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Österreich: Identitären-Chef erhielt offenbar Geld von Christchurch-Attentäter

Der Christchurch-Attentäter hat offenbar einem Anführer der rechtsextremen Identitären Bewegung eine grössere Summe gespendet. Der Aktivist Martin Sellner sprach von einer Razzia bei sich und seinen Eltern.

Lars Wienand / t-online



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Martin Sellner an einer Demonstration in Graz. Bild: wikimedia

Ein Artikel von

T-Online

Hausdurchsuchung bei Martin Sellner, dem Co-Chef der Identitären Bewegung in Österreich, wegen eines Kontakts mit dem Christchurch-Attentäter: Davon berichtet der rechtsextreme Student in einem Video, das er am späten Montagabend veröffentlicht hat. Von der Landespolizei in Niederösterreich war in der Nacht keine Bestätigung mehr zu bekommen.

Sellner erklärt, es werde gegen ihn ermittelt wegen einer Spende von dem Australier, der in Christchurch in zwei Moscheen 50 Menschen ermordet hat. Bei der Hausdurchsuchung seien alle Kommunikationsmittel und Computer beschlagnahmt worden. Sellner erklärt, er habe mit Terrorismus nichts zu tun, der Attentäter habe ihn da «vermutlich hineinziehen» wollen und eine Radikalisierung angestrebt.

Die IB warnt vor dem «grossen Austausch»

Eines der Leitmotive der «Identitären Bewegung» ist der «grosse Austausch», eine Verschwörungstheorie, die von einem gezielten Ersetzen der einheimischen Bevölkerung durch Zuwanderer ausgeht. Das war auch eine wahnhafte Idee des Christchurch-Attentäters, der sein Manifest «Der grosse Austausch» genannt hatte. Das Manifest ist auch ähnlich aufgebaut wie ein Video eines Identitären-Funktionärs zu dem Thema.

Im vergangenen Jahr war ein Prozess gegen 17 Mitglieder der Identitären wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung mit Freisprüchen geendet. Der österreichische Verfassungsschutz nennt die Identitäre Bewegung aber «eine der wesentlichen Trägerinnen des modernisierten Rechtsextremismus».

Sellner will die Spende von Anfang 2018 einen Tag vor der Hausdurchsuchung erkannt haben. Auf dem Heimweg beim Bearbeiten seiner Steuern sei ihm eine «unverhältnismässig hohe Spende» von jemandem mit der E-Mail-Adresse «Tarrant» aufgefallen. In einer Mail habe er sich dafür bedankt wie bei anderen Spendern auch.

Die Spende werde er nun einer karitativen Organisation zukommen lassen. Er bezeichnete die Hausdurchsuchung als «völlig überzogen und ungerechtfertigt». Der Einsatz der Polizei sei seinen eigenen Überlegungen zuvorgekommen. Er habe sich mit seinem Anwalt beraten wollen, als ihm die mögliche Brisanz bewusst geworden sei.

Sicherheitsrat in Wien tagt zu Christchurch-Attentäter

Mögliche Verbindungen des Attentäters nach Österreich sind in Wien Thema im Parlament. Der zuständige Unterausschuss für Inneres wird sich damit befassen. Die Oppositionsparteien SPÖ und Jetzt haben auch den Sicherheitsrat einberufen.

Durch Recherchen von t-online.de war bekannt geworden, dass der Attentäter auch in der Adventszeit 2018 durch Österreich gereist ist. Bisher ist den Behörden nicht bekannt, ob er dabei auch Kontaktpersonen getroffen hat.

Der Attentäter hatte auch zahlreiche Orte besucht, die mit den Türkenkriegen und der Belagerung Wiens in Verbindung zu bringen sind. Er hatte etliche Namen von Kriegsherren gegen das osmanische Heer auf seine Waffen und seine Munition geschrieben. In Deutschland war er offenbar nur kurz gewesen, er hatte ein Foto von Schloss Neuschwanstein gepostet.

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