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Bernard Miedinger, expert au Service des automobiles et de la navigation du canton de Vaud, expertise une voiture dans la hall technique du Service des automobiles et de la navigation (SAN), ce mardi 28 decembre 2011 a Lausanne. Le Service vaudois des automobiles et de la navigation (SAN) a remonte la pente apres les difficultes de 2007. Il a mis en place une politique de qualite et vient d'obtenir une certification. Les attentes des clients sont devenues prioritaires. Le SAN

Bei der MFK werden Fahrzeuge genau durchleuchtet – dennoch gibt es Wege, die Kontrolleure auszutricksen
Bild: KEYSTONE

Die Empörung über die VW-Mogelei ist gross – dabei tricksen in der Schweiz auch viele private Auto- und Töfffahrer

Ausgebaute Airbags, per Fernbedienung gesteuerter Motorensound – im Internet finden sich dutzende Tipps für das Bestehen der Motorfahrzeugkontrolle. 

Benjamin Rosch
Benjamin Rosch



Dass Automobilhersteller Volkswagen bei Abgaskontrollen getrickst haben soll, erschüttert die Öffentlichkeit – Experten zeigen sich aber keineswegs überrascht. Zu viel mogeln auch in der Schweiz Automobilisten und Töfffahrer. Zwar ist bislang noch nicht bekannt, ob auch die Schweiz von den fehlerhaften VW-Modellen betroffen ist, die der Konzern im grossen Stil zu vertuschen versuchte.

Doch kleinere Mogeleien sind auch hier in den Motorfahrzeug-Prüfstationen an der Tagesordnung. «Es gibt schon Möglichkeiten, die Gesetzesbereiche auszuloten oder in einigen Fällen auch zu umgehen», sagt Renato Caduff, technischer Leiter des Zürcher Strassenverkehrsamts. Erstaunt habe ihn höchstens das Ausmass des VW-Skandals – aktuell heisst es, dass bis zu 11 Millionen Autos betroffen sein könnten.

Ein Dauerbrenner sind allerdings nicht nur Autos, sondern auch Töffs. Hier wird weniger bei Abgaswerten denn beim Lärmpegel getrickst. «Durch Klappen-Systeme oder Power Sound-Anlagen kann der Ton, der ein Motor natürlich erzeugt, beeinflusst werden», sagt Caduff. Mit ersteren beispielsweise kann der Fahrer auf Knopfdruck bestimmen, wie laut der Motor aufheult. Auf Ebay lassen sich solche Anlagen für wenig mehr als 100 Franken erstehen, Fernbedienung inklusive. 

Mit diesem System schnurrt der Audi wie ein Smart – dank Fernbedienung.

So tönt der Audi A4 wie ein Smart: Klappensystem mit Fernbedienung.
screenshot/ebay.de

Das Schweizer Gesetz, welches sich an europäischen Normen orientiert, kennt klare Vorschriften und Dezibelwerte für unterschiedliche Geschwindigkeiten. Diese werden auf einer Teststrecke in einem sogenannten Zyklus überprüft. Da diese Testprozesse genormt sind und immer gleich ablaufen, können sich Fahrzeughalter entsprechend vorbereiten. Und nicht nur diese: «Auch Hersteller kennen diese Tests und passen den Geräuschpegel der Fahrzeuge innerhalb dieser Zyklen den Vorschriften an oder optimieren ihn», sagt Caduff.

Wettrüsten zwischen Tunern und Gesetzen

So kann auf völlig legalem Weg geschehen, dass ein Töff, der die Kontrolle besteht, auf der Strasse plötzlich lauter ist und die eigentlich geltenden Dezibelwerte der Zulassungsprüfung überschreitet. «Das ist ein erheblicher Missstand», sagt Caduff. Zu laute Motoren – ein Reizthema. Deshalb werden ab nächstes Jahr neue Gesetze für Geräuschkontrollen eingeführt, die gemäss dem Experten «der Realität näher kommen». Per 1. Juli 2016 sollen deshalb die berüchtigten Klappensysteme nicht mehr zulässig sein.

Es ist ein Wettrüsten: Im Internet verbreiten sich Tipps und Tricks, wie man halblegal die Motorfahrzeugkontrolle passiert, einschlägige Tuning-Foren für Töff und Autos sind voll davon. Detailliert wird beschrieben, welche Technologien sich noch im Rahmen des Erlaubten bewegen und bei welchen Teilen es sich lohnt, vor dem Vorführungstermin den Schraubenschlüssel in die Hand zu nehmen und sie zu entfernen. 

screenshot tuningforum

Screenshot aus einem Schweizer Tuning-Forum.

Airbags werden ausgebaut statt ersetzt

Nicht alle stellen sich dabei gleich clever an: «Ich bin manchmal schon etwas erstaunt, wie Private und teils sogar Garagisten wider besseren Wissens aerodynamische Bauteile, Federn und anderes einbauen», sagt Caduff. Dies oft, weil sie der Überzeugung seien, diese seien besser als das vom Hersteller verwendete Originalmaterial. Auch Sicherheitssysteme sind immer wieder ein Thema. Um Kosten zu sparen werden beispielsweise Airbags teilweise lieber deaktiviert als repariert

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