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Duch, der ehemalige Folterchef der Roten Khmer, ist tot



Der einstige Folterchef der Roten Khmer in Kambodscha, Kaing Guek Eav alias Duch, ist tot. Er starb in der Nacht zum Mittwoch im Alter von 77 Jahren in einem Krankenhaus der Hauptstadt Phnom Penh.

Das bestätigte ein Sprecher des Gerichts, das Duch einst wegen seiner Verbrechen verurteilt hatte. Angaben zu der Todesursache machte der Sprecher nicht.

FILE - In this March 30, 2020, file photo, former Khmer Rouge prison chief Kaing Guek Eav, also know as Duch, looks on during the first day of a U.N.-backed tribunal in Phnom Penh, Cambodia. The Khmer Rouge

Kaing Guek Eav im März 2020 vor Gericht in Phnom Penh. Bild: keystone

Duch verbüsste eine lebenslange Haftstrafe. Er war im Jahr 2010 von einem von der UNO unterstützten Kriegsverbrechertribunal in Phnom Penh zunächst zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. In einem Berufungsverfahren wurde daraus dann 2012 eine lebenslängliche Haftstrafe.

Der frühere Mathematiklehrer war unter der Schreckensherrschaft der maoistischen Roten Khmer zwischen 1975 und 1979 Leiter des berüchtigten Gefängnisses Tuol Sleng in Phnom Penh. Dort wurden bis zu 15'000 Menschen gefoltert und auf einem nahegelegenen «Killing Field» hingerichtet.

A tourist visits the Tuol Sleng Genocide Museum, also known as the notorious security prison S-21, in Phnom Penh January 21, 2015. The U.N backed tribunal in Cambodia on Wednesday commenced the second phase of a hearing of two former top Khmer Rouge leaders, head of state Khieu Samphan and ''Brother Number Two'' Nuon Chea, on charges of genocide against the ethnic Chams and the Vietnamese. REUTERS/Samrang Pring (CAMBODIA - Tags: POLITICS CIVIL UNREST CRIME LAW)

Das Foltergefängnis Tuol Sleng ist jetzt eine Museum. Bild: X02810

Unter der Herrschaft der Roten Khmer wurden in Kambodscha zwei Millionen Menschen durch Zwangsarbeit, Hungersnöte und Hinrichtungen getötet, ein Viertel der kambodschanischen Bevölkerung. Die Roten Khmer wollten eine reine Agrargesellschaft schaffen und zwangen dafür die Stadtbevölkerung zum Umzug aufs Land. Sie schafften Geld und Religion ab und sagten den Intellektuellen den Kampf an. Der Anführer der Roten Khmer, Pol Pot, starb 1998 im Gefängnis. (sda/afp)

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