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epa07783333 A handout photo made available by NASA of a satellite image showing several fires burning in the Brazilian states of Amazonas (top C-L), Para (top R), Mato Grosso (bottom R) and Rondonia (bottom C), 13 August 2019 (issued 21 August 2019). In picture at bottom left is seen Bolivia. In the Amazon region, fires are rare for much of the year because wet weather prevents them from starting and spreading. However, in July and August, activity typically increases due to the arrival of the dry season. Many people use fire to maintain farmland and pastures or to clear land for other purposes.  EPA/NASA EARTH OBSERVATORY HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA

Soldaten bekämpfen Flammen im brasilianischen Regenwald



Nach der internationalen Kritik am Zögern der brasilianischen Regierung im Kampf gegen die verheerenden Feuer im Amazonasgebiet greift nun das Militär ein. Zwei Löschflugzeuge vom Typ Hercules starteten am Samstag von Porto Velho im Bundesstaat Rondônia aus zu ihren Einsätzen, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.

Auf Videos war zu sehen, wie die Piloten über den Waldbrandgebieten Tausende Liter Wasser abwarfen. Darüber hinaus stehen Zehntausende Soldaten zur Unterstützung bereit.

Sechs von den Bränden betroffene Bundesstaaten haben bereits um Unterstützung der Streitkräfte gebeten, wie die brasilianische Regierung bekanntgab. Die Soldaten können ab sofort in Rondônia, Roraima, Pará, Tocantins, Acre und Mato Grosso bei den Löscharbeiten und der Verfolgung von Brandstiftern helfen. Insgesamt stünden in der Region über 43'000 Soldaten zur Verfügung, sagte Verteidigungsminister Fernando Azevedo e Silva. Präsident Jair Bolsonaro hatte den Einsatz des Militärs zuvor per Dekret erlaubt.

«Der Einsatz wird vor allem in der Verhütung und Verfolgung von Umweltverbrechen sowie der Unterstützung bei den Löscharbeiten bestehen», sagte Azevedo. Umweltminister Ricardo Salles bat die Bundesstaaten um Hilfe: «Wir wissen, dass viele nur begrenzte Kapazitäten haben, aber wir können diese Aktion ohne die örtliche Unterstützung nicht durchführen.»

Schwerste Waldbrände seit Jahren

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar nahm die Zahl der Feuer und Brandrodungen im grössten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zu. Insgesamt wurden über 72'000 Brände registriert. Betroffen waren meist Flächen in Privatbesitz, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus.

Umweltschützer werfen dem rechten brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro vor, ein politisches Klima geschaffen zu haben, in dem sich Bauern zu immer mehr Abholzung und Brandrodung ermutigt sehen. Der Staatschef hat immer wieder klar gemacht, dass er die Amazonasregion vor allem mit ungenutztem wirtschaftlichen Potenzial verbindet.

Wegen seiner umstrittenen Umweltpolitik geriet Bolsonaro zuletzt international in die Kritik. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron setzte das Thema wegen der globalen Bedeutung des Regenwaldes für den Klimaschutz auf die Tagesordnung beim G7-Gipfel in Biarritz und nahm die ganze Welt in die Pflicht. «Das Amazonasgebiet ist unser Gemeingut», sagte er. Einige europäische Länder stellten die Ratifizierung des Freihandelsabkommens zwischen dem südamerikanischen Wirtschaftsbündnis Mercosur und der EU in Frage. Erst Ende Juni war nach jahrelangen Verhandlungen eine politische Einigung über den Aufbau der grösste Freihandelszone der Welt erzielt worden.

Feuer auch in Nachbarländern

Auch in den Nachbarländern Bolivien, Peru und Paraguay wüten zahlreiche Brände, wie auf Satellitenbildern der US-Raumfahrtbehörde Nasa zu sehen war. Die bolivianische Regierung setzte am Wochenende einen sogenannten Supertanker im Kampf gegen die Flammen ein. Die umgebaute Boeing 747 eines US-Unternehmens unterstütze die Löscharbeiten in der Region Chiquitanía im Osten des Landes, teilte Präsident Evo Morales mit. Das Flugzeug kann rund 75'000 Liter Wasser abwerfen.

«Wir planen vier Löscheinsätze pro Tag», sagte Boliviens Verteidigungsminister Javier Zavaleta der Zeitung «La Razón». «Wir werden den Kampf gegen das Feuer gewinnen.» In Bolivien sollen über 700'000 Hektar Land betroffen sein. «So etwas gab es hier noch nie», sagte Martín Carrillo vom Bürgerkomitee der Ortschaft Roboré. «Seit 40 Tagen kämpfen wir schon gegen die Brände.» (sda/dpa)

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