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President Donald Trump tours an Apple manufacturing plant, Wednesday, Nov. 20, 2019, in Austin with Apple CEO Tim Cook, left, and Ivanka Trump, the daughter and adviser of President Donald Trump. (AP Photo/ Evan Vucci)
Donald Trump

Donald und Ivanka Trump bei einem Fabrik-Besuch mit Apple-Chef Tim Cook im vergangenen November. Wird die Datensicherheit der Apple-Kunden massiv beeinträchtigt? Bild: AP

Für Apple wirds eng – Trump erhöht Druck wegen iPhone-Hintertüren



Im Streit über Zugriffsmöglichkeiten für Ermittlungsbehörden erhöht US-Präsident Donald Trump den Druck auf Apple. Trump twitterte in der Nacht auf Mittwoch, seine Regierung helfe Apple in Handelsfragen «die ganze Zeit». Dennoch weigere sich der Konzern, den Behörden einen Zugang zu verschlüsselten Handys zu ermöglichen, «die von Mördern, Drogendealern und anderen gewalttätigen kriminellen Elementen» benutzt würden.

Trumps Forderung an die Verantwortlichen des Unternehmens: «Sie müssen sich jetzt der Herausforderung stellen und unserem grossartigen Land helfen!»

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screenshot: twitter

Zuvor hatte Apple in dem wiederaufgeflammten Streit die Kritik von US-Justizminister William Barr zurückgewiesen. Barr hatte am Montag gesagt, Apple habe «keine substanzielle Hilfe» bei der Aufklärung des Angriffs eines saudischen Offiziers auf einem Marinefliegerstützpunkt in Florida im Dezember geleistet. Er drängt den Konzern dazu, den Passwort-Schutz von zwei iPhones des Attentäters auszuhebeln.

Wie verteidigt sich Apple?

Apple lehnt es kategorisch ab, Strafverfolgern solche und andere Hintertüren zu öffnen, damit sie Zugriff auf möglicherweise ermittlungsrelevante User-Daten bekommen. Der Konzern argumentiert in Übereinstimmung mit unabhängigen IT-Sicherheitsexperten, solche Hintertüren würde die Datensicherheit für alle Nutzer verschlechtern.

Barr stufte den Angriff, bei dem drei US-Soldaten getötet wurden, als Terrorattacke ein und erhöhte damit den Druck auf Apple. «Es ist sehr wichtig zu wissen, mit wem und über was der Schütze kommuniziert hat, bevor er starb», liess der US-Minister verlauten.

Apple entgegnete, man habe binnen Stunden nach der ersten FBI-Anfrage am 6. Dezember «eine breite Auswahl an Informationen» bereitgestellt. In den Tagen danach habe Apple unter anderem im Speicherdienst iCloud gespeicherte Backups sowie Kommunikationsdaten zu mehreren Accounts geliefert.

Während der Zugang zu einem verschlüsselten iPhone nur mit der vom Besitzer festgelegten Geheimzahl (PIN) bzw. Passwort möglich ist, wird der Schlüssel für in der Cloud gespeicherte iPhone-Backups ebenfalls dort gelagert. Damit können die auf den Apple-Servern gespeicherten User-Daten für Behörden entschlüsselt werden. Besonders sensible Informationen wie Gesundheitsdaten, Passwörter oder Zahlungsdaten werden allerdings auch in Apples Cloud Ende-zu-Ende verschlüsselt gespeichert und sind nur für die Nutzer zugänglich.

Apple betont, man sei erst einen Monat nach der Bluttat auf dem Militärstützpunkt, am 6. Januar, durch das FBI von der Existenz eines zweiten iPhones in Kenntnis gesetzt worden. In eines der Geräte wurde laut Berichten geschossen.

Apple-Chef Tim Cook liess sich im November 2019 zu einem Public-Relations-Auftritt mit Trump bewegen. Die beiden traten in einer Fabrik gemeinsam auf, in der Apple-Geräte zusammengebaut werden, so auch den im Dezember lancierten Profi-Rechner Mac Pro. In Ausin, Texas, lässt Apple zudem einen neuen Campus für 5000 Angestellte errichten.

Apple lässt unter anderem sein erfolgreichstes Produkt, das iPhone, in Asien zusammenbauen und ist im Handelskrieg der USA gegen China zwischen die Fronten geraten.

(dsc/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • WDuong 15.01.2020 14:19
    Highlight Highlight Sehr suspekt! Das ist doch genau die Thematik, welche die US-Regierung Huawei vorwirft, aber ohne wirklich Beweise vorzuweisen.
    Logisch ich selbst würde ähnlich reagieren wenn die Welt mehr und mehr andere Technologie nutzt, auf die man keinen Zugriff mehr hat. Einen Unterschied gäbe es, ich würde es offen kommunizieren. Es ist einfach glaubwürdiger und hätte "Verständnis"... So wie es gemacht wird, empfinde ich eher als Doppelmoral... Wasser predigen, aber Wein trinken...
  • Sackhegelbutzer 15.01.2020 14:06
    Highlight Highlight Es ist für Trump & Co. sicher nicht einsehbar, dass sich Mathematik (und darum handelt es sich ja beim Verschlüsseln) keiner Rechtssprechung und Poltererei beugt. Mathematik steht über dem Gesetz 😂🤣😂
  • EinePrieseR 15.01.2020 13:20
    Highlight Highlight Wieder wird versucht mit dem Argument Terrorismus den Schutz unserer Privatsphäre zu unterwandern. Ich hoffe Apple bleibt standhaft!
  • luegeLose 15.01.2020 12:20
    Highlight Highlight An diesem Beispiel sieht man, wie wichtig es ist, Opensource Software zu unterstützen.
  • Til 15.01.2020 11:37
    Highlight Highlight Wenn Apple sich weigert die Hintertür zu öffnen, heisst das, eine Hintertür existiert. Oder verstehe ich etwas falsch? Sonst könnten sie doch einfach sagen: leider technisch nicht möglich. Was ja keine Weigerung wäre.
    • MAOAM 15.01.2020 16:49
      Highlight Highlight Ja das verstehst du falsch. Wenn es eine gäbe, würde die Trump Administration nicht drängen.
    • DunkelMunkel 15.01.2020 19:00
      Highlight Highlight @Til Das ist genau Apples Aussage. Wenn sie fùr die US Regierung eine Hintertür einbauen würden, könnten auch andere diese Herausfinden und missbrauchen. Daher gibts das nicht.
  • bokl 15.01.2020 08:47
    Highlight Highlight Das Tech-Unternehmen, welches dem Land/Welt wirklich helfen könnte ist Twitter, wenn es Trump den Account sperrt.
    • Asmodeus 15.01.2020 08:58
      Highlight Highlight Laut eigener TOS hätten sie das vor Jahren schon gemusst.
  • MAOAM 15.01.2020 08:11
    Highlight Highlight «Sie müssen sich jetzt der Herausforderung stellen und unserem grossartigen Land helfen!»

    Apple hilft dem Land, aber sicher nicht den Schergen der Trump-Administration. Apple hat ja Daten geliefert. Es geht also nur noch um den grundsätzlichen Zugriff ohne eine Anfrage an Apple zu stellen.
  • DunkelMunkel 15.01.2020 07:58
    Highlight Highlight Apple scheint es mit dem Datenschutz der User ernst zu nehmen. Dafür sind Android-Smartphones günstiger... wait a second
  • Gawayn 15.01.2020 07:32
    Highlight Highlight Das mit den Userdaten ist ein zweischneidiges Schwert.

    Klar wären die wichtig um an Informationen gegen Verbrecher zu gelangen.

    Andererseits...
    Damit kann man dann auch alle Daten der Bevölkerung einsehen.
    Sogar manipulieren.

    Mit Trump an der Macht, der keine Skrupel kennt darauf zu zugreifen, um seine persönlichen Ziele zu erreichen...
    Da wäre im Vergleich die Dystopie "1984", Von Orwell,
    Nur ein Kinderbüchlein was dann darauf folgt...
    • DerTaran 15.01.2020 08:17
      Highlight Highlight «Andererseits...
      Damit kann man dann auch alle Daten der Bevölkerung einsehen.
      Sogar manipulieren.»
      Selbst wenn man davon ausgeht, dass die US Regierung den Zugriff nicht missbraucht, andere Regierungen, aber auch Kriminelle werden solch eine Hintertür immer finden und ausnutzen.
    • Arvid Riedel 15.01.2020 08:21
      Highlight Highlight Grundsätzlich gebe ich dir Recht mit dem Verweis auf 1984. Allerdings würde ich das nicht auf Trump beschränken. Die NSA-Affäre mit der Überwachung deutscher Politiker betraf ja auch die vorhergehenden Präsidenten, sogenannte "Freunde" :)
    • wasps 15.01.2020 08:47
      Highlight Highlight Ich sehe nicht ein, warum man diesen Zugriff nicht auf schwere Straftäter beschränken kann. Ich meine, hat man einen Attentäter geschnappt, warum sollten die Strafbehörden keinen Zugriff auf das Ding haben? Es geht ja nicht darum, gehörnten Ehemännern den Zugriff auf das Handy ihrer Liebsten zu ermöglichen, oder?
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