munger. (AP Photo/John Peterson)

Warren Buffett zockt gern mit grossem Einsatz.
Bild: AP

Apple-Aktien sind ein Schnäppchen – finden diese US-Milliardäre

Sein Ruf ist legendär, auch, weil er eigentlich nur in Dinge investiert, von denen er etwas versteht. Doch nun hat Warren Buffett beim iPhone-Hersteller zugeschlagen und interessiert sich für Yahoo. Und er ist damit nicht allein.



Seine Weigerung, in Technologiefirmen zu investieren, war fast schon legendär. Doch nun bringt sich US-Starinvestor Warren Buffett gleich mit zwei US-Vertretern der Branche in Verbindung: Apple und Yahoo.

Für eine Milliarde Dollar sicherte er sich ein Stück an dem iPhone-Hersteller. Zudem interessiert sich der 85-Jährige für das zum Verkauf stehende Internet- und Mailgeschäft von Yahoo.

«Ein Konsumgüter-Konzern getarnt als Technologie-Konzern mit einem grossartigen Geschäftsmodel, hohem Kapitalfluss und preiswert.»

Hedgefonds-Manager über Apple

Obwohl dies auf den ersten Blick erstaunlich anmutet, hat Buffett Experten zufolge seine Einstellung nicht geändert:

«Das ist kein Sinneswandel», sagt Hedgefonds-Manager Jeff Matthews von Ram Partners zum Apple-Engagement. Es ergebe vielmehr Sinn: «Das ist ein Konsumgüterkonzern getarnt als Technologiekonzern mit einem grossartigen Geschäftsmodel, hohem Kapitalfluss und preiswert», urteilt der Autor von Büchern über Buffett. Genau die Eigenschaften, auf die Buffett und seine Gesellschaft Berkshire Hathaway Wert legen.

Passt ins Beuteschema

Auch Yahoo passe in das Beuteschema von Buffett, sagt Analyst Rick Edmonds vom Medieninstitut Poynter. In Ungnade gefallene und unterbewertete Firmen mit einem hohen Kundenstamm zögen das Interesse des Investors auf sich. «Das Paradoxe ist ja, dass Yahoo riesig ist und riesig bleibt. Und es gibt eine Menge Kunden. Die laufen ja nicht weg. Es findet nur keiner Wege, Wachstum zu generieren.»

Yahoo ist angesichts der Dominanz von Google und Facebook immer weiter ins Hintertreffen geraten und hat sich schliesslich zum Verkauf des Kerngeschäfts entschlossen. In den Bieterwettbewerb schaltet sich nun Buffett ein, indem er ein Konsortium bei der Finanzierung eines Gebots unterstützt.

Cleveland Cavaliers owner Dan Gilbert, right, talks with Warren Buffett before an NBA basketball game against the Charlotte Hornets Monday, Dec. 15, 2014, in Cleveland. (AP Photo/Mark Duncan)

Basketball-Buddys: die Milliardäre Warren Buffett und Dan Gilbert (r.).
Bild: Mark Duncan/AP/KEYSTONE

Dan Gilbert zockt mit

Mit von der Partie ist auch US-Milliardär Dan Gilbert, dem unter anderem das US-Basketballteam Cleveland Cavaliers gehört. Für die AOL-Mutter Verizon, die zuletzt als Favorit für die Übernahme gehandelt wurde, erhöht sich in der zweiten Runde somit der Druck.

Auch für Analyst Brian Wieser passt der Yahoo-Vorstoss zu Buffett. «Er ist bekannt dafür, sich an Firmen zu beteiligen, die grosses Potenzial haben, dieses aber aus einer Vielzahl von Gründen nicht ausschöpfen können.»

FILE - In this Jan. 7, 2014, file photo, Yahoo president and CEO Marissa Mayer speaks during the International Consumer Electronics Show in Las Vegas. Mayer will walk away with a $55 million severance package if the company's auction of its Internet operations culminates in a sale that ousts her from her job. The payout disclosed in a Friday, April 29, 2016, regulatory filing consists of cash, stock awards and other benefits that Mayer would get should she be forced out as CEO within a year after a sale. (AP Photo/Julie Jacobson, File)

Yahoo-Chefin Marissa Mayer hat bislang vor allem selber Kasse gemacht. Bild: Julie Jacobson/AP/KEYSTONE

Bei Yahoo kommt noch hinzu, dass Berkshire-Direktorin Susan Decker zwischen 2000 und 2009 unter anderem als Finanzchefin beim angeschlagenen Internet-Pionier gearbeitet hat. Mit ihrer Hilfe könnte Buffett frühere Yahoo-Manager wieder an Bord holen, sagt Wieser. Dazu zählt er auch Interimschef Ross Levinson, der für die bisher eher glücklose Yahoo-Chefin Marissa Mayer den Stuhl räumen musste.

Decker hat sich bereits offen zu Yahoo geäussert. Sie hoffe, dass ein neuer Eigentümer das wiederbeleben könne, was Yahoo einzigartig gemacht habe, sagte sie in einem TV-Interview. Dabei könnte dem Unternehmen helfen, in private Hand zu kommen oder Teil eines grösseren Konzerns zu werden.

Wie wir seit Anfang Mai wissen, hat Mayer (41) einen unglaublichen goldenen Fallschirm packen lassen. Sollte sie ihren Job verlieren, weil Yahoo verkauft wird, erhält sie 55 Millionen Dollar.

«Buffett hat sich bislang immer von Sachen zurückgehalten, die er nicht kennt oder nicht versteht.»

Richard Cook, Finanzexperte

Zu langsam geöffnet

Bislang hat sich Buffett hauptsächlich eher Versicherungen, Industriekonzernen und grossen Konsumgüterkonzernen zugewandt. Sein bisher einziger namhafter Ausflug in die Technologiewelt war bislang nicht von grossem Erfolg gekrönt. Die Beteiligung an IBM entwickelt sich eher mau – der Verlust für Buffett beläuft sich derzeit auf 1,6 Milliarden Dollar.

«Buffett hat sich bislang immer von Sachen zurückgehalten, die er nicht kennt oder nicht versteht», urteilt Richard Cook, Mitgründer der Investmentgesellschaft Cook & Bynum, die selbst bei Berkshire engagiert ist.

Auf dem jährlichen Aktionärstreffen seiner Firma in Omaha räumte der Star-Investor dennoch vor kurzem ein, sich zu langsam für neue Technologien geöffnet zu haben.

FILE -  In this Oct. 11, 2007 file photo, private equity investor Carl Icahn speaks at the World Business Forum in New York. Icahn said Tuesday, Jan. 22, 2014, he has purchased $500 million worth of Apple stock in the past couple of weeks to bring his total holdings in the company to more than $3 billion of shares.  (AP Photo/Mark Lennihan, File)

Er hat seine Apple-Aktien verkauft und dabei richtig Kasse gemacht: Carl Icahn. Bild: Mark Lennihan/AP/KEYSTONE

Zwei Pluspunkte

Ob ausgerechnet Apple das Richtige ist, daran scheiden sich derzeit die Investoren-Geister. Während die einen immer noch voll des Lobes sind, ziehen sich andere zurück. So verkaufte der Investor Carl Icahn Ende April seinen kompletten Anteil wegen zu grosser Risiken im China-Geschäft – und strich einen satten Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar ein.

Zuletzt war die Erfolgsserie von Apple gerissen: Erstmals überhaupt ging der iPhone-Absatz zurück. Zugleich erlitt der US-Konzern zu Jahresbeginn das erste Umsatzminus seit 13 Jahren. Daraufhin zog der Google-Mutterkonzern Alphabet an der Börse wieder an Apple vorbei.

Die Aktien seien unglaublich preiswert, sagt denn auch Steve Wallman von der Beratungsgesellschaft Wallman Investment Counsel. Zudem sitze Apple auf einem Berg Bargeld von über 200 Milliarden Dollar – zwei Pluspunkte für Buffett.

Würdest du Apple-Aktien kaufen?

(dsc/sda/reu)

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