Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Das Drohnen-Taxi: Fliegen wir bald ohne Pilot herum? bild: ehang

Wann fliegt der erste Mensch im Drohnen-Taxi umher? In den USA finden die ersten Tests statt

Eine chinesische Firma hat eine Drohne entwickelt, die Passagiere autonom transportieren kann. So soll einst ein öffentlicher Nahverkehr für die Luft entstehen.

adrian lobe



Drohnen erleben einen Boom. Ob in der Landwirtschaft, wo Winzer Drohnen über ihre Weingüter aufsteigen lassen oder im Handel, wo Amazon Pakete bald mit Drohnen ausliefern will und Konkurrent Alibaba dies bereits tut – die unbemannten Flugobjekte erfreuen sich mannigfacher Verwendungsmöglichkeiten.

Geht es nach der Vorstellung einiger chinesischer Ingenieure, könnten schon bald die ersten Drohnentaxis abheben. Die chinesische Firma Ehang hat auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas im Januar eine Drohne vorgestellt, die einen Passagier transportieren kann.

So präsentiert Ehang die Passagierdrohne:

abspielen

YouTube/EHANG

Das 200 Kilogramm schwere Fluggerät 184 AAV sieht aus wie ein Mini-Helikopter, an der Kabine sind vier Ausleger mit zwei Rotoren befestigt. Die Rotor-Arme sind einklappbar, sodass der Octocopter auf einen normalen Parkplatz passt.

Einsteigen, Ziel markieren, abheben

Der Passagier muss nur das Ziel auf einem Touchscreen eingeben, alles andere – Routenberechnung, Flug, Start und Landung – erledigt die Drohne dank Sensoren und Computersteuerung von ganz allein. Einen Piloten braucht es nicht. Einsteigen, Ziel markieren, abheben.

Nach Angaben des Herstellers besitzt die Drohne eine Reichweite von 32 Kilometern und kann eine maximale Flughöhe von 3,5 Kilometern erreichen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 100 km/h. Die elektrisch betriebene Drohne ist in zwei Stunden voll aufgeladen, mit einer Akkuladung sind 23 Minuten Flug möglich. Das reicht, um morgens über Staus und Ampeln hinweg zur Arbeit zu fliegen. Das Gerät soll zwischen 200'000 und 300'000 Dollar kosten, deutlich weniger als ein Helikopter.

Erste Testflüge bewilligt

Bislang diskutierte die Technikwelt nur über den Prototypen. Vergangene Woche erhielt Ehang nun vom Nevada Institute for Autonomous Systems eine Genehmigung für Testflüge. Der dünn besiedelte Wüstenstaat ist ein ideales Exerzierfeld.

Ziel sei es, die Testergebnisse an die Bundesluftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) weiterzuleiten, um eine Zulassung zu beantragen. Sobald diese vorliegt, will der chinesische Hersteller in die Massenproduktion einsteigen.

Bild

So sieht die Passagier-Drohne aus.
bild: ehang

Google-Autos unten, Drohnen oben

Ähnlich wie Googles autonome Fahrzeuge könnte eine Octocopter-Flotte in einer Art öffentlichem Nahverkehr für die Luft Passagiere transportieren. «Ich sehne mich dem Tag entgegen, an dem Drohnentaxis Teil von Nevadas Transportsystem werden», sagte Institutsleiter Mark Barker dem Las Vegas Review Journal.

Die Drohne könnte im Verkehrswegenetz der USA, dessen Zugverbindungen traditionell schlecht ausgebaut sind, eine Lücke für mittlere Distanzen zwischen 50 und 100 Kilometern schliessen, wo es abgesehen von wenigen Bus- und Zuglinien kaum eine Alternative gibt.

Das Versprechen der Technologie ist denn auch, dass speziell in Entwicklungsländern mit schlechter Infrastruktur der ländliche Raum näher an die Zentren herangeführt wird. Im urbanen Raum könnten zudem die Pendelzeiten signifikant reduziert werden.

Regeln erst gerade verschärft

In den USA müssten für eine Flugerlaubnis aber erst die strengen Sicherheitsauflagen erfüllt werden. Die FAA hat die Regeln für kommerzielle und private Drohnen vor kurzem verschärft, nachdem es immer wieder zu Vorfällen und Beinahe-Kollisionen im zivilen Luftraum kam.

Unter der Bildstrecke geht's weiter ...

2015 war das Jahr der Drohnen

Amazon drohte aufgrund der strengeren Auflagen mit Abwanderung. Fraglich ist, ob der autonome Octocopter von Ehang den Sicherheitsvorschriften genügt. Der Autopilot lässt sich nicht abschalten, das heisst, der Passagier kann in brenzligen Situationen das Fluggerät nicht manuell steuern (wofür ihm vermutlich das Know-how fehlt, was aber immerhin ein Gefühl von Sicherheit vermittelt).

Kontrollzentren übernehmen Navigation

Laut Ehang sollen mehrere Kontrollzentren eingerichtet werden, die im Ernstfall die Navigation übernehmen. Viel beruhigender klingt das aber auch nicht. Die Frage ist auch, ob es in dem ohnehin schon überfüllten Luftraum noch Platz für Drohnentaxis gibt, wenn Amazon und Alibaba Pakete mit Drohnen zustellen.

Was hältst du vom Drohnen-Taxi?

Tesla-Chef Elon Musk und Google-Mitgründer Larry Page finanzieren zudem Projekte zur Entwicklung fliegender Autos. Pages Vision ist ein elektrischer Zweisitzer, der senkrecht starten und landen kann. Es könnte in Zukunft ziemlich voll werden im Luftraum. Stau in der Luft? Die Ingenieure werden wohl bald auch für dieses Problem eine Lösung finden müssen.

Mehr zu Drohnen, Quadcopter und Co.

Hier holt die Polizei die abgestürzte Transportdrohne aus dem Zürichsee 

Link zum Artikel

Schweizer Airports sind machtlos gegen Drohnen – nicht so das WEF

Link zum Artikel

Wenn du nicht mindestens 5 Fragen richtig hast, darfst du deine Drohne nicht starten

Link zum Artikel

Diese Drohnen machen sich klein für Flug durch enge Spalten und Löcher

Link zum Artikel

7 Gründe, warum Drohnen die womöglich hilfreichste Technologie unserer Zeit sind

Link zum Artikel

In Holland sollen Adler und andere Raubvögel Terror-Anschläge verhindern

Link zum Artikel

Krieg der Drohnen: Disney erwägt Drohnen-Abwehr am kroatischen Filmset von «Star Wars Episode VIII»

Link zum Artikel

Quadcopter an der langen Leine: Zürcher Start-up sammelt 350'000 Dollar und schafft Crowdfunding-Ziel

Link zum Artikel

Mit Drohnen auf Verbrecherjagd: Schweizer Armee leiht Polizei und Grenzwache ihre unbemannten Fluggeräte – zum Ärger der Bevölkerung

Link zum Artikel

Kommt das Päckli bald mit der Drohne? Swiss und die Post lassen im Sommer neue Transportmittel steigen

Link zum Artikel

Sie wünschen sich eine Drohne zu Weihnachten? Lesen Sie das, sonst machen Sie sich schon beim Probeflug strafbar

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Diese Cartoons bringen die letzten vier Jahre Trump-Chaos perfekt auf den Punkt

Donald Trumps Amtszeit war geprägt von Lügen, Korruption und der Anstiftung zur Gewalt. Vier turbulente Trump-Jahre im Spiegel der Karikaturisten.

Hinweis für die geschätzten User und Userinnen: Wenn die Tweets in diesem Artikel nicht sofort angezeigt werden, zähle wahlweise laut oder leise auf fünf und scrolle erst dann weiter.

Donald Trump verliert mit Joe Bidens Amtseinführung seine Immunität, er kann somit vor ein ordentliches Gericht gestellt werden. Beobachter glauben aber, dass er eher nicht ins Gefängnis muss. Ungemütlich wird es für ihn trotzdem. Viele Fälle sind noch offen: Amtsmissbrauch, Behinderung der Justiz und diverse …

Artikel lesen
Link zum Artikel