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epa07418295 Chief Executive Officer of Apple Inc. Tim Cook (L) listens to US President Donald J. Trump (R) deliver remarks while participating in an American Workforce Policy Advisory Board meeting in the State Dining Room of the White House in Washington, DC, USA, 06 March 2019. The twenty-five-member American Workforce Policy Advisory Board aims to improve the prospects of the future US workforce.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Donald Trump bei einem früheren Treffen mit Apple-CEO Tim Cook (l.). Bild: EPA

Darum nimmt der US-Präsident «Tim Apple» und Co. ins Visier

Der Zeitpunkt der Untersuchung gegen Facebook, Google und weitere Tech-Giganten dürfte laut Beobachtern kein Zufall sein ...



Die US-Regierung hat eine umfangreiche Untersuchung der Wettbewerbspraktiken grosser US-Unternehmen angekündigt. Das «Wall Street Journal» berichtete mit Verweis auf Ministeriumskreise, es sollten Facebook, Amazon, Google und Apple unter die Lupe genommen werden.

Namen von Unternehmen wurden bei der Ankündigung seitens der Regierung aber nicht genannt. Sollten Gesetzesverstösse festgestellt werden, werde man «entsprechend handeln», hiess es am Dienstag in einer Erklärung des Justizministeriums. Man werde Fragen zu dem Verhalten in den Bereichen Suche, soziale Medien und bei einigen Einzelhandelsdiensten nachgehen.

Man wolle der Besorgnis von Konsumenten und Unternehmern nachgehen, erklärte das Justizministerium am Dienstag. Es gehe um die Frage, wie die Plattformen ihre Marktmacht erreicht hätten und ob sie Innovationen gebremst und Konsumenten geschadet hätten.

Unter anderem Google und Amazon stehen im Mittelpunkt von Wettbewerbsverfahren der EU-Kommission und amerikanischen Behörden. Ihnen wurde oft vorgeworfen, Tech-Konzernen gegenüber zu lasch zu sein.

Zu Apple schreibt das Wall Street Journal, das Unternehmen dominiere die Suchergebnisse in seinem App Store und behindere damit Mitbewerber, bzw. Konkurrenten.

Das Ganze hat einen politischen Beigeschmack

Die Eröffnung einer US-Wettbewerbsuntersuchung hat zum jetzigen Zeitpunkt einen politischen Beigeschmack. Präsident Donald Trump wirft unter anderem Facebook und Google seit längerer Zeit vor, Stimmen aus dem konservativen Lager zu unterdrücken. Das Silicon Valley gilt traditionell als grösstenteils liberal.

Eine Kartelluntersuchung im Präsidentschaftswahlkampf 2020 könnte den Druck auf die Plattformen verstärken, Trumps Anhängern mehr Platz einzuräumen.

Amazon war ebenfalls häufiges Ziel von Trumps Attacken. Amazons Gründer und Chef Jeff Bezos gehört die Tageszeitung «Washington Post», die Trump kritisch gegenübersteht.

Zugleich wird schon lange darüber diskutiert, ob zumindest einige Tech-Plattformen nicht so gross und mächtig geworden sind, dass neben ihnen kein neuer Herausforderer entstehen kann.

FILE - In this June 19, 2017, file photo President Donald Trump, left, and Satya Nadella, Chief Executive Officer of Microsoft, center, listen as Jeff Bezos, Chief Executive Officer of Amazon, speaks during an American Technology Council roundtable in the State Dinning Room of the White House in Washington. Amazon and Microsoft are battling for a $10 billion opportunity to build the U.S. military its first â??war cloud.â? (AP Photo/Alex Brandon, File)
Donald Trump,Tim Cook,Satya Nadella,Jeff Bezos

Im Juni sass der US-Präsident auch mit Microsoft-Chef Satya Nadella und Amazon-Gründer Jeff Bezos am Tisch. Bild: AP

Als ein Paradebeispiel gilt Facebook: Der Social-Media-Konzern wurde in den vergangenen Jahren immer grösser, während kleinere Konkurrenten einer nach dem anderen aus dem Geschäft gingen. Inzwischen hat die Facebook-Plattform rund 2.4 Milliarden Nutzer.

Grösse spielt bei Online-Netzwerken eine wichtige Rolle: Nutzer landen bei dem Dienst, bei dem sie die meisten ihrer Freunde finden. Zudem zögerte Facebook nicht lange mit Übernahmeangeboten, wenn potenzielle Rivalen auftauchten. So kaufte Zuckerbergs Unternehmen die Foto-Plattform Instagram und den Chat-Dienst WhatsApp.

Diese Zukäufe wurden seinerzeit von den Wettbewerbshütern bewilligt. Heute argumentiert unter anderem die demokratische Präsidentschaftskandidaten Elizabeth Warren, dass sei ein Fehler gewesen und Facebook müsse zerschlagen werden. Das Unternehmen behauptet hingegen, es gebe genug Wettbewerb im Internet.

Microsoft war vor Jahrzehnten im Visier

Einige Suchmaschinen-Konkurrenten werfen Google vor, sie zu benachteiligen. Die EU-Kommission sieht zudem unfairen Wettbewerb beim meistgenutzten Smartphone-System Android, das bei Google entwickelt wird.

Das Bewertungs-Portal Yelp bezichtigt Google schon seit Jahren, ein Geschäft mit Inhalten der Firma aufgebaut zu haben. Der Internet-Konzern erklärt dagegen, man habe viel neuen Wettbewerb im Netz entstehen lassen.

Im bisher grössten Wettbewerbsverfahren in der Tech-Industrie vor rund zwei Jahrzehnten ging es um Microsoft. Der Konzern hatte den Web-Browser Internet Explorer mit seinem Windows-Betriebssystem gebündelt.

Das US-Justizministerium argumentierte, dass angesichts der dominierenden Marktposition von Windows Browser-Rivalen wie Netscape durch diese Praxis aus dem noch neuen Markt gedrängt wurden. Ein Richter ordnete zwischenzeitlich die Zerschlagung von Microsoft an, was jedoch von einem Berufungsgericht gekippt wurde. Am Ende einigten sich das Justizministerium und Microsoft auf mildere Auflagen.

(dsc/sda/dpa)

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8 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
SR 210
24.07.2019 08:38registriert February 2019
Die Motivation mag die falsche sein, aber die Marktmacht von Google, Amazon und Facebook (inkl. Tochterunternehmen) ist sicher mal eine Untersuchung wert. Die Konzerne haben schon (beinahe) Monopolstellungen erreicht. Und diese ist immer zum Nachteil von Konsumenten. Apple würde ich hier aber bewusst ausklammern, denn der Markt deren Kerngeschäft (Computer und Smartphones) ist klar polypolistisch. Mir stellt sich aber die Frage, was Trump damit erreichen will, denn der Konsumentenschutz gehörte bis anhin nicht zu seinen Kernanliegen.
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flyingdutch18
24.07.2019 08:05registriert December 2014
Diese Untersuchungen haben tatsächlich einen politischen Beigeschmack. Alle vier Konzerne stehen Trump und seiner Administration kritisch gegenüber, vor allem im Bereich seines Markenzeichens, einer harten Immigrationspolitik. Sowohl Facebook als auch Google arbeiten daran, rechtsradikale Inhalte zu entfernen bzw. nicht zu empfehlen. Das kann Trump nicht gefallen. Und der Amazon-Boss besitzt die regierungskritische Washington Post, einen „Feind des Volkes“.
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