Grosse Fragen
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Dieses ideale Spiegelbild einer idealen Frau ist die absolute Ausnahme.  Bild: shutterstock

Verfluchte Selbst-Reflexion! Spiegel sind überall und HASSEN unsere guten Seiten

Achtung, wer Sommerloch-Texte blöd findet, soll hier nicht weiterlesen. NICHT! 



Ich habe Frauen gefragt und Männer. Die Männer haben gesagt: Nö, kennen wir nicht. Oder: Hmmm, vielleicht ein bisschen, also, doch, jaja. Die Frauen haben gesagt: Kennen wir total gut, es ist die Hölle. Ganz besonders im Sommer.

Nämlich die Sache mit den Spiegeln. Sie verfolgen uns. Wahrscheinlich sind sie so präpariert worden, dass sie automatisch unsere Blicke auf sich ziehen. So wie das besonders schöne Menschen auch tun.

Nur geht's bei den Spiegeln um das Gegenteil. Wir schauen in sie hinein, weil wir an das Gute im Spiegel glauben. Sie aber zeigen uns zuverlässig die schlechteste Seite von uns selbst. Und ganz besonders im Sommer. Wenn mehr Haut draussen ist. Und mit ihr: das darunter lauernde Fett (ganz gewiss vergrössert sich der Fettanteil unter Sonneneinstrahlung!), die Dellen, Flecken, unterentwickelten Muskeln. Und so weiter.

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In «Black Swan» schaut Natalie Portman in zu viele Spiegel und dreht durch. Ein sehr realistisches Szenarium.

Spiegel sind Spiegel. Schaufenster, die Sonnenbrillen der anderen, Autoscheiben sind Spiegel. Überhaupt Autos, sie sind sowas wie die Discokugeln des Strassenverkehrs – Spiegel innen und aussen und so viel glänzendes Metall! Badezimmerplättli, Backofentüren und Kochtöpfe spiegeln uns wider. Computerscreens und TV-Bildschirme im Ruhezustand sowieso. Oder diese Kameras am Eingang von Supermärkten, die machen, dass man sich sofort auf einem Bildschirm sieht.

Eine Frau schminkt sich die Lippen mit einer Tuba als Spiegel am Bauerntag der Landesaustellung Expo 64 in Lausanne, aufgenommen im Jahr 1964. (KEYSTONE/Str)

Schon 1964 an der Expo in Lausanne sucht diese Dame nach absolut jeder Möglichkeit zur Selbstbetrachtung. Bild: KEYSTONE

Ein Smartphone ist sowieso immer ein Spiegel. Die schönsten, weil schlanksten und minimal unscharfen Selfies gibt's, wenn man sich selbst in einem Spiegel spiegelnd fotografiert. 

Wer oft in den Spiegel schaut, setzt sich selbst unter Stress und entwickelt allmählich eine Selbstwahrnehmung wie Magersüchtige. Irgendwann fühlt man sich dann so krankhaft unzufrieden wie die Königin im «Schneewittchen» und beginnt, Auftragskiller auf vermeintlich Schönere anzusetzen. Tolle Aussichten. Missen- und Model-Massaker werden die Folge sein. Und: Wir sind unsere NSA. Ständig besessen vom Reflex nach Selbstreflexion.

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Hier Charlize Theron als Schneewittchens böse Königin: Der Spiegel explodiert ihr ins Gesicht, sie dreht durch.
bild: universal

Briten und Amerikaner raten deshalb zum «Mirror Fasting», zum Spiegelfasten. Kann man machen. Geht so schnell so schief wie Ferien vom Internet. Unter all den Selbsterfahrungsberichten im Netz findet sich keine Beschreibung einer erfolgreichen Spiegelabstinenz. Alle werden rückfällig.

Was also kann man tun? WAS TUN? Darüber reden? Sich so lang vor einen Spiegel setzen, bis man sich selbst so ankotzt, dass man sich übergibt und reflexartig bei jedem Spiegel ... ? Nein, falsch, too much. Narziss aus der Sage hatte es einfach: Erblickte sich selbst im Wasserspiegel und war verliebt. Allerdings hörte er dann über all der Selbstbetrachtung auf zu essen, wurde magersüchtig und starb. 

shutterstock

Der selbstverliebte Narziss und die verzweifelt in ihn verliebte Nymphe Echo. bild: wikipedia

Apropos Wasserspiegel: Erklären wir ihn doch zum einzig wahren Spiegel, gerade im Sommer. Zusammen mit dem Alkoholspiegel. Etwas selbst induzierter Kontrollverlust hilft sicher. Ein Drink vor Sonnenuntergang, vom Zehnmeter springen, Sex. Was der Sommer halt so zu bieten hat. Hinter den Spiegeln. Wo das Wunderland des Wohlbefindens anfängt.

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