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Oliver hat gerade erklärt, weshalb Grossbritannien mit Vollgas ins Verderben steuert



Seit vergangener Woche hat Grossbritannien einen neuen Premierminister. Boris Johnson übernimmt das Amt von Theresa May und hat nun die die schwierige Aufgabe, das Königreich aus der EU zu steuern.

epa07735412 Conservative party leader Boris Johnson departs to his office after he was announced as the new Conservative party leader at an event in London, Britain, 23 July 2019. Former London mayor and foreign secretary Boris Johnson on 23 July 2019 was announced the winner in the party contest to replace Theresa May as leader of the Conservative Party. As the winner, Johnson will also take up the post of Britain's prime minister on 24 July 2019.  EPA/ANDY RAIN

Leitet neu die Geschicke Grossbritanniens: Premierminister Boris Johnson. Bild: EPA

Gelingt dem 55-Jährigen, was seine Vorgängerin trotz beeindruckender Ausdauer nicht erreicht hat? Nun, momentan deutet in Grossbritannien vieles auf ein noch grösseres Chaos hin als bisher.

Ein neuer Vertrag? Unmöglich

Johnson kündigte zwar an, dass Grossbritannien auf jeden Fall am 31. Oktober die EU verlassen werde und er keinen vertragslosen Austritt wolle. Doch aus Brüssel hiess es bereits klar und deutlich, dass der vorliegende Vertrag von May «der bestmögliche Deal» sei. Also keine Neuverhandlungen.

Und Johnson soll das Königreich nun aus dieser Sackgasse manövrieren? Unmöglich. Das meint zumindest der TV-Entertainer John Oliver, der am Sonntagabend in seiner Sendung «Last Week Tonight» den neuen Premier nach Strich und Faden auseinander genommen hat.

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John Oliver demontiert Boris Johnson in 22 Minuten. Video: YouTube/LastWeekTonight

Boris Johnson habe sich in der Vergangenheit bereits derart negativ über die europäischen Partner geäussert, dass diese ihm auf keinen Fall mehr Gehör schenken würden als seiner Vorgängerin, so das Verdikt Olivers. Alles laufe deshalb auf einen «No-Deal-Brexit» heraus, worauf niemand vorbereitet sei. Grossbritannien nicht. Die EU nicht. Die ganze Welt nicht.

Weshalb Johnson nicht wie Trump ist

Des Weiteren zeigt Oliver auf, dass Johnson zwar oft mit Trump verglichen werde, aber keinesfalls gleich ticke. Johnson würde Schwächen zugeben und damit kokettieren, dass er nicht immer perfekt vorbereitet sei. So soll der Wähler das Gefühl bekommen, dass der neue Premier «einer von ihnen» ist. Obschon er in Tat und Wahrheit aus elitären Kreisen stammt.

Oliver vermutet gar, dass Johnson bewusst einen ungepflegten Stil kultiviere. So sind seine Haare bei jedem öffentlichen Auftritt komplett durcheinander.

Das Problem beim Ganzen aber ist: Johnson tut nicht nur so, als sei er schlecht vorbereitet. Er ist es auch. Als er kürzlich von einem BBC-Moderator gefragt wurde, was er von einem in der Brexit-Debatte wichtigen Paragrafen halte, hatte Johnson keine Ahnung.

Johnson hängt über einem brodelnden Vulkan

2012 entstanden von Johnson legendäre Bilder. Als Bürgermeister von London blieb er im Rahmen der Olympischen Spiele auf einer Zipline stecken. Irgendwie schaffte er es dennoch diese Peinlichkeit als positiv zu verkaufen – vermutlich weil es ihn nahbar macht.

Bild

screenshot: youtube/lastweektonight

Nun sei die Situation aber eine andere, schlussfolgert Oliver. Johnsons Zipline sei nicht über ein paar fröhlichen Olympia-Zuschauern ins Stocken gekommen, sondern über einem brodelnden Vulkan, der in drei Monaten explodiert. Und die einzigen, die ihn aus dieser misslichen Situation befreien könnten, wären eigentlich die europäischen Partner, die er in der Vergangenheit mit Hitler verglichen und als Dreckskerle bezeichnet habe. (cma)

Oder gibt es am Ende gar Neuwahlen? Auch dieses Szenario scheint möglich:

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Boris Johnson ist der neue Chef der Tories

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84 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Amadeus
29.07.2019 21:15registriert September 2015
Und einmal mehr gilt, wer statt Kompetenz einen unterhaltsamen Clown wählt, bekommt halt auch einen Clown.
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pfffffffff
29.07.2019 21:07registriert January 2017
Die Ausdauer von Theresa May war wirklich bemerkenswert, ein richtiges Stehaufweibchen. Nicht verwunderlich , dass selbst sie irgendwann einfach nicht mehr konnte. Das Problem ist nun noch unlösbarer, denn BJ sieht nicht nach einem Fels in der Brandung aus, eher ein Gräschen, welches im Wind weht (nicht nur die Frisur), von da her: alles Gute Grossbritannien (ihr solltet mal auf den Boden der Realität zurück kommen)!
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qolume
29.07.2019 20:31registriert February 2014
Yep... war mal wieder sehr amüsant. Auch wenn der Hintergrund ziemlich traurig ist... Ich stell auf jeden Fall mal das Popcorn für den 31. Oktober bereit.
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