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kampagne go naked

Dieses Foto hat eine lautstarke Debatte ausgelöst.
Bild: facebook/lush australia

Mit Nacktheit zu werben, ist nun wirklich nichts Neues – diese Plakate mussten trotzdem entfernt werden



Sex sells! Das hat inzwischen wohl so ziemlich jeder Werbemacher verstanden. Und so wundert es eigentlich niemanden mehr, dass uns im Alltag praktisch überall Werbeplakate begegnen, auf denen mehr oder weniger nackte Menschen abgebildet sind.

Dass jedoch offenbar nicht jede Form von Nacktheit geduldet wird – das musste gerade der britische Kosmetikhersteller Lush auf die harte Tour lernen. Denn gegen die im August gestartete Kampagne «Go Naked» sind gleich mehrere Beschwerden eingereicht worden.

Werben für «nackte» Produkte

Die Idee hinter der Kampagne war die Folgende: Mit dem Foto der vier nackten Frauen – bei denen es sich um Mitarbeiterinnen des Unternehmens handelt – wollte der Kosmetikhersteller auf den Verpackungswahnsinn aufmerksam machen und darauf hinweisen, dass ein Grossteil der eigenen Produkte ohne unnötiges Verpackungsmaterial daher kommt.

Ausserdem wollte das Unternehmen ein positives Körpergefühl vermitteln. Verbreitet wurde die Werbebotschaft einerseits online und andererseits mittels Plakaten, die in 28 australischen Filialen aufgehängt worden waren. Doch diese mussten nach kurzer Zeit wieder weichen, weil insgesamt vier Beschwerden beim «Advertising Standards Bureau», der australischen Werbeaufsichtsbehörde, eingegangen waren.

Die Vorwürfe: Die Bilder seien «zu pornografisch», die Nacktheit würde nur dazu genutzt, um Aufmerksamkeit zu erhaschen und das sei unnötig. Eltern beschwerten sich zudem darüber, dass die Plakate auf Augenhöhe von Kindern angebracht seien und man nicht in der Lage sei, seine Kinder vor den Aufnahmen zu schützen, da sie gleich im Eingang eines Einkaufszentrums aufgehängt worden seien.

Obwohl die Kampagne auch jede Menge positives Feedback ausgelöst hatte – vor allem auf Facebook angelten die vier Frauen unzählige Komplimente – wurden die Plakate entfernt.

Es gehen noch mehr Beschwerden ein

Das Unternehmen äusserte sich zu den Vorwürfen im Gespräch mit Buzzfeed folgendermassen: «Die Fotos sind nicht gemacht worden, um Aufmerksamkeit zu erhaschen, sondern mit allergrösstem Respekt gegenüber diesen wundervollen Menschen und ihrer Hingabe für den Zweck. Das Bild ist absolut unretouchiert, weil wir denken, dass wir uns nicht für unsere Körper in ihrer natürlichen Form schämen sollten und dass jeder einzelne von uns in seiner Vielfalt schön ist, unabhängig von Hautfarbe, Form oder Grösse.»

Doch auch nach dem Entfernen der Plakate ist noch keine Ruhe eingekehrt: Denn dann gingen Beschwerden darüber ein, warum die Bilder wieder abgenommen worden waren. Laut der Unternehmensleitung hätten Kunden den Wunsch geäussert, mehr derartige Werbung zu zeigen, weil es ihren Kindern helfen würde zu lernen, dass der eigene Körper etwas ganz Normales ist, für das man sich nicht schämen brauche.

Was hältst du von dem Werbeplakat?

(viw)

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