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Russia's President Vladimir Putin (R) and FIFA President Sepp Blatter take part in the official handover ceremony for the 2018 World Cup scheduled to take place in Russia, in this file picture taken in Rio de Janeiro, Brazil, July 13, 2014. Seven of the most powerful figures in global soccer faced extradition to the United States on corruption charges after their arrest on Wednesday in Switzerland, where authorities also announced a criminal investigation into the awarding of the next two World Cups. Those arrested did not include Sepp Blatter, the Swiss head of FIFA. The arrests of officials from soccer world governing body FIFA are not related to Russia's bidding campaign for the 2018 World Cup, the chairman of sports committee at the lower chamber of the Russian parliament, the Duma, told journalists on Wednesday. REUTERS/Alexey Nikolsky/RIA Novosti/Kremlin/Files 
ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS.

Treffen zwischen Joseph Blatter und Wladimir Putin im Rahmen der WM-Vergabe 2018 nach Russland. Bild: RIA Novosti/REUTERS

Der Kreml mischt sich ein: Die USA hätten bei den FIFA-Festnahmen «illegal» gehandelt

Auch Russland schaltet sich in den FIFA-Korruptionsskandal ein: Das russische Aussenministerium kritisierte die Festnahmen der Fussballfunktionäre auf Betreiben der USA scharf. Washington wende US-Recht «illegal» an. 



Ein Artikel von

Spiegel Online

Der Skandal im Fussball-Weltverband FIFA erreicht die höchste politische Ebene: Am Mittwochabend forderte Russland, WM-Ausrichter 2018, die USA auf, den «illegalen, exterritorialen Gebrauch der US-Rechtsprechung» zu unterlassen. Washington solle «die Versuche stoppen, seine Gesetze weit ausserhalb der eigenen Grenzen anzuwenden», teilte das russische Aussenministerium in einer Stellungnahme mit.

Auch die USA hätten sich an internationale rechtliche Abläufe zu halten, hiess es in der Mitteilung weiter. Es sei nicht der erste Vorfall dieser Art: «Wir fordern Washington auf, sich nicht wie ein Richter ausserhalb seiner Grenzen aufzuführen.»

Attorney General Loretta E. Lynch announces an indictment against nine FIFA officials and five corporate executives for racketeering, conspiracy and corruption at a news conference, Wednesday, May 27, 2015, in the Brooklyn borough of New York. Nine of the 14 that were indicted by the Justice Department are soccer officials, while four are sports marketing executives and another works in broadcasting. (AP Photo/Mark Lennihan)

US-Justizministerin Loretta Lynch beschuldigte insgesamt 14 Personen.  Bild: Mark Lennihan/AP/KEYSTONE

Bis zu 20 Jahre Haft

Nach einem Amtshilfegesuch der US-Justizbehörde hatte die Schweizer Kantonspolizei in Zürich am Mittwochmorgen sieben hochrangige FIFA-Funktionäre festgenommen. Ihnen wird im Rahmen eines US-Verfahrens Geldwäsche, die Annahme von Bestechungsgeldern sowie Korruption bei WM-Vergaben und TV-Rechten vorgeworfen werden. Sechs der Männer verweigerten bereits die umgehende Auslieferung an die USA.

Dafür gibt es aus ihrer Sicht gute Gründe, denn bei einer Verurteilung in den Vereinigten Staaten drohen teils drastische Strafen – bis zu 20 Jahre Haft. Das sei die Höchststrafe in solchen Fällen von organisierter Kriminalität, sagte US-Justizministerin Loretta Lynch bei einer Pressekonferenz in New York. Die US-Justiz beschuldigt insgesamt 14 Personen, die Vorfälle reichen bis zu 24 Jahre zurück. Ob auch FIFA-Präsident Sepp Blatter Ziel der US-Ermittlungen sei, wollte Lynch nicht beantworten.

Lynch zufolge sind allein im Zusammenhang mit der Vergabe der Copa America 2016 in den USA rund 110 Millionen Dollar (101 Millionen Euro) an Bestechungsgeldern geflossen. Das Turnier findet im kommenden Jahr erstmals ausserhalb von Südamerika statt. Es wird anlässlich des 100. Geburtstages des südamerikanischen Verbandes als Gemeinschafts-Event Copa America Centenario in den USA ausgetragen.

Dokumente und Datenträger sichergestellt

Wie die Schweizer Bundesanwaltschaft mitteilte, haben Ermittler in der Zentrale des Weltverbands Dokumente und Datenträger beschlagnahmt. Es bestehe der Verdacht, dass auch «bei den Vergaben für die Weltmeisterschaften 2018 sowie 2022 Unregelmässigkeiten begangen worden sind».

Der New Yorker Staatsanwalt Kelly Currie erklärte, die Festnahmen in Zürich seien «erst der Anfang». «Weitere Individuen und Einrichtungen in zahlreichen Ländern» würden noch überprüft. Die Anklageschrift des Justizministeriums verweist auf 25 namentlich nicht genannte Mitverschwörer.

Ungeachtet der sich überstürzenden Ereignisse geht die FIFA demonstrativ zur Tagesordnung über. Der 79-jährige Blatter will sich am Freitag für eine fünfte Amtsperiode als Präsident wiederwählen lassen.

(jok/sid/dpa/Reuters )

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